Vieux-Port de Marseille, Marseille

Vieux-Port de Marseille zwischen Antike und Spiegeldecke

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 04:07 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Vieux-Port de Marseille verbindet die griechische Gründung von Marseille mit steinernen Forts, Fischerbooten und einer spiegelnden Stadtlandschaft.

Bauhaus-Poster als Abstraktion von Alter Hafen Marseille in Marseille, Frankreich
Bauhaus-Poster als geometrische Abstraktion von Alter Hafen Marseille in Marseille Frankreich, kraeftige Grundfarben und harte, Illustration mit AI erstellt.

Der Vieux-Port de Marseille liegt am Ende der Canebière und öffnet sich als historisches Hafenbecken zur Mittelmeerküste. In der Bucht, die in der Antike Lacydon hieß, gründeten griechische Siedler aus Phokäa um 600 v. Chr. Massalia.

Am Wasser treffen dabei mehrere Zeitschichten aufeinander: steinerne Befestigungen aus dem 17. Jahrhundert, die lange Uferlinie des alten Handelsplatzes und die spiegelnde Ombrière von Norman Foster aus dem Jahr 2013.

Vieux-Port de Marseille als Hafen der griechischen Stadt

Die Geschichte des Vieux-Port de Marseille beginnt mit der Gründung von Massalia. Griechische Seefahrer aus Phokäa erreichten die geschützte Bucht an der Mittelmeerküste und legten nördlich des Wassers eine Siedlung an. Aus Massalia wurde in römischer Zeit Massilia. Im Mittelalter erscheint für Marseille der Name Marsiho.

Das Hafenbecken blieb mit der Stadtentwicklung verbunden. Die Lage am Wasser prägte Handel, Fischerei, Schiffbau und den Austausch über das Mittelmeer. Der Vieux-Port war dabei kein isolierter Platz, sondern der maritime Mittelpunkt einer Stadt, deren Straßen an den Kais zusammenlaufen.

Am östlichen Ende beginnt die Canebière, die große Verkehrsachse von Marseille. Ihr Name verweist auf Hanf, der in der Umgebung angebaut und für die Herstellung von Schiffstauen verwendet wurde. Die Straße verbindet den Hafen mit dem Stadtzentrum.

Vieux-Port de Marseille und seine steinernen Hafentore

Am Eingang des Vieux-Port stehen Fort Saint-Jean am nördlichen Ufer und Fort Saint-Nicolas am südlichen Ufer. Beide Befestigungen prägen den Übergang zwischen dem offenen Mittelmeer und dem geschützten Hafenbecken.

Fort Saint-Jean besitzt mittelalterliche Ursprünge und wurde im 17. Jahrhundert unter Ludwig XIV. in die Befestigung des Hafeneingangs einbezogen. Fort Saint-Jean am Hafeneingang liegt auf der Nordseite und ist über eine Fußbrücke mit dem MuCEM verbunden.

Fort Saint-Nicolas befindet sich gegenüber auf der Südseite. Der Bau begann 1660 auf Anordnung Ludwigs XIV. Die beiden Anlagen bilden bis heute eine klar erkennbare steinerne Rahmung des Hafeneingangs. Fort Saint-Nicolas auf der Südseite gehört zu den historischen Militärbauten am Vieux-Port.

Vieux-Port de Marseille zwischen Markt, Wasser und Spiegeldecke

Die Kais des Vieux-Port wurden zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert ausgebaut. Im 19. Jahrhundert lag hier das Zentrum der maritimen Wirtschaft von Marseille. Größere Hafenanlagen an der Küste übernahmen später den schweren Warenverkehr, während das alte Becken seine Verbindung zu kleineren Booten, Fischerei und öffentlichem Uferraum behielt.

Am Quai des Belges liegt der Fischmarkt des Vieux-Port. Die Verkaufsstände knüpfen an die maritime Nutzung des Beckens an und machen den Übergang zwischen Hafenarbeit und Stadtleben sichtbar. Fischfang, Boote, Kais und Plätze gehören dort zu einem gemeinsamen Stadtbild.

Am westlichen Ende der Canebière steht die Ombrière von Norman Foster und Michel Desvigne. Die Konstruktion misst 22 mal 48 Meter und liegt sechs Meter über dem Boden. Ihre polierte Metallfläche bildet eine spiegelnde Decke über dem Quai de la Fraternité. Die Ombrière von Norman Foster wurde im März 2013 eingeweiht.

Unter der flachen Decke erscheinen Himmel, Wasser, Fassaden und Passanten als Teile einer bewegten Spiegelung. Der Vieux-Port zeigt dadurch zwei sehr unterschiedliche Oberflächen: massive Mauern an den Hafentoren und eine dünne, glänzende Konstruktion an der Canebière.

Vieux-Port de Marseille besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Der Vieux-Port liegt im Zentrum von Marseille am Ende der Canebière. Die Metrostation Vieux-Port/Hôtel de Ville liegt unmittelbar am Hafenbecken.
  • Das Gelände folgt langen Kais am Wasser. Der Zugang zu Fort Saint-Jean führt über Wege, Rampen und historische Befestigungsanlagen; die Uferpromenade selbst liegt auf städtischem Platzniveau.
  • Fort Saint-Jean liegt im 2. Arrondissement an der Promenade Louis Brauquier. Von dort führt eine Fußbrücke zum MuCEM.
  • Die Ombrière befindet sich am Quai de la Fraternité, am westlichen Ende der Canebière. Ihre Unterseite liegt sechs Meter über dem Boden.
  • Amtssprache ist Französisch, gezahlt wird in Euro.
  • Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

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Vieux-Port de Marseille: häufige Fragen

Wo liegt der Vieux-Port de Marseille?

Der Vieux-Port liegt im Zentrum von Marseille an der Mittelmeerküste. Er erstreckt sich am Ende der Canebière zwischen Fort Saint-Jean und Fort Saint-Nicolas.

Was bietet ein Besuch am Vieux-Port?

Zu sehen sind die Hafenkais, Boote, der Fischmarkt, die beiden Forts und die Ombrière von Norman Foster. Das MuCEM liegt direkt neben Fort Saint-Jean.

Was kennzeichnet den Vieux-Port?

Der Hafen verbindet die griechische Gründung von Massalia um 600 v. Chr. mit der städtischen Gegenwart von Marseille. Historische Mauern und eine spiegelnde Metalldecke prägen seine sichtbare Gestalt.

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