Wudang-Gebirge, Reise

Wudang-Gebirge: Chinas mystische Berge über Shiyan neu entdecken

20.05.2026 - 14:31:18 | ad-hoc-news.de

Das Wudang-Gebirge bei Shiyan in China, der heilige Wudang Shan der Daoisten, verbindet Nebelwälder, Tempel und Taiji-Tradition – was macht diesen Ort so einzigartig für Reisende aus Deutschland?

Wudang-Gebirge, Reise, China
Wudang-Gebirge, Reise, China

Frühmorgens, wenn sich der Nebel an den Hängen des Wudang-Gebirges fängt und die Dächer der alten Tempel wie Inseln in einem weißen Meer schweben, wirkt der Wudang Shan (wörtlich etwa „Berg, der den Krieg stoppt“) fast außerhalb der Zeit. Glocken hallen über die Wälder, Mönche üben langsam Taiji, und über allem liegt der Geruch von Räucherwerk. Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland ist dieser heilige Gebirgszug im Hinterland von Shiyan in Zentralchina eine der dichtesten Begegnungen mit chinesischer Spiritualität, Landschaft und Architektur zugleich.

Wudang-Gebirge: Das ikonische Wahrzeichen von Shiyan

Das Wudang-Gebirge liegt in der Provinz Hubei im Zentrum Chinas, westlich der Industriestadt Shiyan. Bekannt ist der Wudang Shan vor allem als einer der wichtigsten daoistischen Berge des Landes. Zwischen schroffen Felsen, immergrünen Wäldern und steilen Treppen gruppieren sich Dutzende Klöster, Tempel, Paläste und Zeremonialbauten, die sich über einen Höhenzug verteilen.

Die UNESCO führt die „Ancient Building Complex in the Wudang Mountains“ seit den 1990er-Jahren als Weltkulturerbe und hebt besonders die Harmonie zwischen Architektur, Landschaft und daoistischer Weltanschauung hervor. Deutsche Reiseführer wie der „Marco Polo China“ oder das „Baedeker“-Handbuch beschreiben die Region als einen der authentischsten Orte, an denen sich traditionelle chinesische Religion abseits der Metropolen erleben lässt. Anders als bei stark touristisch geprägten Stadt-Tempeln erleben Besucher hier eine geschlossene Kulturlandschaft, die bis heute aktiv genutzt wird.

Für Reisende aus Deutschland ist das Wudang-Gebirge damit weit mehr als ein „Ausflug ins Grüne“. Die abgelegene Lage, die kunstvoll restaurierten Tempel und die lebendige Taiji- und Kung?Fu?Tradition machen die Anreise zu einem Ziel, das sich oft wie eine Zeitreise anfühlt. Zugleich ist Shiyan über das chinesische Hochgeschwindigkeitsnetz gut angebunden, sodass sich der Besuch relativ komfortabel mit einer Rundreise durch Zentral- oder Südwestchina verbinden lässt.

Geschichte und Bedeutung von Wudang Shan

Die Geschichte des Wudang-Gebirges reicht viele Jahrhunderte zurück. Nach Angaben der UNESCO und chinesischer Kulturbehörden existierten hier bereits in der Tang-Zeit (7.–10. Jahrhundert) kleinere religiöse Stätten. Den entscheidenden Aufschwung erlebte Wudang Shan jedoch in der Ming-Dynastie, insbesondere unter Kaiser Yongle (herrschte 1402–1424). Dieser machte den Berg zu einem zentralen daoistischen Kultort des Kaiserreichs.

Laut UNESCO ließ Yongle einen groß angelegten Tempel- und Palastkomplex errichten, um den daoistischen Himmelsgott Xuanwu (auch Zhenwu genannt) zu ehren, der als Schutzgott des Nordens verehrt wird. Zwischen dem späten 14. und frühen 17. Jahrhundert entstand so ein dichtes Netz von Bauwerken: Paläste, Klöster, Opfertempel, Pavillons und Brücken, die sich an der Topografie des Gebirges orientieren. Kulturhistoriker betonen, dass Wudang Shan damit zu einem „kaiserlichen Pilgerberg“ wurde – vergleichbar mit der Rolle, die der Mont Saint-Michel für die französische Monarchie spielte, nur in einem noch viel größeren, landschaftlich integrierten Maßstab.

Die religiöse Bedeutung des Wudang-Gebirges liegt in seiner Verbindung zum Daoismus, einer Philosophie und Religion, die Harmonie mit der Natur, das Prinzip von Yin und Yang und den Weg des „Nicht-Handelns“ (Wu wei) betont. In der chinesischen Kultur gilt Wudang Shan als einer der vier heiligen Berge des Daoismus. Anders als etwa der buddhistisch geprägte Emei Shan in Sichuan steht hier die daoistische Alchemie und Meditationspraxis im Vordergrund.

Im 20. Jahrhundert litt der Wudang Shan wie viele religiöse Stätten in China unter politischen Umbrüchen und Zerstörungen, unter anderem während der Kulturrevolution. Seit den 1980er-Jahren laufen jedoch umfassende Restaurierungen. Die UNESCO und chinesische Denkmalbehörden verweisen darauf, dass viele Gebäude aufwendig instandgesetzt wurden, um die historische Bausubstanz zu sichern. Heute ist Wudang Shan wieder ein lebendiger Pilgerort, an dem Mönche und Laienrituale stattfinden und gleichzeitig eine wachsende Zahl in- und ausländischer Besucher anreist.

International bekannt wurde das Gebirge auch durch die Kampfkunsttradition, die ihm zugeschrieben wird. Wudang ist neben Shaolin eines der Zentren der chinesischen inneren Kampfkünste. Stile wie Taijiquan (Taiji), Baguazhang oder Xingyiquan werden mit dem Gebirge in Verbindung gebracht, auch wenn Historiker darauf hinweisen, dass Legende und belegte Geschichte hier eng ineinandergreifen. Medienberichte – etwa von BBC-Reiseformaten und der Deutschen Welle – beschreiben, wie moderne Kampfkunstschulen an den Hängen des Gebirges Trainingsprogramme für Chinesen und internationale Schüler anbieten.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Das architektonische Ensemble des Wudang-Gebirges ist einer der Hauptgründe für den UNESCO-Welterbestatus. Laut den Informationen des Weltkulturerbe-Komitees umfasst der Komplex mehr als 50 größere historische Bauwerke und zahlreiche Nebenstrukturen. Sie verteilen sich auf einer Reihe von Gipfeln, Graten und Tälern, wobei sich die bedeutendsten Stätten in einem Höhenbereich von etwa 600 bis 1.600 m befinden. Die Gebäude sind ein eindrucksvolles Beispiel für die Architektur der Ming-Zeit und für die daoistische Landschaftsgestaltung.

Zu den bekanntesten Bauwerken gehören der „Purpurwolken-Tempel“ (Zixiao Gong), der „Nanhai-Tempel“ sowie die Anlage des „Goldenen Gipfels“ (Jinding) auf dem höchsten Punkt des Gebirges. Der Goldene Gipfel ist mit bronzenen und vergoldeten Bauteilen verkleidet, die in der Sonne intensiv leuchten. Reiseführer wie „GEO Special China“ beschreiben, wie sich von hier aus ein 360?Grad-Panorama über die umliegenden Bergketten eröffnet. An klaren Tagen reichen die Blicke weit in die Provinz Hubei, bei typischem Nebel entstehen stimmungsvolle Übergänge zwischen Himmel, Wolken und Fels.

Die Baukunst folgt einer streng axialen, symbolisch aufgeladenen Ordnung. Achsen, Tore, Brücken und Treppen sind so gesetzt, dass sie kosmologische Prinzipien abbilden: die Verbindung zwischen Himmel und Erde, die Ausrichtung auf bestimmte Himmelsrichtungen und Sterne. Architekturhistoriker, etwa in Fachbeiträgen der chinesischen Denkmalverwaltung und in Analysen, die von ICOMOS (dem International Council on Monuments and Sites) zitiert werden, betonen, dass Wudang Shan ein seltenes Beispiel für einen nahezu vollständig erhaltenen kaiserlichen Daoistenkomplex darstellt.

Ein besonderes Merkmal ist die enge Verzahnung von Bauwerken und Landschaft. Tempel schmiegen sich an Felsvorsprünge, Mauern folgen der natürlichen Linienführung der Berghänge, und Wälder werden bewusst in die Gesamtkomposition einbezogen. Anders als bei vielen europäischen Sakralbauten, die sich als dominant hervortretendes Bauwerk über die Umgebung erheben, ist Wudang Shan darauf angelegt, den Eindruck eines organisch gewachsenen „Himmelsgartens“ zu erzeugen. Diese Strategie erinnert eher an japanische Tempellandschaften in Kyoto als an klassische Kathedralenstädte wie Köln oder Chartres.

Auch künstlerisch hat Wudang Shan viel zu bieten: In vielen Hallen finden sich Statuen daoistischer Gottheiten, Wandmalereien mit kosmologischen Szenen und aufwendig geschnitzte Holzportale. Einige der bedeutendsten Kunstwerke, darunter Bronzestatuen aus der Ming-Zeit, gelten als nationale Kulturschätze Chinas und werden in der offiziellen Beschreibung der chinesischen Kulturbehörde hervorgehoben. Europäische Beobachter, unter anderem in Berichten der „Neuen Zürcher Zeitung“ und von National Geographic Deutschland, verweisen darauf, dass Besucher immer wieder von der farblichen Intensität der roten Mauern, blauen Dachziegel und goldenen Detailarbeiten überrascht sind.

Zur besonderen Atmosphäre trägt auch die Alltagsnutzung bei. In vielen Tempeln werden nach wie vor Räucherstäbchen entzündet, Gebetsfahnen aufgehängt und daoistische Zeremonien abgehalten. Dazu kommt das Training der Kampfkunstschüler, deren synchron ausgeführte Bewegungen im Morgenlicht eine starke visuelle Wirkung haben. Für Foto- und Videoproduktionen ist der Wudang Shan daher ein beliebter Schauplatz, wie internationale Film- und Serienproduktionen zeigen, die das Gebirge als Kulisse für historische Stoffe und Martial-Arts-Geschichten nutzen.

Wudang-Gebirge besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Das Wudang-Gebirge liegt im Nordwesten der zentralchinesischen Provinz Hubei, nahe der Stadt Shiyan. Aus Deutschland erfolgt die Anreise in der Regel über einen internationalen Hub wie Peking, Shanghai, Guangzhou oder Chengdu mit anschließendem Inlandsflug oder Schnellzug nach Shiyan bzw. Wudangshan. Typische Gesamtflugdauern von Frankfurt, München oder Berlin zu chinesischen Drehkreuzen liegen bei etwa 10–12 Stunden; hinzu kommen Inlandsreisezeiten von mehreren Stunden. Von Shiyan oder dem Bahnhof Wudangshan fahren Busse, Taxis und organisierte Shuttle-Dienste zur Bergregion. Für die letzte Strecke ins eigentliche Kerngebiet verkehren nach Angaben lokaler Tourismusbehörden offizielle Shuttlebusse, da Privatfahrzeuge im Kernbereich eingeschränkt sind.
  • Öffnungszeiten
    Die wichtigsten Besucherzonen des Wudang-Gebirges sind üblicherweise tagsüber geöffnet, häufig ab den frühen Morgenstunden bis in den späten Nachmittag oder frühen Abend. Da konkrete Zeiten je nach Saison, Witterung und einzelnen Tempelanlagen variieren können, sollte man sich unmittelbar vor der Reise auf der offiziellen Informationsseite der Verwaltungsbehörde des Wudang-Gebirges oder über zuverlässige Reiseveranstalter informieren. Öffnungszeiten können sich zudem kurzfristig ändern – etwa bei groß angelegten Zeremonien, Wartungsarbeiten oder witterungsbedingten Sperrungen.
  • Eintritt und Gebühren
    Für den Eintritt in das zentrale Schutzgebiet des Wudang-Gebirges wird in der Regel eine kombinierte Eintritts- und Transportgebühr erhoben. Diese umfasst meist den Zugang zu den wichtigsten Tempelanlagen und die Nutzung der offiziellen Shuttlebusse innerhalb des Gebietes. Da Preise in chinesischen Yuan festgelegt werden und Wechselkurse schwanken, empfiehlt es sich, aktuelle Angaben direkt bei der offiziellen Wudang-Verwaltung oder bei seriösen Reiseveranstaltern zu prüfen. Grob orientierend sollten Reisende ein Budget im mittleren zweistelligen Eurobereich pro Tag für Eintritte und interne Transporte einkalkulieren, wobei zusätzliche Gebühren für einzelne Tempel oder Seilbahnen hinzukommen können.
  • Beste Reisezeit
    Für Besucher aus Deutschland gelten der Frühling (etwa April bis Juni) und der Herbst (September bis November) als besonders empfehlenswert. In diesen Monaten sind die Temperaturen meist moderat, die Luft klar und die Sicht auf die Berglandschaften häufig gut. Im Sommer kann es im Umland sehr heiß und feucht werden, allerdings sorgt die Höhe im Gebirge oft für etwas kühlere Bedingungen; zugleich ist dies eine beliebte Reisezeit in China, wodurch die Besucherzahlen steigen. Der Winter kann kalt sein, mit frostigen Temperaturen auf den Gipfeln und möglichem Schneefall – dann wirkt Wudang Shan zwar atmosphärisch, Wege können aber rutschig sein. Deutsche Reisemagazine wie das ADAC-Reisemagazin empfehlen, nach Möglichkeit Wochentage und Randzeiten zu wählen, um den größten Andrang chinesischer Reisegruppen zu umgehen.
  • Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Kleidung, Fotografieren
    In Shiyan und im Umfeld des Wudang-Gebirges ist Hochchinesisch (Mandarin) die dominierende Sprache. Englischkenntnisse sind in größeren Hotels, an touristischen Informationspunkten und in einigen Kampfkunstschulen durchaus zu finden, im ländlichen Umfeld jedoch weniger verbreitet. Deutsch wird gewöhnlich nicht gesprochen. Eine Übersetzungs-App oder ein vorbereiteter Zettel mit chinesischen Schriftzeichen für Ziele und Bedürfnisse kann hilfreich sein.
    Zahlungen werden in China zunehmend digital abgewickelt, vor allem über Apps wie Alipay und WeChat Pay. In internationalen Hotels und bei einigen größeren Anbietern werden internationale Kreditkarten (Visa, Mastercard) eher akzeptiert als klassische deutsche Girocards. Bargeld in der Landeswährung Renminbi (Yuan) bleibt jedoch sinnvoll, vor allem für kleinere Restaurants, Marktstände oder Spenden in Tempeln. Deutsche Besucher sollten sich bei ihrer Hausbank und ihrem Kreditkartenanbieter über Gebühren und Einsatzmöglichkeiten informieren.
    Trinkgeld ist in der chinesischen Alltagskultur weniger etabliert als in Deutschland; in einfachen Restaurants wird nicht zwingend Trinkgeld erwartet. In touristisch geprägten Hotels oder bei privaten Reiseleitern hat sich ein moderates Trinkgeld aber durchaus etabliert und wird geschätzt, ähnlich wie in vielen anderen Ländern Asiens.
    Hinsichtlich Kleidung sollte auf bequeme, wetterangepasste und respektvolle Outfits geachtet werden. Leichte, atmungsaktive Kleidung, eine dünne Regenjacke und festes Schuhwerk mit Profil sind für die vielen Treppen und Wege im Gebirge wichtig. In den Tempeln sollten Schultern und Knie möglichst bedeckt sein, und man verhält sich ruhig und respektvoll. Fotografieren ist in den Außenbereichen üblicherweise erlaubt, in Innenräumen mit Altären oder heiligen Objekten kann es Einschränkungen geben. Hinweise vor Ort sind zu beachten; im Zweifel sollte man die Tempelbetreuung um Erlaubnis fragen.
  • Einreisebestimmungen und Gesundheit
    Für die Einreise nach China gelten für deutsche Staatsbürger Visumspflichten und weitere Einreisevorschriften, die sich ändern können. Die Redaktion empfiehlt, vor Reiseantritt die jeweils aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de zu prüfen und bei Bedarf die chinesische Botschaft oder ein Konsulat zu kontaktieren. Für Reisen nach China ist zudem der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung sinnvoll, da die deutsche gesetzliche Krankenversicherung dort nicht automatisch greift. Allgemeine Impfempfehlungen und gesundheitliche Hinweise sollten mit dem Hausarzt oder einem Tropeninstitut besprochen werden.
  • Zeitzone und Jetlag
    Das Wudang-Gebirge liegt wie ganz China in einer einheitlichen Zeitzone, die der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) um mehrere Stunden voraus ist. Während der mitteleuropäischen Winterzeit beträgt der Zeitunterschied in der Regel +7 Stunden, während der Sommerzeit entsprechend +6 Stunden. Lange Flüge und der deutliche Zeitversatz können zu Jetlag führen. Viele Reisende aus Deutschland planen deshalb nach Ankunft in China einen ruhigeren Tag ein, bevor sie anspruchsvollere Bergtouren oder lange Treppenwege im Wudang-Gebirge angehen.

Warum Wudang Shan auf jede Shiyan-Reise gehört

Wer in die Region Shiyan reist, bekommt im Wudang-Gebirge eine seltene Kombination aus Naturerlebnis, Religionsgeschichte und Gegenwartskultur. Die dichten Wälder, markanten Felsen und dramatisch gelegenen Tempel bieten Panoramen, die sich tief einprägen. Gerade für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland, die oft zuerst die großen Metropolen wie Peking, Shanghai oder Hongkong kennenlernen, eröffnet Wudang Shan einen Blick auf das ländlichere, spirituell geprägte China.

Ein typischer Besuch kann so aussehen: Mit dem Shuttlebus geht es vom Tal aus hinauf in die Bergwelt. An den Stationen beginnen Wanderwege, die sich über steile Stufen zu Tempeln und Aussichtsplattformen hinaufziehen. Dazwischen bieten Teehäuser und einfache Garküchen Erfrischungen an. Wer früh startet, erlebt unterwegs, wie der Nebel sich langsam hebt und die roten Mauern der Tempel aus dem Weiß herauswachsen. Am Goldenen Gipfel oder an einem der anderen Aussichtspunkte lassen sich Sonnenaufgang oder -untergang beobachten, oft begleitet von dem Klang von Holzklappern und leiser Musik aus den Tempeln.

Viele Reiseberichte in deutschsprachigen Medien betonen, dass ein Besuch des Wudang-Gebirges am stärksten wirkt, wenn man sich Zeit lässt: ein bis zwei volle Tage für die wichtigsten Tempel und Routen, plus einen zusätzlichen Tag, wenn man eine Kampfkunstschule besuchen oder an einer Taiji-Stunde teilnehmen möchte. Einige Schulen bieten kurze Schnupperangebote für Reisende an, andere sind auf längere Aufenthalte von mehreren Wochen bis Monaten ausgerichtet. Wer selbst nicht trainieren möchte, kann den Schülern bei ihren fließenden Bewegungsabfolgen zusehen – ein Bild, das man aus Martial-Arts-Filmen kennt, hier aber in der realen Umgebung erlebt.

Auch kulturell lässt sich der Besuch vertiefen. In der Stadt Wudangshan und in Shiyan findet man kleinere Museen, Märkte und Restaurants, die regionale Küche servieren. Gerichte mit lokalem Gemüse, Tofu, Nudeln und verschiedenen Fleischsorten, teils scharf gewürzt im Stil der zentralchinesischen Küche, geben Einblicke in den Alltag abseits der internationalen Touristenzentren. Wer sich für Religion und Philosophie interessiert, kann vorab oder unterwegs daoistische Texte in deutscher Übersetzung lesen – etwa Auszüge aus dem „Daodejing“ von Laozi –, um die symbolische Bedeutung vieler Bildmotive besser zu verstehen.

Im Vergleich zu bekannten europäischen Pilgerzielen wie dem Jakobsweg oder Klöstern im Alpenraum ist Wudang Shan stärker in eine nichtchristliche, chinesische Vorstellungswelt eingebettet. Gerade das macht den Besuch für viele deutschsprachige Reisende so anregend: Man bewegt sich nicht nur in einer spektakulären Berglandschaft, sondern lernt zugleich eine andere Art, Welt, Körper und Kosmos zu denken, kennen. UNESCO und Reiseexperten betonen, dass das Wudang-Gebirge als lebendiges Kulturerbe gesehen werden sollte – nicht als „Museum unter freiem Himmel“, sondern als Ort, an dem sich Tradition weiterentwickelt.

Wudang-Gebirge in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In sozialen Netzwerken taucht Wudang Shan regelmäßig als Kulisse für spektakuläre Drohnenaufnahmen, Zeitraffer von Taiji-Übungen im Nebel und Reisevlogs auf. Für viele Nutzerinnen und Nutzer wird das Gebirge so zum Sinnbild eines „mystischen China“, das sich deutlich von urbanen Skylines unterscheidet. Gleichzeitig zeigen Kurzvideos und Fotoserien, wie präsent moderne Elemente – etwa Seilbahnen, Besucherzentren und Smartphones – in dieser alten Kulturlandschaft heute sind.

Häufige Fragen zu Wudang-Gebirge

Wo liegt das Wudang-Gebirge genau?

Das Wudang-Gebirge liegt in Zentralchina in der Provinz Hubei, in der Nähe der Stadt Shiyan. Der wichtigste Zugang für Besucher ist das Verwaltungsgebiet Wudangshan, etwa eine halbe Stunde bis Stunde Fahrzeit von Shiyan entfernt, abhängig von Verkehrsaufkommen und Transportmittel. Von dort führen Straßen, Shuttlebusse und Seilbahnen in verschiedene Bereiche des Gebirges und zu den wichtigsten Tempelanlagen.

Warum ist Wudang Shan für den Daoismus so bedeutend?

Wudang Shan gilt als einer der heiligen Berge des Daoismus und ist insbesondere dem Gott Xuanwu (Zhenwu), einem Himmels- und Kriegsgott, geweiht. Unter der Ming-Dynastie, vor allem unter Kaiser Yongle, wurden hier groß angelegte Tempel- und Palastanlagen errichtet, um diesen Kult zu fördern. UNESCO und Fachhistoriker sehen im Wudang-Komplex eine herausragende Manifestation daoistischer Kosmologie in Architektur und Landschaft. Zugleich ist der Berg bis heute ein lebendiger Pilger- und Ritualort.

Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch des Wudang-Gebirges einplanen?

Für einen ersten Überblick über die wichtigsten Tempel und Aussichtspunkte im Wudang-Gebirge empfehlen viele Reisefachleute mindestens einen vollen Tag vor Ort. Wer mehrere Wanderrouten kombinieren, Seilbahnen nutzen oder Taiji-/Kung?Fu-Schulen besuchen möchte, plant besser zwei bis drei Tage ein. Hinzu kommen Reisezeiten für An- und Abreise nach Shiyan. Gerade für Besuchende aus Deutschland lohnt es sich, den Aufenthalt nicht zu knapp zu planen, um Jetlag und wetterbedingte Einschränkungen zu berücksichtigen.

Kann man im Wudang-Gebirge Taiji oder Kung?Fu lernen?

Ja, im Umfeld des Wudang-Gebirges haben sich verschiedene Kampfkunstschulen etabliert, die Stile wie Taijiquan, Baguazhang oder andere innere Kampfkünste unterrichten. Einige Schulen bieten kurze Einsteigerkurse oder Schnupperstunden für Reisende an, andere sind auf längere Trainingsaufenthalte ausgelegt. Seriosität und Programme können variieren, daher empfiehlt sich vorab eine sorgfältige Recherche über etablierte Anbieter und Erfahrungsberichte seriöser Quellen.

Wann ist die beste Reisezeit für das Wudang-Gebirge aus deutscher Sicht?

Für Reisende aus Deutschland sind Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis November) besonders attraktiv, weil Temperaturen und Sichtverhältnisse meist angenehm sind. Im Sommer ist es im Umland sehr warm und oft schwül, zugleich aber eine beliebte Reisezeit in China mit entsprechend höherem Besucheraufkommen. Der Winter kann stimmungsvoll sein und Schneelandschaften bieten, bringt aber Kälte und glatte Wege mit sich. Die konkrete Wahl der Reisezeit hängt von persönlichen Vorlieben für Wetter, Wanderbedingungen und Besucherandrang ab.

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