Bislang gröĂte Drohnenattacke im SĂŒden Russlands gemeldet
20.03.2025 - 10:13:19(Aktualisierung: 2. Absatz Katastrophenfall im Kreis Engels.)
MOSKAU/KIEW (dpa-AFX) - Die sĂŒdrussischen StĂ€dte Saratow und Engels sind nach Angaben der Regionalverwaltung Ziel des bislang gröĂten Drohnenangriffs seit Beginn des Ukraine-Kriegs geworden. Bei der nĂ€chtlichen Attacke seien mehr als 30 HĂ€user beschĂ€digt worden, teilte der Gouverneur der Region Saratow, Roman Busargin, bei Telegram mit. Alle Rettungsdienste seien mobilisiert worden. Es gab demnach mindestens eine verletzte Frau.
Laut Busargin wurden in Engels wegen BrĂ€nden auf dem MilitĂ€rflugplatz Bewohner des Gebiets in Sicherheit gebracht. FĂŒr den Landkreis Engels wurde der Katastrophenfall ausgerufen, wie Kreischef Maxim Leonow bei Telegram mitteilte.
In russischen TelegramkanĂ€len berichteten Augenzeugen von mehreren Explosionen in Engels, darunter erneut auch in einer Erdölraffinerie. Eine offizielle BestĂ€tigung dafĂŒr gab es nicht. Ziel soll auch der MilitĂ€rflughafen gewesen sein, den die Ukraine bereits mehrfach beschossen hat. Nach offiziellen Angaben wurde zudem der Verkehr an den zivilen FlughĂ€fen Saratow und Engels vorĂŒbergehend eingestellt.
Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass im Verlauf der Nacht in verschiedenen Regionen des Landes mehr als 130 ukrainische Drohnen abgeschossen worden seien - mehr als 50 davon in Saratow, 40 in Woronesch sowie Dutzende weitere in den Regionen Belgorod, Rostow, Kursk, Lipezk. Betroffen war demnach auch die von Moskau schon 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim.
Massive DrohnenschlÀge auch gegen Ukraine
Die Ukraine meldete am Morgen zehn Verletzte, darunter vier Kinder, in der Stadt Kropywnyzkyj im Gebiet Kirowohrad im Zentrum des Landes. EinsatzkrÀfte des Zivilschutzes berichteten von SchÀden an WohnhÀusern. Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr gab es insgesamt gegen das Land 171 Drohnenangriffe. 75 unbemannte Flugobjekte seien abgeschossen worden, 63 hÀtten ihr Ziel nicht erreicht.
Unter Vermittlung von US-PrĂ€sident Donald Trump haben Russland und die Ukraine zwar zugesagt, vorĂŒbergehend die gegenseitigen Angriffe auf Energieanlagen einzustellen. Der Minimalkompromiss soll aber auf Ziele dieser Art begrenzt sein; der Zeitpunkt des Inkrafttretens ist unklar. US-Vertreten fĂŒhren dazu weitere GesprĂ€che mit den Kriegsparteien. Beide LĂ€nder ĂŒberziehen sich immer wieder mit Attacken von Kampfdrohnen, wobei die Opfer in der Zivilbevölkerung und die SchĂ€den an der Infrastruktur in der Ukraine ungleich gröĂer sind als in Russland.

