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VW-Chef kommt nach Sachsen - Belegschaft erhofft Perspektive

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 04:30 Uhr | dpa.de

Am Automobilbau hÀngen in Sachsen Zehntausende Jobs, doch die Branche schwÀchelt. Vor allem um die Zukunft von Volkswagen in Zwickau wÀchst die Sorge. Bringt Konzernchef Blume nÀchste Woche Klarheit?

  • Pionier bei E-Autos: Die Autofabrik von Volkswagen in Zwickau. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
    Pionier bei E-Autos: Die Autofabrik von Volkswagen in Zwickau. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
  • Verunsicherte BeschĂ€ftigte: Welche Zukunft hat der Automobilbau in Zwickau? (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
    Verunsicherte BeschÀftigte: Welche Zukunft hat der Automobilbau in Zwickau? (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
  • Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von VW Sachsen, Mike Rösler, fordert klare Perspektiven fĂŒr die sĂ€chsischen Standorte nach 2030. (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa
    Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von VW Sachsen, Mike Rösler, fordert klare Perspektiven fĂŒr die sĂ€chsischen Standorte nach 2030. (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa
  • Pionier bei E-Autos: Die Autofabrik von Volkswagen in Zwickau. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
    Pionier bei E-Autos: Die Autofabrik von Volkswagen in Zwickau. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
  • Verunsicherte BeschĂ€ftigte: Welche Zukunft hat der Automobilbau in Zwickau? (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
    Verunsicherte BeschÀftigte: Welche Zukunft hat der Automobilbau in Zwickau? (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
  • Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von VW Sachsen, Mike Rösler, fordert klare Perspektiven fĂŒr die sĂ€chsischen Standorte nach 2030. (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa
    Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von VW Sachsen, Mike Rösler, fordert klare Perspektiven fĂŒr die sĂ€chsischen Standorte nach 2030. (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa
Pionier bei E-Autos: Die Autofabrik von Volkswagen in Zwickau. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa Verunsicherte BeschĂ€ftigte: Welche Zukunft hat der Automobilbau in Zwickau? (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von VW Sachsen, Mike Rösler, fordert klare Perspektiven fĂŒr die sĂ€chsischen Standorte nach 2030. (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa Pionier bei E-Autos: Die Autofabrik von Volkswagen in Zwickau. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa Verunsicherte BeschĂ€ftigte: Welche Zukunft hat der Automobilbau in Zwickau? (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von VW Sachsen, Mike Rösler, fordert klare Perspektiven fĂŒr die sĂ€chsischen Standorte nach 2030. (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa

Überkapazitäten, Konkurrenz aus China, Jobabbau: Wegen der angespannten Marktlage sind beim Autobauer Volkswagen weitere Einschnitte für die Belegschaft im Gespräch. In der kommenden Woche kommt nun Konzernchef Oliver Blume erstmals zu einer Betriebsversammlung in die E-Auto-Fabrik in Zwickau. «Wir erwarten, dass endlich Klartext gesprochen wird», sagt der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von Volkswagen Sachsen, Mike Rösler, der Deutschen Presse-Agentur. «Die Kolleginnen und Kollegen hier bauen mit Leidenschaft Autos und brauchen eine Perspektive, wie es nach 2030 weitergeht.»

Bis Ende 2030 gibt es eine Standortgarantie - doch was kommt danach? Das ist ungewiss. Zwickau wurde zuletzt immer wieder in einer Reihe mit Emden, Hannover und Neckarsulm als die Autofabriken im Konzern genannt, die auf der Kippe stehen.

Pionier bei E-Autos

Konzernchef Blume hatte jedoch wiederholt gesagt, es gebe intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. «Ich hoffe, dass der Vorstand seinen Job macht und uns diese Lösungen endlich präsentiert.» Und das aus erster Hand. Denn zuletzt hätten die Mitarbeiter neue Pläne meist aus der Zeitung erfahren, kritisiert Rösler. «Das verstärkt die Unsicherheit hochgradig.»

Die Autofabrik in Zwickau gilt als Pionier in der Elektromobilität bei Volkswagen. Dort werden seit 2020 ausschließlich E-Autos gebaut. Doch der Standort hat deutlich Federn gelassen. Rund 11.000 Beschäftigte arbeiteten dort zu Hochzeiten, aktuell sind es noch etwa 8.000 - mehr als 1.000 weitere Jobs werden in den nächsten Jahren planmäßig wegfallen, bedauert Rösler. So soll 2027 eine der beiden Fertigungslinien stillgelegt werden. 

Betriebsrat: Sparanstrengungen in allen Bereichen

Dafür wird die Demontage von gebrauchten Fahrzeugen als neues Geschäftsfeld hochgefahren. Bis Jahresende werden dort laut Rösler etwa 100 Menschen arbeiten. Auf absehbare Zeit soll die Zahl nach Unternehmensangaben auf bis zu 1.000 steigen. Ziel ist es, ab 2030 jährlich bis zu 15.000 Fahrzeuge zu zerlegen und aufzubereiten. 

Der Betriebsrat verweist auf Sparanstrengungen in allen Bereichen, neben dem Abbau von Jobs etwa bei Energie- und Beschaffungskosten. Rösler: «Es wird an allen Ecken und Enden mit Hochdruck daran gearbeitet, die Ziele zu erreichen.» 

Doch wenn die Auslastung der Fabrik sinkt, verteuert das die Stückkosten. «Unser Werk ist ausgelegt für bis zu 360.000 Fahrzeuge, dieses Jahr werden es voraussichtlich etwa 202.000 sein», erklärt der 43-Jährige. «Bei voller Auslastung kämen wir auf gleiche Produktionskosten pro Fahrzeug wie in Bratislava.» In der slowakischen Hauptstadt betreibt VW eine Autofabrik. 

Wackelt die 35-Stunden-Woche?

In der Diskussion um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Autoindustrie wird inzwischen auch die 35-Stunden-Woche infrage gestellt. Die passe nicht mehr in die Zeit, hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) vor etwa einem Monat im Interview mit dem Deutschlandfunk gesagt. Rösler kontert: «Die Belastung durch Schichtarbeit ist hoch.» Die Beschäftigten in Zwickau zeigten sich mit Sonderschichten und Schichtverlängerungen flexibel und arbeiteten tatsächlich häufig 39 Stunden pro Woche und mehr. Eine Anhebung der Wochenarbeitszeit würde zudem dazu führen, dass weniger Personal gebraucht werde und mehr Menschen ihre Arbeit verlieren, betont er.

Eine Option, auf die man in Zwickau für die Zukunft hofft, ist der Bau von Modellen, die Volkswagen bisher nur in China herstellt. Als Beispiele werden die SUV ID.Unyx 08 und ID.Era 9X genannt. Zu Volkswagen Sachsen gehört neben der Autofabrik in Zwickau aber auch die Gläserne Manufaktur, in der die Autoproduktion bereits eingestellt wurde, und das Motorenwerk in Chemnitz. In Chemnitz werden bisher noch Verbrennungsmotoren gebaut und damit ist das Werk gut ausgelastet. Aber auch dort brauche es auf absehbare Zeit Entscheidungen zur künftigen Belegung, mahnt Rösler.

Konzernchef Blume wird in der kommenden Woche an mehreren deutschen Standorten vor die Belegschaft treten. Der Anfang wird am Dienstag im Stammwerk Wolfsburg gemacht, am Mittwoch folgen Emden und Zwickau.

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