AI Act ab 2. August: Chatbots und Emotionserkennung müssen gekennzeichnet werden
27.06.2026 - 05:02:34 | boerse-global.de
Während erste Pflichten schon im August greifen, bekommen Hochrisiko-Systeme mehr Zeit.
Neue Übergangsfristen für Hochrisiko-KI
Das EU-Parlament verabschiedete die Anpassungen mit 423 zu 57 Stimmen. Für eigenständige Hochrisiko-KI-Systeme nach Anhang III der Verordnung endet die Übergangsfrist nun am 2. Dezember 2027. Noch mehr Zeit haben Anbieter von KI-Systemen, die als Sicherheitskomponenten in regulierte Produkte integriert sind: Sie müssen bis zum 2. August 2028 umsetzen.
Der Kernzeitplan des AI Act bleibt aber bestehen. Die allgemeine Vollanwendbarkeit startet am 2. August 2026. Bereits seit Februar 2025 gelten Verbote für KI mit unannehmbarem Risiko – etwa biometrische Kategorisierung oder Social Scoring.
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Transparenzpflichten ab August 2026
Für Unternehmen wird der 2. August 2026 zum wichtigen Stichtag. KI-Systeme mit direktem Menschenkontakt – wie Chatbots im Personalwesen – müssen dann als solche gekennzeichnet werden. Emotionserkennung am Arbeitsplatz und Deepfakes unterliegen strengen Offenlegungspflichten. Synthetische Inhalte brauchen zudem maschinenlesbare Markierungen, wobei bestehende Systeme bis Dezember 2026 Zeit haben.
Besonders relevant für die Praxis: Die Pflicht zur KI-Kompetenz nach Artikel 4. Sie verlangt von Unternehmen, Mitarbeiter im Umgang mit KI zu schulen. Formal gilt die Regelung seit Anfang 2025 – ab August 2026 wird sie aber sanktionierbar. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Deutschland schafft nationalen Rahmen
Der deutsche Gesetzgeber zog Mitte Juni mit dem KI-Management-Gesetz (KI-MIG) nach. Die Bundesnetzagentur wird zur zentralen Marktüberwachungsbehörde, während Fachbehörden die spezifische Kontrolle übernehmen.
Im europäischen Ausland zeichnen sich strengere Regeln ab. Italien erklärte rein KI-basierte automatisierte Entscheidungen im Arbeitsverhältnis für nichtig. In Nordrhein-Westfalen gibt es Bestrebungen, Social Scoring und automatisierte Leistungsüberwachung am Arbeitsplatz komplett zu verbieten.
Da die Nichtbeachtung der neuen EU-KI-Verordnung empfindliche Strafen nach sich ziehen kann, sollten Verantwortliche frühzeitig auf professionelle Leitfäden setzen. Sichern Sie sich jetzt den kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act mit allen relevanten Übergangsfristen. Compliance-Experten warnen: Wer die KI-Verordnung ignoriert, riskiert empfindliche Strafen
Hohe Bußgelder treiben Compliance
Die Dringlichkeit zeigt der Markt: 2025 nutzten rund 19,8 Prozent der deutschen Unternehmen KI. Das politische Ziel: 75 Prozent bis 2030. Gleichzeitig fürchten 41 Prozent der deutschen Fachkräfte einen Jobverlust durch die Technologie.
Rund 48 Prozent der Unternehmen setzen bereits KI-Agenten ein – oft ohne ausreichende Kontrollmechanismen. Der AI Act droht für verbotene Praktiken mit Bußgeldern von bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Umsatzes. Standardisierte Prüfprozesse und Zero-Trust-Architekturen werden für Compliance-Abteilungen daher immer wichtiger.
