Wirtschaftskrise

Ifo: Jedes zwölfte Unternehmen sieht eigenen Fortbestand gefÀhrdet

Veröffentlicht am: 11.05.2026 um 07:41 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

8,1 Prozent der Unternehmen in Deutschland sehen den eigenen Fortbestand gefÀhrdet.

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BĂŒros (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Das ergab die Konjunkturumfrage des MĂŒnchner Ifo-Instituts im April. "Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt", sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. "Die Insolvenzzahlen dĂŒrften vor dem Hintergrund der geopolitischen Unsicherheit in den kommenden Monaten auf einem hohen Niveau bleiben."

Besonders kritisch ist die Lage im Einzelhandel: 17,4 Prozent der Unternehmen sehen sich dort existenziell bedroht - ein neuer Höchststand. Die KaufzurĂŒckhaltung der Verbraucher ist das beherrschende Thema. ZusĂ€tzlich belasten der wachsende Online-Handel und Billiganbieter aus dem Ausland die GeschĂ€fte. Insgesamt fĂŒrchten 1,6 Prozent aller Handelsunternehmen (Groß- und Einzelhandel), dass sie ihr GeschĂ€ft aufgeben mĂŒssen.

BranchenĂŒbergreifend belasten drei Probleme die Unternehmen: fehlende AuftrĂ€ge und schwache Nachfrage, steigende Betriebs- und Energiekosten sowie eine zunehmend belastende BĂŒrokratie. Viele Betriebe berichten auch deshalb von zunehmenden LiquiditĂ€tsengpĂ€ssen, weil deren Kunden sparen oder insolvent werden. "Die Krise ĂŒbertrĂ€gt sich entlang der Lieferketten", so Wohlrabe. "Wenn Kunden wegbrechen oder AuftrĂ€ge stornieren, trifft das die Zulieferer und Dienstleister mit voller Wucht."

Bei den Dienstleistern sehen sich 7,6 Prozent der Unternehmen in ihrer Existenz bedroht. In den Bereichen Beherbergung und Gastronomie liegt der Wert bei fast zwanzig Prozent. Auch in der Werbung und Marktforschung ist der Anteil mit 14,3 Prozent ĂŒberdurchschnittlich hoch.

In der Industrie ist die Existenzbedrohung leicht auf 7,5 Prozent zurĂŒckgegangen. Dennoch bleibt der Druck erheblich: Hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie internationale Wettbewerbsnachteile gegenĂŒber asiatischen Anbietern belasten vor allem exportorientierte Branchen.

Im Bauhauptgewerbe stieg der Anteil leicht auf 7,3 Prozent. Der Auftragseinbruch im Wohnungsbau hĂ€lt an; lange Genehmigungsverfahren und die ZurĂŒckhaltung der Banken bei der Baufinanzierung belasten den Sektor.

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