Montabaur, Beschäftigte

1&1 in Montabaur: 700 Beschäftigte sollen ab 2027 nicht mehr mobil arbeiten

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 00:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Uneinigkeit bei der Arbeitszeiterfassung steht hinter dem geplanten Wegfall mobiler Arbeit in Montabaur ab Januar 2027.
Leere, moderne Büroarbeitsplätze in einem Firmengebäude in Montabaur bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Beim Telekommunikationsanbieter 1&1 Telecommunication SE verschärft sich die Auseinandersetzung zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretung.

Wie aus einem Bericht der Plattform arbeitsunrecht.de vom 22. Oktober 2026 hervorgeht, kündigte Personalleiterin Anette Kreitel-Suciu am 25. September 2026 in einem internen Blogeintrag an, dass rund 700 Beschäftigte am rheinland-pfälzischen Standort Montabaur ab dem 1. Januar 2027 nicht mehr mobil arbeiten dürfen.

Streit über Arbeitszeiterfassung als Begründung

Das Unternehmen begründet die geplante Streichung der mobilen Arbeit damit, dass bislang keine Einigung mit der Arbeitnehmervertretung über das Thema Arbeitszeiterfassung erzielt werden konnte. Der Betriebsrat in Montabaur verhandelt bereits seit zweieinhalb Jahren über entsprechende Regelungen zur Erfassung der Arbeitszeit.

Besondere Brisanz erhält die Maßnahme durch die unterschiedliche Handhabung an den verschiedenen Standorten des Konzerns: Montabaur ist der einzige Standort der 1&1 Telecommunication SE, an dem ein Betriebsrat existiert. An den beiden Standorten Karlsruhe und Zweibrücken, an denen es keine betriebliche Mitarbeitervertretung gibt, soll mobiles Arbeiten nach den Unternehmensplänen auch weiterhin möglich bleiben.

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Verdi wirft Konzern Erpressung vor

Die Gewerkschaft Verdi reagierte mit scharfer Kritik auf die Ankündigung der Personalleitung. Verdi-Sekretär Holger Meuler erklärte, das Vorgehen des Unternehmens störe den Betriebsfrieden massiv und komme einer Erpressung gleich. Am Dienstag forderte die Gewerkschaft zudem die Einhaltung der arbeitsvertraglichen Zusagen, die gegenüber den Beschäftigten bestehen.

Die Konfrontation reiht sich in eine längere Geschichte von Differenzen zwischen der Unternehmensleitung und der Belegschaftsvertretung ein. Der erste Betriebsrat am Standort Montabaur war erst im Jahr 2023 gewählt worden.

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Die Wahl fand seinerzeit gegen den Widerstand des Managements statt; das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz musste damals eingeschaltet werden, um den Wahlvorstand gerichtlich einzusetzen. Die nun angekündigte Rücknahme der mobilen Arbeitsmöglichkeiten markiert eine weitere Eskalation im anhaltenden Tarif- und Betriebskonflikt am Unternehmenssitz.

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