Absturzsicherung, Schutzvorschriften

Absturzsicherung: Warum Schutzvorschriften auf Baustellen fehlen

17.06.2026 - 21:31:46 | boerse-global.de

Ein Bauarbeiter stĂŒrzt in MĂŒnchen drei Stockwerke tief. Neue Konzepte fĂŒr Absturzsicherung und Dacharbeiten sollen UnfĂ€lle verhindern.

Schwere StĂŒrze auf Baustellen: SicherheitslĂŒcken im Fokus
Absturzsicherung - Ein Bauarbeiter mit Sicherheitsgurt sichert sich auf einem Dach. Fokus auf Absturzsicherung und Arbeitssicherheit. 17.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Ein 23-jĂ€hriger Bauarbeiter ist am heutigen Mittwoch im MĂŒnchener Stadtteil FĂŒrstenried auf einer Baustelle drei Stockwerke tief gestĂŒrzt. Die Feuerwehr musste ihn aus dem dritten Obergeschoss retten. Der Vorfall ist nur einer von mehreren schweren ArbeitsunfĂ€llen der vergangenen Tage. Bereits gestern kam ein Arbeiter in Hamburg-Bahrenfeld nach einer Kollision mit einem Radlader ums Leben.

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Sicherheitsvorschriften: Warum Absturzsicherungen oft fehlen

In Deutschland schreibt der Gesetzgeber eine Absturzsicherung bereits ab einer Fallhöhe von einem Meter vor. Die ArbeitsstĂ€ttenverordnung (ArbStĂ€ttV), die Technischen Regeln fĂŒr ArbeitsstĂ€tten (ASR A2.1) und die Regelwerke der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) bilden die Grundlage.

Vorrang hat der sogenannte Kollektivschutz. Dazu gehören GelĂ€nder oder Durchsturzgitter an Lichtkuppeln. Erst wenn diese nicht möglich sind, kommt der Individualschutz zum Einsatz – also persönliche SchutzausrĂŒstung gegen Absturz wie Anschlagpunkte oder Seilsicherungssysteme. Die Verantwortung fĂŒr Installation und Wartung liegt bei den Betreibern.

Sonderlösungen fĂŒr Industrie und Logistik

FĂŒr komplexe Anforderungen in der Produktion setzen Unternehmen zunehmend auf maßgeschneiderte Zugangslösungen. Der Hersteller KRAUSE hat heute die Entwicklung von zwei stationĂ€ren ArbeitsbĂŒhnen fĂŒr einen Standort von ALSTOM Polska bekannt gegeben. Die Systeme ermöglichen sicheren Zugang zu Dachbereichen von Schienenfahrzeugen.

Auch in der Logistikbranche werden klassische Sprossenleitern durch sicherere Alternativen ersetzt. FĂŒr HeidelbergCement in Leimen entwickelten Ingenieure eine flexible Schlepptreppe. Sie lĂ€sst sich per Handkurbel an unterschiedliche Höhen von Silofahrzeugen anpassen und minimiert so die Sturzgefahr.

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PV-Anlagen: Neue Risiken auf dem Dach

Der Ausbau erneuerbarer Energien stellt die Dachsicherheit vor neue Herausforderungen. Photovoltaik-Anlagen mĂŒssen regelmĂ€ĂŸig gewartet werden – oft auf DĂ€chern, die dafĂŒr nicht ausgelegt sind. Auf der Fachmesse Intersolar Europe (23. bis 25. Juni in MĂŒnchen) prĂ€sentiert IBC SOLAR neue Montagesysteme speziell fĂŒr GrĂŒndĂ€cher. Das System IBC AeroFix GreenRoof soll Anfang 2027 auf den Markt kommen. Dazu gibt es eine neue webbasierte Software fĂŒr komplexe Dachstrukturen.

Bauelemente-Hersteller integrieren Sicherheitsfunktionen direkt in ihre Produkte. Velux bietet seit Herbst 2025 eine Variante des Flachdach-Fensters CXU an. Es dient sowohl als Ausstieg fĂŒr Handwerker als auch als Rauchabzug und erfĂŒllt die Anforderungen an geometrische ÖffnungsflĂ€chen.

Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit rĂŒcken zusammen

Die PrĂ€vention von ArbeitsunfĂ€llen erfordert eine stĂ€rkere interdisziplinĂ€re Zusammenarbeit. Am 11. Juni unterzeichneten der VDSI und die Kooperation „die arbeitsmedizin“ in Berlin eine gemeinsame ErklĂ€rung. Die „Berliner ErklĂ€rung“ soll BetriebsĂ€rzte und FachkrĂ€fte fĂŒr Arbeitssicherheit enger verzahnen.

Dass auch bauliche MÀngel an BestandsgebÀuden Risiken bergen, zeigte sich gestern in Solingen. Dort lösten sich Dachziegel von einem leerstehenden Fachwerkhaus und fielen auf die Fahrbahn. Die Feuerwehr sperrte das Gebiet weitrÀumig ab, Baufachberater begutachteten das GebÀude.

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