Adidas, Abverkauf

Adidas stellt Abverkauf von Yeezy-RestbestÀnden vorerst ein

08.11.2023 - 12:22:48

Adidas hadert weiter mit der Trennung vom Skandal-Rapper Kanye West. Dessen Modelinie ist zum Teil abverkauft. Wachsende GeschÀfte erhofft sich Konzernchef Gulden von Retro-Produkten.

Adidas hat den Abverkauf der Yeezy-Produkte des umstrittenen Skandal-Rappers Kanye West vorlÀufig gestoppt. Nach zwei erfolgreichen Wellen werde es in diesem Jahr keine weiteren geben, sagte Konzernchef Björn Gulden am Mittwoch.

Die vergleichsweise hochpreisigen und angesagten Designerprodukte hatten Adidas einst 1,2 Milliarden Euro Umsatz eingebracht. Nach antisemitischen Entgleisungen Wests trennte sich der Konzern von seinem Erfolgsgaranten. Die Produkte hingen in den Lagern fest. Der Abverkauf der RestbestĂ€nde hat in diesem Jahr bislang 750 Millionen Euro Umsatz in die Kassen gespĂŒlt. Im Vorjahr waren es in den ersten neun Monaten 1,2 Milliarden. Insgesamt setzte Adidas in den ersten neun Monaten dieses Jahres 16,6 Milliarden Euro um - ein Minus von vier Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Adidas hatte sich im Zuge des Yeezy-Ausverkaufs zu Spenden an Organisation von Opfern des NS-Regimes verpflichtet. Bisher seien 140 Millionen Euro bereitgestellt worden, sagte Gulden. Ob es im kommenden Jahr weitere AbverkÀufe geben werde, sei unklar. «Es sind noch keine Entscheidungen gefallen.» Dass die VerkÀufe eingestellt blieben, sei eine Option.

Gewinnwarnung nach Trennung von West

Adidas gab Anfang des Jahres nach der Trennung von West eine Gewinnwarnung heraus und brachte einen Betriebsverlust bis zu 700 Millionen Euro ins Spiel. SpÀter wurde die Zahl auf ein Minus bis zu 450 Millionen Euro korrigiert.

Inzwischen geht Adidas wegen geringerer Abschreibungen und eines besser verlaufenen GeschĂ€fts von 100 Millionen Euro Verlust aus. «Wir wissen natĂŒrlich, dass unsere aktuelle Leistung nicht gut genug ist», sagte Gulden. Das Unternehmen kĂ€mpft immer noch mit hohen LagerbestĂ€nden. Diese seien nun um 23 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro heruntergefahren worden - erkauft mit zum Teil hohen Rabatten.

Vor allem die VerkĂ€ufe von Retro-Schuhen wie den Modellen Samba oder Spezial liefen erstklassig, betonte Gulden. Man hĂ€tte deutlich mehr verkaufen können, wenn die Produkte in ausreichender Menge vorhanden gewesen wĂ€ren. Der Manager denkt ĂŒber eine Ausweitung dieser Linie nach. Einen Schub erwarten sich die Franken auch von den sportlichen Großereignissen des kommenden Jahres wie den Olympischen Spielen in Paris und der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland. Zudem soll das zuletzt schwierige China-GeschĂ€ft - neben Nordamerika einer der wichtigsten MĂ€rkte fĂŒr Adidas - wieder stĂ€rker anzuziehen.

@ dpa.de