Deutschland, Finanzen

Dax-Konzerne kaufen so viele eigene Aktien zurück wie nie

25.03.2026 - 17:11:55 | dpa.de

Aktienrückkäufe sind bei Unternehmen beliebt, um Kurspflege zu betreiben. Die Schwergewichte im Dax setzen darauf so stark wie nie zuvor, zeigen Berechnungen. Doch es gibt dabei auch Schattenseiten.

Börse Frankfurt: Unternehmen kaufen so viele Aktien zurück wie nie zuvor (Archivbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa
Börse Frankfurt: Unternehmen kaufen so viele Aktien zurück wie nie zuvor (Archivbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa

Nach drei starken Börsenjahren steht der Dax 2026 unter Druck, doch die Schwergewichte der deutschen Wirtschaft stemmen sich gegen den Abwärtstrend. Sie wollen für rekordhohe 54,6 Milliarden Euro eigene Aktien zurückkaufen und haben entsprechende Programme aufgelegt, zeigen Berechnungen des Handelsblatt Research Institute. Allein dieses Jahr dürften demnach Anteilsscheine für 26 Milliarden Euro vom Markt genommen werden.

Demnach erwerben 23 der 40 Dax-Konzerne und damit über die Hälfte der Börsenschwergewichte derzeit eigene Anteilsscheine oder beabsichtigen, das in den nächsten Monaten zu tun. 16 wollten dafür eine Milliarde Euro oder mehr ausgeben, am meisten Deutsche Post, Siemens und Siemens Energy mit jeweils sechs Milliarden Euro und SAP mit zehn Milliarden Euro.

Aktienrückkäufe sind bei Unternehmen beliebt, um Kurspflege zu betreiben und Anteilseignern Kapital zurückzugeben - neben Dividenden. Die Programme verknappen das Angebot an Aktien. Damit verteilen sich künftige Gewinne und Dividenden auf weniger Anteile, was üblicherweise den Kurs stützt. 

Sinnvolle Kurspflege oder kurzsichtige Optimierung?

«Die hohen Aktienrückkaufprogramme sind zusammen mit den anhaltend hohen Dividenden eine wichtige Grundlage dafür, dass der Dax trotz schwieriger geopolitischer Voraussetzungen ein vielversprechendes Investment bleibt», sagte Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp dem «Handelsblatt».

Einige Experten sehen Aktienrückkäufe allerdings kritisch, da damit hohe Summen nicht in Investitionen fließen. Auch verringern Aktienrückkäufe bei Unternehmen die Liquidität, die angesichts der Verwerfungen durch den Iran-Krieg und drohender Ertragseinbußen schon bald benötigt werden könnte. 

Treiber des Rückkaufbooms sind die Börsen in New York, wie das «Handelsblatt» schreibt. Größter Rückkäufer weltweit ist laut dem Bericht Apple. Der iPhone-Spezialist gab in den vergangenen vier Quartalen 96,7 Milliarden Dollar für den Kauf eigener Anteilsscheine aus. Seit 2013, als Apple erstmals eigene Aktien in größerem Stil erwarb, hat sich der Aktienbestand nach Berechnungen des Handelsblatts um 44 Prozent reduziert.

de | wirtschaft | 68985597 |

Weitere Meldungen

Allianz: Betriebsrente ist beliebteste Zusatzleistung im Job. Doch nicht alle profitieren gleichermaßen von diesem Vorteil. Die betriebliche Altersvorsorge ist laut Allianz-Umfrage sowohl bei Beschäftigten als auch bei Unternehmen besonders gefragt. (Wirtschaft, 07.07.2026 - 05:00) weiterlesen...

KI-Boom sorgt für Gründungsrekord bei deutschen Start-ups. Dahinter stecken Geschäftschancen und neue Möglichkeiten mit KI, aber auch Zwänge am Arbeitsmarkt. In Deutschland entstehen mehr als 3.000 Start-ups im ersten Halbjahr – so viele wie nie zuvor. (Wissenschaft, 07.07.2026 - 05:00) weiterlesen...

Nvidia & Co: USA dominieren Börsen - Deutschland fällt ab. Deutschland fällt bei den 100 wertvollsten Börsenkonzernen zurück. Einige Firmen holen aber auf. Die USA geben mit ihren Techriesen den Ton an den Börsen an - und mit dem KI-Boom wächst ihre Macht. (Wissenschaft, 03.07.2026 - 04:20) weiterlesen...

Deloitte / Großteil der Unternehmen in Deutschland setzt auf strikten ... Großteil der Unternehmen in Deutschland setzt auf strikten Sparkurs / Investitionen in Resilienz priorisiert nur jeder fünfte Finanzvorstand (FOTO) -------------------------------------------------------------- Zur Studie https://ots.de/nGaPNr --------------------------------------------------------------München -- Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen 68 Prozent auf Kostensenkungen und 64 Prozent auf die Integration von Künstlicher Intelligenz. (Boerse, 02.07.2026 - 12:03) weiterlesen...

Deutsche Unternehmen halten sich bei Investitionen zurück. In schwieriger wirtschaftlicher Lage fehlt es an Mut und verlässlich verfügbaren Krediten. Viele Unternehmen sehen Investitionsbedarf, doch immer weniger nehmen auch Geld in die Hand. (Wirtschaft, 01.07.2026 - 11:42) weiterlesen...

Ifo: Inflationsdruck dürfte sinken. Das sind gute Nachrichten für die Inflation - aber keine Entwarnung. Die Preiserwartungen der Unternehmen haben den zweiten Monat in Folge nachgelassen. (Wirtschaft, 30.06.2026 - 10:35) weiterlesen...