Achtung: Chinesen haben Europas Autoindustrie im Visier
Veröffentlicht: 04.03.2009 um 12:57 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)
Auf www.EMFIS.com haben wir Sie, verehrte Leser, schon seit Längerem auf die Chancen einer Krise hingewiesen. Vielleicht sehen wir das als Asienexperten auch etwas leichter. Denn das Wort Krise besteht im Chinesischen aus den Schriftzeichen für „Angst“ und „Chance“. Und die aktuelle Untergangsstimmung im Westen nutzen einige Chinesen nun wirklich.
Wird Volvo von Geely Auto übernommen?
Als der professionelle Anlegerbrief www.asien-trends.de vor kurzem die Aktie von Geely Auto zum Kauf empfohlen hatte, kannte noch kaum jemand das in Hongkong notierte Unternehmen. Gestern kamen erstmals Gerüchte auf, dass Geely Auto den schwedischen Hartstahl-Autobauer im Visier hat. Seit Mitte Januar gebe es bereits Gespräche zwischen dem Volvo-Mutterkonzern Ford und Geely Auto, so berichtete das Wall Street Journal. Außerdem wird dahingehend spekuliert, dass noch weitere Bieter – unter anderem noch ein chinesisches Unternehmen – Interesse für Volvo zeigen würden. Ford braucht Geld, und will die Tochtermarke Volvo verkaufen. Rätselraten: Welcher Autokonzern hat eigentlich momentan noch freie Mittel, um eine weitere Marke zu kaufen? –General Motors, Toyota, Daimler? – Unserer Meinung nach sieht es so aus, als würde ein Chinese das Rennen machen.
Geely Auto heute mit 8,2 % im Plus
EMFIS.com rät bereits länger zum Einstieg in Chinas Automobilindustrie. Denn gerade diese Hersteller blicken getrost optimistisch in die Zukunft. Während alteingesessene Marken wie Daimler, Toyota, Ford, BMW oder Nissan über Absatzmangel klagen, meldete Geely noch im Januar stabile Wachstumserwartungen. 2009 will Geely Auto 25 Prozent mehr Autos verkaufen. Heute schwappte dann schließlich auch die potenzielle Übernahmemeldung an die Börse Hongkong. Geely schloss mit einem satten Aufschlag von 8,2 Prozent.
Chinas Auto-Absatz schwächelt, aber wächst!
Die US-Absatzzahlen aller alt etablierten Autobauer brechen förmlich wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Nachdem japanische, europäische und US-amerikanische Autobauer auf dem EINST größten Automarkt der Welt Verkaufsrückgänge bis zu über 50 Prozent veröffentlichen mussten, erscheint Chinas Automarkt jetzt im neuen Glanz. Übrigens: Wussten Sie, dass China die Vereinten Staaten im Januar als größter Autoabsatzmarkt der Welt erstmals in der Geschichte überholt hat? Und Chinas Automarkt soll auch in diesem Jahr nach Schätzungen der chinesischen Automobil-Kommission um über sechs Prozent wachsen. Dabei soll der Anteil inländischer Autobauer von aktuell rund 22 Prozent im Vorjahr auf rund 30 Prozent steigen. Aktuelle Daten belegen das China-Wachstum. Die Verkaufszahlen von Neuwagen sind in China gegenüber dem Vorjahr erneut um sechs Prozent gestiegen.
Chinas Regierung feuert Automobilbranche an
Die chinesische Regierung ist für ihre erfolgreichen Restrukturierungspläne bekannt. Nach dem Beitritt in die WTO sanierte man zunächst auf breiter Front das produzierende Exportgewerbe, dann den Stahlsektor, später den Energiesektor und schließlich den Telekomsektor. Jetzt soll der Automobilsektor dran kommen. Auf www.EMFIS.com haben wir ausführlich darüber berichtet. Chinas Führungsriege will die aktuell 14 Automobilhersteller auf zehn reduzieren. Dabei sollen die Unternehmen, die sich meist in Staatshand befinden, auf Synergien untersucht werden und schließlich teilweise zwangsfusioniert werden. Wir gehen davon aus, dass Chinas Regierung die wenigen börsennotierten Autohersteller dabei nicht benachteiligen lassen wird.
Fazit:
Wieder einmal ist Geld Trumpf: Wer in der Krise sowohl Geld als auch Mut hat, aus ihr als Gewinner hervorgehen. Blicken Sie nach Asien, denn dort werden aktuell die Karten für den nächsten Aufschwung gemischt. Informieren Sie sich weiterhin auf www.emfis.com und www.asien-trends.de
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