Autokauf, Umfrage

Allensbach-Umfrage: Nur 15 Prozent wollen ein umweltfreundliches Auto

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 15:39 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Eine aktuelle Allensbach-Umfrage zeigt: Der Anteil der Autofahrer, denen ein umweltfreundliches Modell beim nächsten Autokauf besonders wichtig ist, ist deutlich gesunken. Die Bedeutung ökologischer Kriterien nimmt damit trotz Klimawandel und hoher Spritpreise ab.

Umfrage: Autokäufer legen weniger Wert auf Umweltfreundlichkeit
Stromtankstelle für E-Auto (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Beim Autokauf achten die Deutschen immer weniger auf umweltfreundliche Modelle. Laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach ist es derzeit nur noch 15 Prozent der Autofahrer besonders wichtig, dass ihr nächstes Auto umweltfreundlich ist.

Deutlich geringeres Interesse als vor einigen Jahren

Die Erhebung zeigt einen klaren Rückgang im Vergleich zu früheren Befragungen. Im Jahr 2012 hatten noch 27 Prozent der Befragten angegeben, beim nächsten Autokauf auf ein umweltfreundliches Modell setzen zu wollen. Innerhalb von gut einem Jahrzehnt ist dieser Anteil damit um fast die Hälfte gesunken.

Die Zahlen stehen im Kontrast zur anhaltenden öffentlichen Debatte über Klimaschutz und CO?-Reduktion im Verkehr. Obwohl Umweltfragen in der Politik und in der gesellschaftlichen Diskussion eine große Rolle spielen, verlieren sie bei der konkreten Kaufentscheidung vieler Autofahrer an Gewicht.

Umweltaspekt verliert an Bedeutung trotz Klimawandel

Die Umfrage macht deutlich, dass die Bedeutung der Umweltfreundlichkeit beim Autokauf trotz des fortschreitenden Klimawandels abgenommen hat. Auch gestiegene Kraftstoffpreise führen offenbar nicht dazu, dass sich mehr Menschen vorrangig für besonders umweltfreundliche Fahrzeuge interessieren.

Das Institut für Demoskopie Allensbach führte die Befragung im Auftrag durch, über deren Ergebnisse die „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ berichtet. Die aktuellen Daten fügen sich damit in ein Bild, in dem ökologische Kriterien zwar bekannt sind, aber beim Autokauf häufig hinter anderen Faktoren zurückstehen.

Die Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach zeigt einen klaren Trend: Die Umweltfreundlichkeit eines Fahrzeugs spielt für viele deutsche Autokäufer deutlich weniger eine zentrale Rolle als noch vor einigen Jahren. Während politische Debatten von Klimazielen, CO?-Minderung und Verkehrswende geprägt sind, rücken beim konkreten Kaufentscheid offenbar andere Kriterien wie Anschaffungskosten, Reichweite, Alltagstauglichkeit oder Verfügbarkeit stärker in den Vordergrund.

Verschiebung der Prioritäten beim Autokauf

Die Zahlen markieren einen deutlichen Rückgang des Anteils der Fahrer, denen ein umweltfreundliches Auto besonders wichtig ist. Parallel dazu hat sich der Markt in Richtung Elektromobilität und Hybride entwickelt, doch diese Angebote stehen häufig in einem Spannungsfeld aus höheren Anschaffungspreisen, Infrastrukturfragen und Unsicherheit über Restwerte. Viele Haushalte wägen daher kurzfristige Kosten gegen langfristige ökologische Vorteile ab und entscheiden sich trotz Klimawandel und steigender Kraftstoffpreise nicht automatisch für das ökologischere Modell.

Spannung zwischen Klimazielen und Konsumverhalten

Für Politik und Industrie unterstreicht die Entwicklung, dass Appelle an Umweltbewusstsein allein nicht ausreichen, um die Antriebswende im Straßenverkehr zu beschleunigen. Entscheidend sind verlässliche Rahmenbedingungen, attraktive Fahrzeugangebote und eine Lade- und Infrastruktur, die den Alltag der Nutzer erleichtert. Bleibt die Diskrepanz zwischen politischen Zielen und tatsächlichen Kaufentscheidungen bestehen, könnten Klimaziele im Verkehrssektor schwerer erreichbar sein und Regulierung sowie Förderpolitik stärker in den Fokus rücken.

Ausblick für Hersteller und Verbraucher

Hersteller stehen vor der Aufgabe, umweltfreundliche Modelle nicht nur technisch weiterzuentwickeln, sondern sie auch preislich und funktional so zu positionieren, dass sie für eine breitere Käuferschicht attraktiv werden. Für Verbraucher wird die Frage wichtiger, wie sich Mobilitätsbedürfnisse künftig mit Kosten, Komfort und Klimaschutz verbinden lassen – etwa durch kleinere Fahrzeuge, alternative Antriebe oder veränderte Nutzungsformen wie Carsharing.

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