Einigung mit China auf Abbau von ExportbeschrÀnkungen
11.06.2025 - 18:46:21Absatz.)
WASHINGTON (dpa-AFX) - China und die USA haben sich nach Angaben von US-PrÀsident Donald Trump bei neuen HandelsgesprÀchen grundsÀtzlich auf einen Abbau von ExportbeschrÀnkungen bei seltenen Erden verstÀndigt. Die formelle Zustimmung durch ihn selbst und Chinas Staatschef Xi Jinping stehe noch aus, schrieb Trump auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social.
Vertreter beider LĂ€nder hatten in London verhandelt. FĂŒr China saĂen bei den Verhandlungen unter anderem Vize-MinisterprĂ€sident He Lifeng und Handelsminister Wang Wentao am Tisch. Die USA hatten US-Finanzminister Scott Bessent und Handelsminister Howard Lutnick geschickt.
Dem US-PrĂ€sidenten zufolge verpflichtet sich China, bestimmte Rohstoffe wie seltene Erden an die USA zu liefern. Washington sagt im Gegenzug zu, dass Studierende aus China weiterhin an US-amerikanischen UniversitĂ€ten zugelassen wĂŒrden. Trump schrieb auĂerdem, dass es zwischen den beiden gröĂten Volkswirtschaften der Welt eine Abmachung im Zollstreit gebe. Trump schrieb, dass die Zölle fĂŒr Importe aus China in die USA bei 55 Prozent liegen werden. China werde Strafabgaben in Höhe von 10 Prozent auf Waren aus den USA verhĂ€ngen, so der US-PrĂ€sident. Das VerhĂ€ltnis sei "ausgezeichnet".
Zeichen der Entspannung
In der Nacht war bereits bekannt geworden, dass sich die beiden gröĂten Volkswirtschaften der Erde auf einen Rahmen geeinigt hĂ€tten, den Konsens umzusetzen, den die PrĂ€sidenten beider LĂ€nder in ihrem Telefonat am 5. Juni erzielt und den die VerhandlungsfĂŒhrer bei GesprĂ€chen in Genf Mitte Mai erreicht hĂ€tten, sagte Chinas UnterhĂ€ndler fĂŒr Handelsfragen, Li Chenggang, der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge. Der Handelskonflikt zwischen Peking und Washington hat seit Monaten schwere Folgen fĂŒr die Weltwirtschaft.
Mit dem Ende des Treffens hatte sich ein Weg fĂŒr weitere Deeskalation in den angespannten Handelsbeziehungen angedeutet. Vor den GesprĂ€chen in London hatten China und die USA Mitte Mai in Genf erstmals seit der Eskalation im Zollstreit miteinander gesprochen. Dort verstĂ€ndigten sich beide Seiten darauf, ihre Zölle vorĂŒbergehend fĂŒr 90 Tage deutlich zu senken. Trump hatte im April die AufschlĂ€ge auf Waren aus China auf bis zu 145 Prozent erhöht. Peking verhĂ€ngte Exportkontrollen und zog mit Gegenzöllen auf Importe aus den USA auf 125 Prozent nach.
Bundeskanzler Merz hofft ebenfalls auf Lösung mit Amerikanern
Der US-PrĂ€sident fĂ€hrt seit seinem Amtsantritt einen harten handelspolitischen Kurs gegen China. Trotz der getroffenen Vereinbarung ĂŒber eine Zollpause in Genf verschĂ€rfte sich der Ton zuletzt wieder. Trump lieĂ nun wissen: "PrĂ€sident Xi und ich werden eng zusammenarbeiten, um China fĂŒr Handel mit Amerika zu öffnen. Das wĂ€re ein groĂartiger Sieg fĂŒr beide LĂ€nder."
Bundeskanzler Friedrich Merz begrĂŒĂte das Abkommen zwischen den USA und China zu seltenen Erden. "Das geht nicht zu Lasten Europas, sondern das ist ein weiterer Konflikt, der beseitigt werden konnte", sagte Merz in Berlin nach einem Treffen mit der dĂ€nischen MinisterprĂ€sidentin Mette Frederiksen. "Ich hoffe sehr, dass es uns auch gelingt, die Handelskonflikte mit den Amerikanern auf Ă€hnliche Art und Weise zu reduzieren und wenn möglich auch zu beseitigen."
Fokus auf seltene Erden hatte sich abgezeichnet
Dass der Fokus in London weniger auf den gegenseitigen Zöllen und mehr auf chinesischen ExportbeschrĂ€nkungen fĂŒr seltene Erden liegen wĂŒrde, hatte etwa der Wirtschaftsberater von US-PrĂ€sident Donald Trump, Kevin Hassett, bereits angedeutet. Er hatte beim Sender CNBC jĂŒngst eine grundsĂ€tzliche Einigung in dieser Frage als Ziel der GesprĂ€che ausgegeben. Die Volksrepublik kontrolliere rund 90 Prozent des globalen Markts fĂŒr diese Rohstoffe sowie fĂŒr spezielle Magnetmaterialien, sagte er.
US-PrÀsident Trump hatte sich nach einem Telefonat mit Chinas Staats- und Parteichef Xi vergangene Woche zuversichtlich gezeigt, dass China die Lieferung seltener Erden wieder aufnehmen werde.
Was fĂŒr Folgen die Exportkontrollen auf seltene Erden haben
China dominiert den Weltmarkt fĂŒr seltene Erden, die fĂŒr die Herstellung vieler Produkte sehr wichtig sind. Dabei handelt es sich um Rohstoffe, die die Industrie zum Beispiel fĂŒr Elektromotoren und Sensoren braucht.
Anfang April hatte die Volksrepublik im Zollstreit mit den USA sieben seltene Erden und daraus gefertigte Magnete mit Ausfuhrkontrollen belegt. Das fĂŒhrte dazu, dass sich Unternehmen den Export dieser fĂŒr Elektromotoren, Sensoren und in der RĂŒstungsindustrie dringend benötigen Rohstoffe mit aufwendigen AntrĂ€gen genehmigen lassen mussten. Die EinschrĂ€nkung bereitete Firmen weltweit groĂe Sorgen.
China ist ein Hauptverarbeiter der Metalle, aber bei Hightech-Produkten wie bestimmter AusrĂŒstungen fĂŒr Flugzeuge oder Chip-Design-Software vom Ausland abhĂ€ngig. Zum Ărger Pekings hatten die USA unlĂ€ngst den Export dieser Technologie nach China eingeschrĂ€nkt.

