A10-Tauernautobahn gesperrt: Schwerverkehr vor massiven Störungen
16.05.2026 - 07:24:14 | boerse-global.deÖsterreich sperrt ab Montag die Nordröhre der A10 – eine Havarie im Brentenberg-Tunnel zwingt zu drastischen Maßnahmen.
Ab dem 18. Mai um 13:00 Uhr ist die A10 in Richtung Salzburg zwischen dem Knoten Pongau und Pass Lueg für den gesamten Verkehr dicht. Bis Samstag, den 23. Mai, um 6:00 Uhr früh bleibt die Strecke komplett zu. Grund: Der Brentenberg-Tunnel muss nach einem schweren Lkw-Unfall mit Brand im Januar 2026 aufwendig saniert werden.
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Die Reparaturarbeiten sind umfangreich. Rund 120 Meter der Tunnelröhre wurden beschädigt, Sicherheitssysteme, Lüftung und technische Infrastruktur sind betroffen. ASFINAG will die Sanierung bis Ende Juni abschließen – pünktlich vor der sommerlichen Reisezeit.
Lkw-Fahrverbot und Umleitungen
Bereits ab Montag, 11:00 Uhr, greift ein Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen auf der A10 nordwärts zwischen Villach und Salzburg. Ausgenommen sind Fahrzeuge mit Ziel oder Quelle in der Region. Der gesamte Transitverkehr muss ausweichen – empfohlen werden die Pyhrn-Autobahn (A9), die Brenner-Autobahn (A13) oder die Felbertauernstraße (B108).
Pkw werden lokal über die B159 umgeleitet. Für Transit-Lkw sind diese Nebenstrecken tabu. Die Folge: Staus auf den Ausweichrouten und im gesamten Alpenkorridor sind programmiert.
Salzburg reaktiviert „Abfahrtssperren“
Die Vollsperrung fällt mit der Wiedereinführung der umstrittenen Abfahrtssperren in Salzburg zusammen. Seit dem 7. Mai und bis zum 8. September dürfen Transitfahrzeuge an zahlreichen Ausfahrten – darunter Hallein, Kuchl, Golling-Abtenau und Werfen – nicht abfahren. Ziel: Der Durchgangsverkehr soll nicht durch Dörfer ausweichen.
Die Sperren gelten freitags von 15:00 bis 19:00 Uhr, samstags von 7:00 bis 15:00 Uhr und sonntags von 10:00 bis 20:00 Uhr. Die Polizei kontrolliert an den Abfahrten. Wer keinen Nachweis über ein Ziel in der Region hat, muss weiterfahren.
Blockabfertigung in Tirol
Parallel dazu setzt Tirol seine Blockabfertigung am Grenzübergang Kufstein-Nord auf der A12 fort. Die nächsten Dosierungstage im Mai: der 26., 27. und 28. Dann dürfen nur 250 bis 300 Lkw pro Stunde die Grenze passieren. Das soll den Kollaps auf der Inntal- und Brenner-Route verhindern.
Kaskadeneffekte für die Logistik
Die Kombination aus Tunnelsperre, Fahrverboten und Baustellen setzt die Alpen-Logistik massiv unter Druck. Bereits Mitte Mai hatte ASFINAG die erste Phase der Sanierung des St. Andrä-Unterführungsbauwerks auf der A10 abgeschlossen – 38 Millionen Euro wurden investiert. Nun folgt der nächste Schlag.
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Logistikexperten berichten von spürbaren Auswirkungen auf die Frachtraten. Auf der wichtigen Achse München–Laibach schwanken die Preise, weil Spediteure versuchen, ihre Ware vor den Wochenend- und Feiertagsverboten zu bewegen. Das österreichweite Lkw-Fahrverbot am Wochenende (Samstag 15:00 Uhr bis Sonntag 22:00 Uhr) verkürzt die Zeitfenster zusätzlich.
Für Transporte von Kühl- und Tiefkühlware (ATP-Abkommen) gibt es Ausnahmen. Doch die Kapazitäten für temperaturgeführte Transporte sind knapp. Die Strafen für Verstöße sind hoch: zwischen 150 und 5.000 Euro drohen bei illegalen Abfahrten oder Missachtung der Fahrverbote.
Ausblick: Großprojekt bis 2033
Während die Bergung des Brentenberg-Tunnels im Fokus steht, plant ASFINAG bereits das nächste Mammutprojekt. Ab Herbst 2027 werden sowohl der Tauerntunnel als auch der Katschbergtunnel generalsaniert.
Der 6,8 Kilometer lange Tauerntunnel – ein Nadelöhr zwischen Flachau und Zederhaus – wird bis 2033 aufwendig modernisiert. In dieser Zeit ist über weite Strecken nur eine Spur pro Richtung befahrbar. In der Hauptreisezeit drohen Staus von bis zu 30 Kilometern.
Für den Mai 2026 zählt erst einmal die Fertigstellung des Brentenberg-Projekts. Nach dem Ende der Vollsperrung am 23. Mai will ASFINAG über verbleibende Nachtsperren im Juni informieren – dann geht es um den Feinschliff an Brandschutz und Beleuchtung. Pünktlich vor den Sommerferien soll alles laufen.
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