Amazon-Gaskraftwerk: 7,65 Gigawatt für KI-Rechenzentren in Texas
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 00:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Amazon übernimmt die Finanzierung eines 7,65-Gigawatt-Gaskraftwerks in Texas. Die Anlage soll drei neue KI-Rechenzentren des Konzerns mit Strom versorgen.
Das Projekt „GW Ranch“ entsteht im Pecos County und wird vom Entwickler Pacifico Energy umgesetzt. Mit 35 Turbinen übertrifft es jedes bisherige Gaskraftwerk in den USA. Zum Vergleich: Ein typisches deutsches Kernkraftwerk brachte es auf rund 1,4 Gigawatt.
Bau startet 2026
Der Baubeginn ist für das erste Quartal 2026 geplant, die erste Stromlieferung für Anfang 2027. Amazon betont, die Kosten für die Energieversorgung vollständig selbst zu tragen. Damit reagiert der Konzern auf Bedenken, die finanzielle Last könnte auf texanische Privathaushalte abgewälzt werden.
Ergänzend zum Gaskraftwerk entstehen Solaranlagen mit 750 Megawatt Leistung und Batteriespeicher mit 1,8 Gigawatt. Die Kombination sichert die Grundlastfähigkeit und integriert zugleich erneuerbare Komponenten.
Kritik an Emissionen
Während Amazon mit 7,65 Gigawatt Gasstrom seine KI-Rechenzentren absichert, stellt sich auch für Ihr Unternehmen die Frage: Wie decken Sie den wachsenden Energiebedarf Ihrer IT-Infrastruktur? Dieser Report zeigt Ihnen, wie Sie mit erneuerbaren Quellen und Speichern Ihre Energieversorgung zukunftssicher machen – und dabei ESG-Anforderungen erfüllen. Jetzt kostenlosen Energie-Report anfordern
Trotz der Solar- und Speicherprojekte steht das Vorhaben in der Kritik. Die genehmigten CO2-Emissionen liegen bei bis zu 33 Millionen Tonnen pro Jahr, zusätzlich werden rund 12.000 Tonnen Luftschadstoffe erwartet. Der massive Einsatz fossiler Brennstoffe zeigt: Der Energiehunger moderner KI-Systeme lässt sich derzeit offenbar nicht allein durch regenerative Quellen decken.
Mit der Eigenfinanzierung folgt Amazon einem Branchentrend. Immer mehr Hyperscaler gestalten ihre Energieversorgung unabhängig vom öffentlichen Netz und sichern sich so die nötige Stabilität für rechenintensive Anwendungen.
Branche rüstet auf
Die CO2-Bilanz von KI-Rechenzentren wird zum Compliance-Risiko: Allein Amasons Gaskraftwerk darf bis zu 33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr emittieren. Wie reduzieren Sie die Emissionen Ihres KI-Betriebs, ohne auf Performance zu verzichten? Unser Leitfaden liefert konkrete Maßnahmen – von effizienter Kühlung bis zur Integration von Solar- und Speicherlösungen. CO2-Reduktions-Leitfaden jetzt sichern
Auch andere Unternehmen investieren kräftig in Energieinfrastruktur. Energy Vault kündigte eine 1,25-Gigawatt-Anlage für einen texanischen Standort eines ungenannten Hyperscalers an. Das System kombiniert Batteriespeicher mit Caterpillar-Generatoren und soll innerhalb der nächsten 4 bis 12 Monate in Betrieb gehen.
International treibt das Thema ebenfalls die Branche um. In Malaysia unterzeichneten SSDU Innovations und EER Digital eine Absichtserklärung für ein Pilotprojekt in Selangor. Im Fokus: die Nachhaltigkeit von GPU-Immersionskühlung. Experten prognostizieren, dass Rechenzentren dort bis 2033/2034 eine zusätzliche Nachfrage von etwa 6 Gigawatt erzeugen könnten.
