Gedenken an Hamas-Opfer - Reden von Steinmeier und Scholz
07.10.2024 - 06:35:01BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier wird bei einem interreligiösen Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-GedÀchtniskirche in Berlin-Charlottenburg zu den Anwesenden sprechen.
Im Anschluss wollen sich Teilnehmer auf einen stillen Gedenkweg zu einem nahegelegenen JĂŒdischen Gemeindehaus begeben. Vor dem GebĂ€ude findet dann eine weitere Gedenkveranstaltung statt. Sprechen werden dort unter anderem Berlins Regierender BĂŒrgermeister Kai Wegner (SPD), Israels Botschafter Ron Prosor und der PrĂ€sident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. Bereits am frĂŒhen Morgen sollen am Brandenburger Tor bei einer Mahnwache die Namen der Opfer vorgelesen werden.
Scholz bei Gedenkzeremonie in Hamburg
In Hamburg ist in der Synagoge Hohe Weide am Abend eine Gedenkzeremonie geplant, hier will auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ein Statement abgeben. In der MĂŒnchner Synagoge Ohel Jakob werden zu einer Gedenkveranstaltung unter anderem die PrĂ€sidentin der Israelitischen Kultusgemeinde MĂŒnchen und Oberbayern, Charlotte Knobloch und Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) erwartet. Auch in vielen anderen StĂ€dten sind Gedenkveranstaltungen geplant. In mehreren StĂ€dten wollen sich zugleich Menschen zu propalĂ€stinensischen Kundgebungen versammeln.
Am 7. Oktober 2023 hatten Terroristen der radikal-islamistischen Hamas und anderer Gruppen mehr als 1.200 Menschen in Israel getötet und etwa 250 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Dies war der Auslöser fĂŒr den bis heute andauernden Gaza-Krieg.
Tausende Menschen demonstrierten schon am Wochenende
Bereits seit Tagen finden bundesweit anlĂ€sslich des Jahrestages Demonstrationen pro Israel und pro PalĂ€stina statt. Die gröĂte Veranstaltung gab es am Sonntag in MĂŒnchen, wo sich mehr als 8.000 Menschen gegen den Antisemitismus wandten. ZentralratsprĂ€sident Schuster und Botschafter Prosor nahmen daran teil.
Die gröĂte propalĂ€stinensische Demonstration gab es am Sonntag in Berlin mit rund 3.500 Teilnehmern in Kreuzberg. Sie wurde nach Stein- und FlaschenwĂŒrfen auf Polizisten vorzeitig beendet. Nach Angaben der Polizei wurden dabei 14 Polizeibeamte verletzt. Die Hauptstadt ist seit einem Jahr ein Schwerpunkt solcher Demonstrationen, bei den es immer wieder auch zu Ausschreitungen kam.
Antisemitismusbeauftragter: Islamisten werden verharmlost
Nach einem Jahr Krieg zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas beklagt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, dass Islamisten in Deutschland zunehmend verharmlost wĂŒrden. "Nach dem 7. Oktober sind die Schleusen gebrochen", sagte Klein der "Rheinischen Post" (Montag). Der deutsche Diskurs habe sich radikalisiert und verhĂ€rtet, gerade auch an UniversitĂ€ten.
"Das sieht man etwa daran, dass rote Hamas-Dreiecke, die Zielmarkierungen sind, auf GebĂ€ude gesprĂŒht werden. Institute wurden besetzt und Menschen angegriffen, die mit dem Nahostkonflikt ĂŒberhaupt nichts zu tun haben", erlĂ€uterte Klein und verwies auf Attacken gegen jĂŒdische Deutsche und den Berliner Kultursenator Joe Chialo. Der CDU-Politiker war kĂŒrzlich von propalĂ€stinensischen Aktivisten bedrĂ€ngt und beleidigt worden, auf seinem Haus wurde Farbe verteilt.
Klein kritisierte auch den Jubel migrantischer Gruppen in Deutschland ĂŒber Irans Raketenangriff auf Israel. Der Beauftragte bemerkte auch: "Bei der Bevölkerung generell macht sich allerdings eine gewisse Abstumpfung beim Thema Antisemitismus bemerkbar. Auch die sichtbare, gezeigte SolidaritĂ€t mit Israel lĂ€sst nach."

