Altersvorsorgedepot: 540 Euro Zulage und doppelte Riester-Rendite
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 13:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Zum 31. Dezember 2026 wird das Neugeschäft eingestellt. Ab dem 1. Januar 2027 tritt das Altersvorsorgedepot (AVD) an ihre Stelle.
Erstmals sind auch Selbstständige und Beamte förberberechtigt. Fachleute erwarten eine umfassende Vertriebswelle – und sehen vor allem Gutverdiener als Gewinner.
So funktioniert das neue Depot
Das Altersvorsorgedepot bietet eine staatliche Grundzulage von bis zu 540 Euro pro Jahr. Hinzu kommen 300 Euro pro Kind sowie ein Bonus für Berufseinsteiger. Wer die volle Förderung will, muss maximal 1.800 Euro jährlich einzahlen.
Ein entscheidender Unterschied zum alten Modell: Die Ansparphase bleibt steuerfrei. Erst ab dem 65. Lebensjahr wird die Auszahlung versteuert – zum persönlichen Steuersatz. Für Gutverdiener lohnt sich das besonders, denn die steuerliche Absetzbarkeit geht über die Zulagen hinaus.
Drei Anlagevarianten stehen zur Wahl:
- Renditeorientiert: 100 Prozent Aktien, keine Garantien
- Standarddepot: Kostendeckel von einem Prozent
- Klassische Garantieprodukte
Riester vs. Depot: Der Renditeunterschied ist enorm
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Bei einem monatlichen Sparbeitrag von 100 Euro über 25 Jahre:
- Riester-Vertrag: 46.845 Euro Endkapital
- Altersvorsorgedepot: 89.732 Euro Endkapital
Die Differenz von über 42.000 Euro? Die hohen Kosten der Riester-Verträge (1,5 bis 2,5 Prozent) und die sogenannte Garantiebremse sind schuld. Das neue Depotmodell erlaubt dagegen kostengünstige ETFs mit jährlichen Kosten von 0,1 bis 0,2 Prozent. Der Wegfall strenger Beitragsgarantien ermöglicht zudem eine stärkere Nutzung des Zinseszinseffekts.
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Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?
Rund 16 Millionen Riester-Verträge sind noch aktiv. Ab 2027 ist eine Übertragung des Kapitals ins neue Depot möglich. Die bereits erhaltenen staatlichen Zulagen bleiben erhalten. Nach fünf Jahren Laufzeit ist der Wechsel sogar kostenfrei.
Finanzexperten raten, die nötige Identitätsprüfung frühzeitig vorzubereiten. Zum Starttermin am 1. Januar 2027 wird mit einem hohen Antragsaufkommen gerechnet.
Parallel dazu kommt ab 2028 die sogenannte Kapitalrente. Die Deutsche Bundesbank und der Staatsfonds Kenfo bewerben sich als Verwalter. Kenfo verwaltet derzeit 24,1 Milliarden Euro bei einer jährlichen Rendite von 6,4 Prozent.
Reicht das? Die Diskussion um die Rentenlücke
Die Rentenkommission empfiehlt eine Nettoersatzquote von mindestens 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens. Die gesetzliche Rente? Ihr Niveau bleibt bis 2031 bei 48 Prozent gesichert. Ohne private Vorsorge wird das Ziel also meist nicht erreicht.
Doch die Umsetzbarkeit ist umstritten. Regierungsvertreter betonen, dass schon 50 Euro Sparrate monatlich langfristig zu sechsstelligen Summen führen. Sozialverbände wie der SoVD widersprechen. Eine Sprecherin: Viele Menschen, besonders in einkommensschwachen Regionen, haben schlicht keine finanziellen Spielräume.
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Die Belastung steigt: Zum 1. Juli 2026 stiegen die Eigenanteile für die Pflege im Heim auf durchschnittlich 3.364 Euro pro Monat.
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