Altersteilzeit: Koalition kürzt Ausgaben von 600 auf 200 Millionen
12.06.2026 - 01:24:23 | boerse-global.de
Künftig soll das Modell nur noch Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen offenstehen. Die Kosten sollen von 600 Millionen auf 200 Millionen Euro sinken.
Teil des Fünf-Milliarden-Sparpakets
Am 10. Juni präsentierte Finanzminister Marterbauer das Doppelbudget für 2027/28. Das Paket sieht ein Konsolidierungsvolumen von fünf Milliarden Euro vor. Die Netto-Konsolidierung liegt 2027 bei 1,5 Milliarden Euro, 2028 bei 2,5 Milliarden Euro. Ziel: Das Defizit bis 2028 unter die Drei-Prozent-Marke drücken und das EU-Defizitverfahren beenden.
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Die Kürzungen bei der Altersteilzeit kompensieren fehlende Einsparungen beim AMS in Höhe von rund 200 Millionen Euro. Ursprünglich sollten diese durch Maßnahmen gegen das sogenannte Zwischenparken von Arbeitskräften erzielt werden. Die Reform soll die jährlichen Kosten für die Allgemeinheit um etwa 250 Millionen Euro senken.
Strengere Regeln für den Zugang
Neos-Sozialsprecher Johannes Gasser kündigte am 11. Juni an: Die Altersteilzeit soll im Wesentlichen nur noch Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen offenstehen. Die staatlichen Ausgaben sollen bis 2029 von 600 auf 200 Millionen Euro zurückgeführt werden.
Die ÖVP schlug zusätzlich eine neue Bemessungsobergrenze vor. ÖVP-Sozialsprecher Wöginger brachte 75 Prozent der Höchstbeitragsgrundlage ins Gespräch – derzeit rund 5.200 Euro monatlich. Das Sozialministerium bestätigte die Reformpläne grundsätzlich. Die genauen Details müssen aber noch verhandelt werden.
Opposition läuft Sturm
Bei der ersten Lesung im Nationalrat am 11. Juni hagelte es Kritik. Die FPÖ sprach von einem massiven sozialpolitischen Einschnitt. Parteichef Kickl warf der Regierung vor, das Budget basiere auf falschen Prognosen und bringe Belastungen statt Entlastungen.
Die Grünen kritisierten die Maßnahmen als ungerecht: Es werde bei der Zukunft gespart, während hohe Vermögen unangetastet blieben. Auch die Arbeiterkammer bemängelte eine ungleiche Lastenverteilung. Finanzminister Marterbauer verteidigte den Entwurf als verantwortungsvolles Zahlenwerk. Die Wirtschaftskammer begrüßte die ebenfalls vorgesehenen Senkungen bei den Lohnnebenkosten.
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Weitere Änderungen am Arbeitsmarkt
Das Budget bringt auch Neuerungen für geringfügig Beschäftigte und Teilzeitkräfte: Sie müssen künftig die volle Arbeitslosenversicherung leisten. Gleichzeitig ist eine Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage geplant.
Um die Einnahmen zu steigern, führt die Regierung eine progressive Körperschaftsteuer für Gewinne ab einer Million Euro ein. Die Bankenabgabe wird verlängert – sie soll jährlich rund 300 Millionen Euro einbringen. Auch bei den Pensionen sind Anpassungen geplant, die unterhalb der aktuellen Inflationsrate liegen sollen.
