Altersvorsorgedepot: Neue Regeln ab 2027 mit bis zu 100% Aktien
20.06.2026 - 18:21:05 | boerse-global.de
Über 3.000 Beschäftigte in neun Ländern zeichneten neue Aktien des Verpackungsherstellers.
Das Unternehmen weitete das Angebot erstmals auf 0,7 Prozent des Kapitals aus. Insgesamt gingen 683.967 neue Stammaktien zu je 18,29 Euro an die Belegschaft – ein Gesamtinvestment von über 12,5 Millionen Euro. Damit halten Mitarbeiter nun 4,49 Prozent der Unternehmensanteile.
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Millionen verschenken VL-Geld
Trotz solcher Erfolge lassen viele Arbeitnehmer in Deutschland Geld liegen. Finanzexperten rechnen vor: Millionen Beschäftigte fordern monatlich bis zu 40 Euro vermögenswirksame Leistungen (VL) nicht ein – das sind 480 Euro pro Jahr.
Besonders bei der Anlage in ETF-Sparplänen zeigt sich der Unterschied. Ein Bausparvertrag mit 0,5 Prozent Zinsen wächst nach sieben Jahren auf rund 2.900 Euro. Ein Aktien-ETF mit sechs Prozent Rendite bringt dagegen etwa 3.700 Euro. Hinzu kommt die Arbeitnehmersparzulage: Bis zu 80 Euro jährlich gibt der Staat für Alleinstehende mit einem Bruttoeinkommen unter 40.000 Euro dazu.
Verdi-Chef fordert Pflicht zur Betriebsrente
Die Debatte um die Rente wird intensiver. Verdi-Chef Frank Werneke sprach sich am 19. Juni für eine Stabilisierung des Rentenniveaus über 2031 hinaus aus. Eine Kapitaldeckung aus Beitragseinnahmen lehnt er ab.
Stattdessen fordert Werneke den Ausbau der betrieblichen Altersversorgung (bAV) als verpflichtende zweite Säule. Sein Modell: obligatorische Teilnahme mit hohen Arbeitgeberanteilen. Eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters lehnt der Gewerkschaftschef ab.
Aktuell haben rund 20 Millionen Menschen in Deutschland eine bAV. Etwa 17 Millionen Beschäftigte besitzen noch keine Absicherung. Die Regierung prüft ein Opt-Out-Modell für die betriebliche Vorsorge. Die zuständige Rentenkommission legt ihren Bericht laut Bundeskanzler Merz am kommenden Dienstag vor.
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Altersvorsorgedepot: Neue Regeln ab 2027
Zum 1. Januar 2027 startet das neue Altersvorsorgedepot als Alternative zur Riester-Rente. Der große Unterschied: Die verpflichtende Beitragsgarantie entfällt. Möglich wird eine Aktienquote von bis zu 100 Prozent.
Der Staat fördern das Modell mit 50 Cent pro investiertem Euro – maximal 360 Euro pro Jahr. Dazu kommt eine Kinderzulage von 300 Euro.
Steuerliche Anreize zeigen bereits Wirkung. Im ersten Quartal 2026 waren im deutschen Mittelstand rund 9.000 Altersvollrentner mehr beschäftigt als im Vorjahr. Grund sind spezifische Steuervorteile für arbeitende Rentner.
Ab Juli 2026 soll zudem die App „MeinELSTER+“ die Steuererklärung vereinfachen. Rund 11,5 Millionen Steuerpflichtige profitieren dann von der digitalen Abwicklung – eine administrative Hürde weniger für Arbeitnehmer.
