50 Jahre OTWorld: Du machst den Unterschied
19.05.2026 - 18:10:00 | presseportal.deBewegung, StabilitĂ€t, Schmerzreduktion, Rehabilitation: Moderne technische Versorgung entscheidet fĂŒr viele Menschen darĂŒber, wie sie Alltag, Beruf, Sport und SelbststĂ€ndigkeit gestalten können. Auf der OTWorld 2026 (19. bis 22. Mai) in Leipzig wird diese Versorgung vom Menschen her gedacht - von seinen Zielen, seiner Bewegung, seinem Alltag.
Heute ist die OTWorld 2026 in Leipzig unter dem Motto "Du machst den Unterschied" eröffnet worden. Zum 50-jĂ€hrigen JubilĂ€um der Weltleitveranstaltung wurde deutlich, was diese Branche im Innersten antreibt: Der Mensch gibt den Ton an - die Technik folgt. Sein Bedarf ist Takt, Rhythmus und Melodie. Ihm zu folgen, ist die Kunst der Ingenieure, Techniker, Therapeuten und Ărzte.
Seit fĂŒnf Jahrzehnten bringt die OTWorld Menschen zusammen, die diese Kunst beherrschen und weiterentwickeln: Fachleute aus Handwerk, Medizin, Therapie, Wissenschaft und Industrie. Sie alle arbeiten daran, technische Lösungen so individuell zu gestalten, dass daraus Bewegung, Selbstbestimmung, Alltag und neue Perspektiven entstehen.
Bis zum 22. Mai kommen Fachleute aus mehr als 90 LĂ€ndern in Leipzig zusammen. Insgesamt 623 Aussteller aus 41 LĂ€ndern prĂ€sentieren Innovationen aus OrthopĂ€die-Technik, OrthopĂ€dieschuhtechnik, Reha-Technik, Kompressionstherapie und digitaler Fertigung. Parallel dazu bietet der Weltkongress rund 200 Stunden wissenschaftliches Programm mit mehr als 300 Referenten aus ĂŒber 30 LĂ€ndern.
50 Jahre - 50 Stimmen. Drei auf der BĂŒhne.
Die internationale JubilĂ€umskampagne "50 Jahre - 50 Stimmen / 50 Years - 50 Voices" sammelt Stimmen aus aller Welt. Die Eröffnung gab einigen von ihnen eine BĂŒhne. Nicht, um Technik zu feiern. Sondern um zu zeigen, was entsteht, wenn Technik dem Menschen folgt.
Im GesprĂ€ch mit Moderator Tan Ăaglar wurden Lara Wilkin und Hari Budha Magar zu Stimmen dieser Idee: Der Mensch gibt den Ton an. Seine Ziele, seine Bewegung, seine KreativitĂ€t und sein Weg bestimmen, was gute Versorgung leisten muss.
Lara Wilkin steht fĂŒr KreativitĂ€t, die ihren eigenen Weg findet. Nach der Amputation ihres linken Unterarms machte sie ihre persönliche Erfahrung zum Ausgangspunkt fĂŒr Forschung, AufklĂ€rung und internationale Vernetzung. Heute promoviert sie zur Versorgung der oberen ExtremitĂ€ten, grĂŒndete die Arm Prosthesis Community und bringt die Nutzerperspektive in Fachdebatten ein. Zur Eröffnung zeigte sie eine Zeichnung zur JubilĂ€umsveranstaltung, die mit ihrer Prothesenhand entstanden ist. Ein leises, starkes Bild dafĂŒr, dass Ausdruck nicht bei der Technik beginnt, sondern beim Menschen.
Der TrĂ€ger des Most Excellent Order of the British Empire Hari Budha Magar steht fĂŒr Ziele, die gröĂer sind als jede Grenze. Nach einer beidseitigen Oberschenkelamputation erklomm der nepalesisch-britische Bergsteiger die höchsten Gipfel aller sieben Kontinente - darunter den Mount Everest und zuletzt den Mount Vinson in der Antarktis. Seine Geschichte zeigt, was möglich wird, wenn Mut, Wissen, Vertrauen und individuell angepasste Technik Schritt fĂŒr Schritt zusammenfinden.
Auch Tan Ăaglar brachte seine eigene Stimme ein: als Moderator, Comedian und Schauspieler, als ehemaliger Rollstuhlbasketballer und als Mensch, der aus Bewegung neue Rollen gemacht hat. Seine Perspektive machte sichtbar, dass gute Versorgung nicht nur Wege erleichtert. Sie kann RĂ€ume öffnen, in denen Menschen sich neu erfinden.
Drei Stimmen, drei Wege, eine Botschaft: Du machst den Unterschied. Der Mensch gibt den Ton an. Die Technik folgt.
Auf der OTWorld wird Zukunft versorgbar
Seit 50 Jahren ist die OTWorld der Ort, an dem aus technischer Idee konkrete Versorgungspraxis wird. Hier wurden Entwicklungen frĂŒh sichtbar, die heute weltweit neue Möglichkeiten eröffnen. Myoelektrische Prothesen, Exoskelette oder Brain-Computer-Interfaces standen in Leipzig nicht als ferne Zukunftsvisionen im Raum, sondern wurden einer internationalen Fachöffentlichkeit erstmals vorgestellt, diskutiert, geprĂŒft und in die Versorgung gebracht.
Doch die StĂ€rke der OTWorld liegt nicht nur in den groĂen technologischen SprĂŒngen. Mindestens ebenso wichtig sind Impulse fĂŒr Versorgungen, die Millionen Menschen im Alltag betreffen: bei Volkskrankheiten wie Gonarthrose oder RĂŒckenschmerz, bei chronischen Beschwerden, nach Verletzungen oder in der Rehabilitation.
Die OTWorld zeigt seit Jahrzehnten, warum Bandagen, Orthesen und medizinische Kompression kein "Nice to have" sind. Sie können Bewegung ermöglichen, Schmerzen reduzieren, StabilitĂ€t geben, Heilungsprozesse unterstĂŒtzen und operative Eingriffe in bestimmten FĂ€llen vermeiden, hinauszögern oder sinnvoll ergĂ€nzen. Damit sind sie wichtige Bausteine moderner, leitlinienorientierter Versorgungspfade.
Gerade jetzt gewinnt dieser Blick an Bedeutung. Das Gesundheitswesen sucht nach Wegen, vermeidbare OP-Eingriffe zu senken, stationĂ€re Aufenthalte zu verkĂŒrzen und Menschen frĂŒher wieder in Alltag, Beruf und Bewegung zu bringen. DafĂŒr braucht es moderne Versorgungskonzepte, die Medizin, Technik und Therapie zusammendenken.
Auch die Frage der Folgekosten ist auf der OTWorld fest verortet. Denn passende Versorgung wirkt nicht nur im Moment. Sie entscheidet mit darĂŒber, ob Menschen mobil bleiben, selbststĂ€ndig handeln, arbeiten, trainieren, pflegen, betreuen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Wer Versorgung nur als Kostenposition betrachtet, ĂŒbersieht ihren wirtschaftlichen und sozialen Wert.
In Leipzig begegnen sich Medizin und Technik auf Augenhöhe. OrthopĂ€dietechniker, OrthopĂ€dieschuhtechniker, Ărzte, Therapeuten, Reha-Fachleute, Wissenschaftler, Industrie und SanitĂ€tshĂ€user entwickeln gemeinsam Konzepte, die in der Praxis tragen. Nicht die Technik gibt den Takt vor. Der Mensch tut es. Die Technik folgt.
"50 Jahre OTWorld stehen fĂŒr 50 Jahre Arbeit an der Versorgung von morgen", betonte Alf Reuter, PrĂ€sident des Bundesinnungsverbandes fĂŒr OrthopĂ€die-Technik (BIV-OT). "Hier wurden Entwicklungen sichtbar, die heute Menschen weltweit neue Möglichkeiten eröffnen. Und hier wird zugleich deutlich, dass moderne Versorgung nicht erst im Operationssaal beginnt. Sie beginnt dort, wo Fachleute gemeinsam nach dem besten Weg fĂŒr den einzelnen Menschen suchen - in der Werkstatt, in der Praxis, in der Klinik, in der Therapie und in der Forschung."
Reuter dankte allen, die diese Entwicklung ĂŒber fĂŒnf Jahrzehnte geprĂ€gt haben: "Die Fortschritte, die wir heute sehen, verdanken wir unzĂ€hligen Menschen weltweit. Ein besonderer Dank gilt den KongressprĂ€sidenten 2026, Dr. Doris Maier, Ărztliche Direktorin an der BG Unfallklinik Murnau, und Dipl. OTM Thomas MĂŒnch, Vorstandsmitglied des BIV-OT. Beide haben den Weltkongress in diesem JubilĂ€umsjahr fachlich geprĂ€gt und wichtige Impulse fĂŒr die Zukunft gesetzt."
Der BIV-OT ist fachlicher TrÀger der OTWorld. Die Veranstaltung begann 1976 als "O&R International" und entstand aus der Jahreshauptversammlung des Spitzenverbandes des Handwerks.
Martin Buhl-Wagner, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Leipziger Messe, hob die internationale Dimension hervor: "Was die OTWorld ausmacht, ist ihre weltweite Strahlkraft. Leipzig ist der Ort, an dem Fachleute aus aller Welt zusammenkommen, Wissen teilen und Fortschritt möglich machen. Unser Dank gilt den Partnern, Ausstellern und allen Beteiligten, die diese internationale Gemeinschaft seit vielen Jahren tragen." Die Leipziger Messe veranstaltet die internationale Fachmesse.
Fortschritt braucht Verantwortung
Mit dem JubilĂ€um richtet sich der Blick auch auf die Rahmenbedingungen moderner Versorgung. Denn wer ĂŒber 3D-Druck, KI und digitale Versorgung spricht, muss auch administrative Prozesse, Genehmigungswege und digitale Schnittstellen mitdenken. Eine Branche, die weltweit ĂŒber Exoskelette, neue Materialien und intelligente Versorgungskonzepte diskutiert, braucht im Alltag verlĂ€ssliche, effiziente und digital anschlussfĂ€hige Prozesse.
Die OTWorld zeigt seit 50 Jahren, wo Innovation entsteht: im internationalen Austausch von Medizin, Technik, Therapie, Handwerk, Wissenschaft und Industrie. Wer Impulse fĂŒr die Versorgung von morgen sucht, findet sie hier - nicht als Ideenwettbewerb auf dem Papier, sondern im direkten Dialog mit der Fachwelt aus aller Welt.
Dieser Dialog ist heute wichtiger denn je. Krisen, Katastrophen und Kriege reiĂen weltweit Menschen aus ihrem Alltag und stellen Versorgungssysteme vor enorme Aufgaben. Daraus erwĂ€chst Verantwortung: Wissen zu teilen, schnelle Hilfe möglich zu machen und gute Lösungen dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden.
Die OTWorld steht dafĂŒr, dass Fortschritt nicht an Grenzen endet. Leipzig ist in diesen Tagen ein Ort, an dem aus internationalem Wissen praktische Hilfe wird. Der Mensch gibt den Ton an. Technik, Verwaltung, LeistungsprĂŒfung und Prozesse mĂŒssen diesem Takt folgen.
Die Botschaft zum JubilÀum ist klar: 50 Jahre OTWorld zeigen, was möglich wird, wenn Menschen weltweit gemeinsam an besserer technischer Versorgung arbeiten. Der Mensch gibt den Ton an. Die Technik folgt.
Pressekontakt:
Kirsten Abel
Pressesprecherin des Bundesinnungsverband fĂŒr OrthopĂ€die-Technik
Reinoldistr. 7 -9, 44135 Dortmund
Telefon: 01715608125
E-Mail: kommunikation@biv-ot.org
Original-Content von: Bundesinnungsverband fĂŒr OrthopĂ€die-Technik ĂŒbermittelt durch news aktuell
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