Tulou von Fujian, Reise

Tulou von Fujian: Chinas geheimnisvolle Lehmburgen entdecken

20.05.2026 - 23:23:13 | ad-hoc-news.de

Die Tulou von Fujian nahe Yongding in China wirken wie Festungen aus einem Fantasy-Film. Was hinter den runden Lehmbauten Fujian Tulou steckt – und was Reisende aus Deutschland wissen sollten.

Tulou von Fujian, Reise, Kultur
Tulou von Fujian, Reise, Kultur

Mitten im hĂŒgeligen SĂŒden Chinas öffnen sich zwischen Teefeldern plötzlich kreisrunde Mauern: Die Tulou von Fujian, lokal Fujian Tulou (sinngemĂ€ĂŸ „Lehmbauten aus Fujian“), wirken wie uralte Festungen aus einem Filmset – und sind doch bis heute lebendige WohnhĂ€user und KulturdenkmĂ€ler.

Wer durch eines der mĂ€chtigen Holztore tritt, steht unvermittelt in einem großen Innenhof, umgeben von bis zu fĂŒnfstöckigen Holzgalerien, KochdĂŒften und Kinderstimmen. Kaum ein anderes Bauwerk in China fĂŒhrt so eindrucksvoll vor Augen, wie sich eine Gemeinschaft architektonisch schĂŒtzt – und gleichzeitig ein soziales Zentrum schafft.

Tulou von Fujian: Das ikonische Wahrzeichen von Yongding

Die Tulou von Fujian liegen in der bergigen Provinz Fujian im SĂŒdosten Chinas, rund um die Landkreise Yongding und Nanjing. Es handelt sich um große, meist mehrstöckige Wohnburgen, die aus gestampftem Lehm, Holz und Stein errichtet wurden und oft ganze Clans beherbergten. Typisch sind die kreisförmigen Grundrisse, es gibt aber auch rechteckige und ovale Anlagen. Viele der bekanntesten Tulou konzentrieren sich im Gebiet um Yongding, das sich zum beliebtesten Ausgangspunkt fĂŒr Besuche entwickelt hat.

Die UNESCO hat im Jahr 2008 eine Auswahl von 46 dieser Bauten als WelterbestĂ€tte „Tulou von Fujian“ in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. In der BegrĂŒndung hebt sie die „außergewöhnliche Formensprache“ und die Kombination aus Verteidigung, Gemeinschaftsleben und ökologisch angepasster Bauweise hervor. Auch das Magazin „National Geographic Deutschland“ beschreibt Fujian Tulou als „Dörfer im Ring“, in denen sich privates Wohnen, Arbeit und religiöses Leben verdichten.

FĂŒr Reisende aus Deutschland sind die Tulou von Fujian faszinierend, weil sie eine völlig andere Form des Wohnens zeigen als europĂ€ische StadthĂ€user oder Fachwerkdörfer. Statt individueller EinfamilienhĂ€user schließt sich hier eine Großfamilie unter einem Dach zusammen. Die Bauwerke sind damit zugleich architektonische KuriositĂ€t, Zeugnis einer Minderheitenkultur und ein Fenster in die chinesische Geschichte jenseits der großen Metropolen wie Beijing oder Shanghai.

Geschichte und Bedeutung von Fujian Tulou

Die Entstehung der Tulou von Fujian ist eng mit der Siedlungsgeschichte der Hakka und anderer Bevölkerungsgruppen in SĂŒdchina verbunden. Die Hakka sind eine Han-chinesische Minderheit, die im Lauf der Jahrhunderte immer wieder nach SĂŒden auswich und in die bergigen Gebiete von Fujian und Guangdong zog. Laut Unterlagen der chinesischen Denkmalschutzbehörden und der UNESCO begannen die ersten VorlĂ€ufer der Tulou vermutlich zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert zu entstehen, also zur Zeit der SĂŒdlichen Song- und frĂŒhen Yuan-Dynastie.

Viele der heute berĂŒhmten Anlagen wurden jedoch deutlich spĂ€ter errichtet. Fachpublikationen, darunter BeitrĂ€ge der chinesischen Akademie fĂŒr Kulturerbe und die Darstellung auf der offiziellen UNESCO-Seite, verorten den Schwerpunkt der BautĂ€tigkeit zwischen dem 15. und 20. Jahrhundert. Die UNESCO nennt als aktiven Zeitraum insbesondere Ming- und Qing-Dynastie. Damit sind zahlreiche Tulou zum Beispiel Ă€lter als das Brandenburger Tor in Berlin (eingeweiht 1791), andere wiederum wurden erst im 19. oder frĂŒhen 20. Jahrhundert vollendet.

Historisch erfĂŒllten die Tulou mehrere Funktionen: Sie boten Schutz vor ÜberfĂ€llen, RĂ€uberbanden und in manchen Regionen auch vor lokalen Konflikten. Die dicken Außenmauern, die wenigen ZugĂ€nge und Schießscharten in den oberen Stockwerken erinnern an europĂ€ische Burgen, sind aber aus Lehm und lokalem Material gefertigt. Zugleich dienten die Bauten als komplettes Dorf unter einem Dach: Im Erdgeschoss befanden sich Lager und GemeinschaftskĂŒchen, darĂŒber WohnrĂ€ume, in der Mitte oft ein Ahnentempel oder Versammlungssaal.

Die chinesische nationale Tourismusverwaltung und die UNESCO betonen, dass Tulou nicht nur ein architektonisches, sondern auch ein soziales System darstellen. Innen waren die RĂ€ume nach einem strengen Schema verteilt: Jede Familie erhielt eine vertikale Einheit ĂŒber mehrere Stockwerke, alle gleich groß – eine Art gebaute Gleichberechtigung innerhalb des Clans. Der Innenhof diente als BĂŒhne des Alltags, vom Reis Trocknen bis zu Festen und Ahnenritualen.

Mit der GrĂŒndung der Volksrepublik China und den politischen UmbrĂŒchen im 20. Jahrhundert Ă€nderten sich Lebensweise und EigentumsverhĂ€ltnisse in Fujian mehrfach. Einige Tulou wurden aufgegeben oder beschĂ€digt, andere modernisiert. Dennoch blieben viele Anlagen bewohnt. Seit den 1980er-Jahren rĂŒckten sie zunehmend in den Fokus chinesischer Denkmalpflege, und mit der Anerkennung als UNESCO-Welterbe 2008 erhielten sie weltweite Aufmerksamkeit.

Heute stehen die Tulou von Fujian symbolisch fĂŒr das kulturelle Erbe der Hakka und anderer Gruppen in SĂŒdchina. China prĂ€sentiert sie in offiziellen Tourismuskampagnen, etwa ĂŒber die nationale Zentrale fĂŒr Tourismus, als Beispiel fĂŒr nachhaltiges Bauen mit lokalen Materialien. Gleichzeitig sind sie ein Mahnmal fĂŒr den Schutz lĂ€ndlicher Kulturlandschaften – ein Thema, das in einem stark urbanisierten Land wie China besonders virulent ist.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Die Architektur der Tulou wirkt auf den ersten Blick schlicht: eine massive, meist fensterlose Außenmauer aus Lehm, gekrönt von einem ziegelgedeckten Dach. Erst bei genauerem Hinsehen zeigen sich die technischen und Ă€sthetischen Feinheiten, die internationale Architekturhistoriker seit Jahren beschĂ€ftigen. Institutionen wie ICOMOS, der internationale Rat fĂŒr Denkmalpflege, haben die Bauten im Rahmen der UNESCO-Ausweisung intensiv analysiert.

Die AußenwĂ€nde bestehen aus einem Gemisch aus gestampftem Lehm, Sand, kleinen Steinen und oft ReishĂŒlsen oder Reisstroh. Dieses Material wird in Holzschalungen Schicht fĂŒr Schicht verdichtet. So entstehen Mauern, die mehrere Meter dick sein können und ĂŒberraschend widerstandsfĂ€hig sind – selbst gegen starke RegenfĂ€lle und kleinere Erdbeben, wie chinesische Fachberichte hervorheben. Die runde Form verteilt die KrĂ€fte gleichmĂ€ĂŸig, was aus Sicht der Statik von Vorteil ist.

Im Inneren dominiert eine Holzstruktur aus vertikalen StĂŒtzen und horizontalen Balken. Die kleinen Zimmer sind ĂŒber hölzerne Galerien und Treppen erschlossen, die dem Innenhof zugewandt sind. Der Außenring beherbergt meist FunktionstrĂ€ume wie KĂŒchen, LagerrĂ€ume oder StĂ€lle im Erdgeschoss, darĂŒber WohnrĂ€ume. In vielen grĂ¶ĂŸeren Tulou existieren mehrere konzentrische Ringe oder zusĂ€tzliche GebĂ€ude, die WerkstĂ€tten oder Schulen beherbergten.

Bedeutende Beispiele, die in ReisefĂŒhrern wie „Marco Polo“ und im „ADAC Reisemagazin“ hĂ€ufig genannt werden, sind das kreisrunde Tulou Chengqi Lou im Kreis Yongding und das rechteckige Zhencheng Lou. Chengqi Lou wird oft als „König der Tulou“ bezeichnet, weil es mehrere Innenhöfe und eine große Zahl von Wohneinheiten umfasst. In offiziellen chinesischen Informationsmaterialien ist von mehreren Hundert RĂ€umen die Rede, die sich ĂŒber mehrere Stockwerke verteilen. Die exakte Zahl variiert je nach Quelle, was auch daran liegt, dass kleinere Kammern unterschiedlich gezĂ€hlt werden.

Ein weiteres Charakteristikum ist die Ausrichtung nach Feng-Shui-Prinzipien. Viele Tulou wurden so positioniert, dass sie sich harmonisch in die Landschaft aus HĂŒgeln, Terrassenfeldern und WasserlĂ€ufen einfĂŒgen. HĂ€ufig befindet sich ein kleiner Bach oder ein Teich in der NĂ€he, der symbolisch fĂŒr Reichtum und GlĂŒck steht. Dies wird sowohl in chinesischen Architekturstudien als auch in Hintergrundberichten von Medien wie der „Neuen ZĂŒrcher Zeitung“ und „GEO“ hervorgehoben.

Auch die kĂŒnstlerische Ausgestaltung verdient Aufmerksamkeit. WĂ€hrend die Außenfassade meist nĂŒchtern bleibt, finden sich im Innenbereich verzierte HolztĂŒren, farbige Inschriften, Ahnentafeln und gelegentlich Wandmalereien. Rote Laternen, die ĂŒber den Galerien hĂ€ngen, verleihen den Innenhöfen besonders am Abend eine atmosphĂ€rische Stimmung, die Reisejournalisten gerne mit historischen Filmkulissen vergleichen.

Der Bauprozess selbst war eine gemeinschaftliche Leistung: Clans investierten ĂŒber Jahre in Material und Arbeitskraft. Laut chinesischen Kulturbehörden dauerte der Bau grĂ¶ĂŸerer Tulou hĂ€ufig mehrere Jahre, mitunter Jahrzehnte, abhĂ€ngig von GrĂ¶ĂŸe und finanziellen Möglichkeiten. Das Ergebnis war ein GebĂ€ude, das ĂŒber Generationen genutzt werden konnte und zugleich die IdentitĂ€t der Familie verkörperte.

Tulou von Fujian besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

FĂŒr Besucherinnen und Besucher aus Deutschland ist der Besuch der Tulou von Fujian eine lĂ€nger geplante Reise, die sich jedoch gut mit anderen Zielen in China kombinieren lĂ€sst. Im Folgenden die wichtigsten praktischen Hinweise in kompakter Form.

  • Lage und Anreise
    Die Tulou von Fujian liegen in einem lĂ€ndlichen Gebiet im SĂŒdosten Chinas, hauptsĂ€chlich in den Landkreisen Yongding und Nanjing der Provinz Fujian. Ein gĂ€ngiger Ausgangspunkt ist die Stadt Xiamen an der KĂŒste, die ĂŒber einen internationalen Flughafen verfĂŒgt. Von Deutschland aus gibt es je nach Saison und Flugplan in der Regel Umsteigeverbindungen nach Xiamen ĂŒber große Drehkreuze in Asien oder im Mittleren Osten. Die reine Flugzeit von Frankfurt, MĂŒnchen oder Berlin bis in die Region liegt erfahrungsgemĂ€ĂŸ bei deutlich ĂŒber 12 Stunden, je nach Route und Zwischenstopp.
    Von Xiamen aus erreichen Reisende Yongding und die Tulou-Gebiete per Bus, organisiertem Transfer oder mit Fahrer. Die Fahrzeit liegt meist im Bereich von gut 2 bis 3 Stunden, abhĂ€ngig vom konkreten Ziel und Verkehr. Auch die chinesische Bahn bietet Verbindungen ins Hinterland der Provinz Fujian, wobei sich Fahrplan und StreckenfĂŒhrung Ă€ndern können. Aktuelle Informationen liefern die örtlichen TourismusbĂŒros und chinesische Bahnportale.
  • Öffnungszeiten
    Viele Tulou, die zum UNESCO-Ensemble gehören oder touristisch erschlossen sind, haben geregelte Öffnungszeiten und werden als SehenswĂŒrdigkeiten gefĂŒhrt. Genauere Angaben unterscheiden sich jedoch je nach Ort und Verwaltung. Einige Anlagen können ganzjĂ€hrig tagsĂŒber besucht werden, andere haben saisonale EinschrĂ€nkungen oder Mittagspausen. Öffnungszeiten können variieren – daher sollte man sie kurz vor dem Besuch direkt bei der offiziellen Tourismusverwaltung der Tulou-Region oder bei lokalen Informationsstellen prĂŒfen.
  • Eintritt
    FĂŒr mehrere der bekanntesten Tulou wird ein Eintritt erhoben, oft im Rahmen eines Kombitickets fĂŒr gleich mehrere Anlagen in einer Region. Die exakten Preise schwanken je nach Saison, örtlicher Verwaltung und Paket. ReisefĂŒhrer und Reiseberichte nennen BetrĂ€ge im Bereich einiger Euro, umgerechnet in die LandeswĂ€hrung Renminbi (Yuan). Da sich Eintrittspreise im Zeitverlauf Ă€ndern können, ist es ratsam, vor Reiseantritt aktuelle Informationen ĂŒber offizielle Tourismusstellen oder seriöse Reiseanbieter einzuholen. Die Angabe in Euro dient wegen schwankender Wechselkurse grundsĂ€tzlich nur als Orientierung.
  • Beste Reisezeit
    Das Klima in Fujian ist subtropisch mit milden Wintern und feuchten, heißen Sommern. FĂŒr viele Reisende aus Deutschland gelten der FrĂŒhling (etwa MĂ€rz bis Mai) und der Herbst (etwa Oktober bis November) als besonders angenehm, da die Temperaturen meist moderat sind und die Luftfeuchtigkeit geringer sein kann als im Hochsommer. In den Sommermonaten ist mit schwĂŒlem Wetter und krĂ€ftigen RegenfĂ€llen zu rechnen. Die Region kann zudem von tropischen StĂŒrmen betroffen sein, deren HĂ€ufigkeit je nach Jahr variiert. Als Tageszeit eignen sich frĂŒhe Morgenstunden und spĂ€tere Nachmittage, wenn das Licht die Lehmbauten warm fĂ€rbt und der Besucherandrang etwas geringer ist.
  • Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Verhalten
    In lĂ€ndlichen Regionen rund um Yongding sind Englischkenntnisse im Alltag nicht selbstverstĂ€ndlich. In Hotels und bei organisierten Touren in Xiamen oder grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten ist Englisch eher verbreitet, in den Dörfern rund um die Tulou jedoch deutlich weniger. Eine Übersetzungs-App, einige grundlegende Wörter auf Mandarin oder die Begleitung durch einen lokalen Guide erleichtern die Kommunikation.
    Beim Bezahlen ist in China generell bargeldlose Zahlung ĂŒber mobile Dienste wie Alipay oder WeChat Pay weit verbreitet. Internationale Kreditkarten werden in grĂ¶ĂŸeren Hotels und manchen Restaurants akzeptiert, nicht aber ĂŒberall im lĂ€ndlichen Raum. Es ist sinnvoll, eine Mischung aus Bargeld in Renminbi und einer gĂ€ngigen Kreditkarte dabeizuhaben. Girocards (ehemals EC-Karten) werden außerhalb Europas erfahrungsgemĂ€ĂŸ kaum akzeptiert.
    Die Trinkgeldkultur unterscheidet sich von der europĂ€ischen Praxis. In vielen Teilen Chinas ist Trinkgeld nicht ĂŒblich oder wird nicht erwartet, vor allem in einfachen Restaurants und Taxis. In touristisch geprĂ€gten Bereichen, bei privaten Fahrern oder Reiseleitungen kann ein kleines Extra jedoch geschĂ€tzt werden. Es empfiehlt sich, dies situationsabhĂ€ngig und zurĂŒckhaltend zu handhaben.
    Beim Besuch der Tulou sollten Besucherinnen und Besucher respektvoll auftreten: Wohnbereiche und private RĂ€ume nicht ohne Erlaubnis betreten, Personen nur mit deren Zustimmung fotografieren und lokale Regeln beachten. In einigen Tulou sind bestimmte Bereiche ausdrĂŒcklich als privat markiert, andere wiederum haben sich stĂ€rker auf GĂ€ste eingestellt und bieten SouvenirstĂ€nde oder Teeverkostungen im Innenhof.
  • Einreisebestimmungen und gesundheitliche Vorsorge
    China hat eigene, teils regelmĂ€ĂŸig angepasste Einreisebestimmungen fĂŒr auslĂ€ndische Besucher. Deutsche StaatsbĂŒrger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen sowie Informationen zu Visa, Gesundheitsanforderungen und Sicherheitshinweisen beim AuswĂ€rtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prĂŒfen. FĂŒr Reisen nach China wird in der Regel eine Auslandskrankenversicherung mit ausreichender Deckung empfohlen, da die deutsche gesetzliche Krankenversicherung dort nicht automatisch greift. Informationen zu Impfempfehlungen und gesundheitlichen Risiken bieten das AuswĂ€rtige Amt und spezialisierte Tropeninstitute.
  • Zeitverschiebung
    Die Tulou von Fujian liegen in der Zeitzone der Volksrepublik China. China verwendet landesweit eine einheitliche Standardzeit. Im Vergleich zur MitteleuropÀischen Zeit (MEZ) liegt die chinesische Zeit in der Regel mehrere Stunden voraus. WÀhrend der mitteleuropÀischen Sommerzeit verschiebt sich der Abstand entsprechend. Durch die Nutzung aktueller Zeitzonenangaben in Smartphone- oder Computer-Kalendern lassen sich genaue Differenzen zum Reisezeitpunkt zuverlÀssig bestimmen.

Warum Fujian Tulou auf jede Yongding-Reise gehört

Der Besuch der Tulou von Fujian ist mehr als das Abhaken eines UNESCO-Welterbes. Wer etwa von Xiamen aus in Richtung Yongding fĂ€hrt, lĂ€sst die KĂŒstenstĂ€dte mit ihren HochhĂ€usern hinter sich und taucht in eine Landschaft aus Reisterrassen, Bambus und Teefeldern ein. Die Tulou wirken in dieser Umgebung zugleich monumental und geborgen: Von außen wie trutzige Festungen, innen ĂŒberraschend warm und lebendig.

Reiseberichte in deutschsprachigen Medien wie „GEO Saison“ oder dem „Merian“-Magazin betonen immer wieder die AtmosphĂ€re, wenn sich Besucher durch die dunklen Torbögen ins Innere tasten und der Blick plötzlich in den lichten Innenhof fĂ€llt. Es riecht nach Holzfeuer, Tee und manchmal nach fermentierten Lebensmitteln, Kinder spielen auf den Steinplatten, Ă€ltere Bewohner sitzen an den TĂŒren und beobachten gelassen das Geschehen. Diese Mischung aus Alltagsleben und historischer Kulisse macht den Reiz aus.

Besonders eindrucksvoll ist es, mehrere unterschiedliche Tulou zu erleben: ein kreisförmiger Bau mit großem Innenhof, ein rechteckiger Komplex, vielleicht auch kleinere, weniger bekannte Anlagen, die noch weitgehend im ursprĂŒnglichen Zustand sind. Viele Reisende aus Deutschland kombinieren ihren Besuch mit einer Übernachtung in einem einfachen GĂ€stehaus innerhalb eines Tulou oder im benachbarten Dorf. So lĂ€sst sich die Stimmung frĂŒhmorgens und abends erleben, wenn die meisten TagesgĂ€ste abgefahren sind.

In der Umgebung von Yongding und Nanjing gibt es zudem weitere Ausflugsziele: kleine Tempel, Teeanbaugebiete, FlĂŒsse und Aussichtspunkte, von denen sich das Muster der Tulou-Burgen aus der Vogelperspektive erkennen lĂ€sst. Lokale TourismusbĂŒros bieten halbtĂ€gige oder ganztĂ€gige Touren an, die mehrere Bauten kombinieren. FĂŒr individuell Reisende kann ein privater Fahrer oder eine kleine Gruppe mit Guide sinnvoll sein, da die Anlagen verstreut liegen und Beschilderungen in lĂ€ndlichen Regionen oft ĂŒberwiegend auf Chinesisch sind.

Auch kulturell bietet der Besuch eine spannende Perspektive: Die Hakka-Kultur, traditionelle Feste, Ahnenverehrung und regionale KĂŒche unterscheiden sich spĂŒrbar von dem, was man etwa in großen Metropolen Chinas erlebt. Reisende berichten immer wieder von der Gastfreundschaft der Bewohner, auch wenn der touristische Andrang in manchen besonders populĂ€ren Tulou spĂŒrbar ist. Wer ruhigere EindrĂŒcke sucht, plant am besten auch weniger frequentierte Dörfer ein.

FĂŒr ein deutschsprachiges Publikum, das China oft hauptsĂ€chlich mit der Großen Mauer, Shanghai oder den Terrakotta-Kriegern verbindet, öffnen die Tulou von Fujian ein weiteres Kapitel: das Leben auf dem Land, Gemeinschaft statt Individualhaus, Bauen aus Erde statt Beton. In Zeiten, in denen nachhaltige Baustoffe und gemeinschaftliches Wohnen auch in Deutschland intensiv diskutiert werden, wirken diese historischen Lehmburgen erstaunlich modern.

Tulou von Fujian in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂŒcke

In sozialen Netzwerken sorgen Bilder und Videos der Tulou von Fujian seit Jahren fĂŒr Staunen: Drohnenaufnahmen zeigen die kreisrunden Anlagen wie riesige Augen inmitten der Landschaft, wĂ€hrend Kurzvideos auf Plattformen mit kurzen Clips den Alltag im Innenhof dokumentieren. Viele Reise-Influencer aus Asien und zunehmend auch aus Europa nutzen Fujian Tulou als Kulisse fĂŒr Fotostrecken, wodurch das Welterbe ein junges, digitales Publikum erreicht.

HĂ€ufige Fragen zu Tulou von Fujian

Wo liegen die Tulou von Fujian genau?

Die Tulou von Fujian befinden sich in der sĂŒdostchinesischen Provinz Fujian, vor allem in den Landkreisen Yongding und Nanjing. Die nĂ€chstgrĂ¶ĂŸere, international gut erreichbare Stadt ist Xiamen an der KĂŒste, von wo aus Busse und organisierte Touren in die Tulou-Region starten.

Wie alt sind die Tulou von Fujian?

Die Ă€ltesten bekannten Tulou entstanden nach heutigem Forschungsstand im spĂ€ten Mittelalter, wĂ€hrend der Song- und frĂŒhen Yuan-Dynastie. Viele der heute berĂŒhmten Anlagen gehen auf die Zeit der Ming- und Qing-Dynastie zurĂŒck und sind damit mehrere Hundert Jahre alt. Einige wurden bis ins 19. und frĂŒhe 20. Jahrhundert hinein gebaut oder erweitert.

Kann man die Tulou von Fujian als Tourist besichtigen?

Ja, zahlreiche Tulou sind heute fĂŒr Besucher geöffnet, insbesondere jene, die zur UNESCO-WelterbestĂ€tte gehören. In manchen Tulou leben nach wie vor Familien, die den Besuchern Einblicke in den Alltag gewĂ€hren. Es gibt auch Anlagen, die GĂ€stezimmer oder einfache Pensionen anbieten. ZugĂ€nge, Besuchszeiten und Eintrittsregelungen variieren je nach Ort.

Was macht Fujian Tulou so besonders im Vergleich zu anderen SehenswĂŒrdigkeiten in China?

Fujian Tulou kombinieren Wohnhaus, Festung und Dorf in einem einzigen GebĂ€ude aus gestampftem Lehm. Die kreisrunden oder rechteckigen Anlagen sind in dieser Form einzigartig und spiegeln die Lebensweise ganzer Großfamilien wider. Sie unterscheiden sich deutlich von PalĂ€sten, Tempeln oder Wolkenkratzern, die Reisende sonst hĂ€ufig mit China verbinden, und bieten einen tiefen Einblick in lĂ€ndliche Kultur und Geschichte.

Wann ist die beste Reisezeit fĂŒr einen Besuch der Tulou von Fujian?

FĂŒr viele Reisende aus Mitteleuropa sind der FrĂŒhling und der Herbst besonders angenehm, da die Temperaturen moderat sind und die Luftfeuchtigkeit meist ertrĂ€glicher ist als in den heißen Sommermonaten. In dieser Zeit sind die Landschaft und die Teefelder zudem besonders reizvoll. Wer große Besuchergruppen meiden möchte, sollte Wochenenden und chinesische Feiertage nach Möglichkeit umgehen.

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