1&1-Standort ZweibrĂŒcken: 60 Jobs mit 3.000-Euro-PrĂ€mie
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 17:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Telekommunikationsanbieter 1&1 baut am Standort ZweibrĂŒcken 60 ArbeitsplĂ€tze ab. Das Unternehmen setzt auf ein Freiwilligenprogramm, um betriebsbedingte KĂŒndigungen zu vermeiden.
PrĂ€mie fĂŒr schnelle Entscheidungen
Die Unternehmensleitung hat ein Programm fĂŒr einvernehmliche Vertragsauflösungen aufgelegt. Neben regulĂ€ren Abfindungszahlungen winkt eine Extra-PrĂ€mie: Wer sich kurzfristig fĂŒr das Ausscheiden entscheidet, erhĂ€lt zusĂ€tzlich 3.000 Euro.
OberbĂŒrgermeister Marold Wosnitza bestĂ€tigte die PlĂ€ne. Eine SchlieĂung des gesamten Standorts sei aber nicht geplant, stellte er klar.
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Kundenschwund, aber mehr Umsatz
Die MaĂnahmen fallen mit der Vorlage der Halbjahreszahlen zusammen. Die United-Internet-Tochter verlor 140.000 KundenvertrĂ€ge â insgesamt sind es noch 16,18 Millionen. Besonders hart trifft es das Mobilfunksegment mit einem Minus von 150.000 VertrĂ€gen. Im Breitbandbereich legte 1&1 dagegen um 10.000 auf 3,85 Millionen VertrĂ€ge zu.
Finanziell lĂ€uft es trotzdem besser: Der Umsatz stieg um 1,6 Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro. Das EBITDA wuchs um 5,1 Prozent auf 382,7 Millionen Euro, das Betriebsergebnis sogar um 61,1 Prozent auf 111,3 Millionen Euro. Die Prognose fĂŒr das Gesamtjahr bleibt bestĂ€tigt.
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Juristischer RĂŒckschlag
Die Muttergesellschaft United Internet legte ebenfalls zu: Der Konzernumsatz stieg um 3,3 Prozent auf 3,091 Milliarden Euro. WĂ€hrend Tochter Ionos ein Umsatzwachstum von rund 8 Prozent erwartet, bleibt das Marktumfeld fĂŒr 1&1 herausfordernd.
Dazu kommt ein Urteil gegen den Anbieter: Das Oberlandesgericht Koblenz erklĂ€rte Ende Juli eine Klausel in den âUnlimitedâ-Tarifen fĂŒr unwirksam. Die Richter untersagten die Drosselung der DatenĂŒbertragungsrate. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale NRW â das Urteil ist rechtskrĂ€ftig.
Der Stellenabbau reiht sich ein in eine breitere Entwicklung: Erst Anfang August kĂŒndigte der Sensorenhersteller SICK in SĂŒdbaden den Abbau von 450 Stellen an.
