Flugverkehr lÀuft im Sommer deutlich stabiler als im Vorjahr
08.08.2023 - 12:39:59An den deutschen FlughĂ€fen lĂ€uft der Flugverkehr in diesem Sommer stabiler als im chaotischen Vorjahr. Nach Angaben des Branchenverbandes BDL sind im Juni gut 60 Prozent der AbflĂŒge pĂŒnktlich rausgegangen, was im Vergleich zum Vorjahresmonat eine deutliche Steigerung um 19 Prozent bedeute.
Er rechne damit, dass sich der positive Trend in den kommenden Monaten fortsetze, erklĂ€rte BDL-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Matthias von Randow am Dienstag. Er wies auf besondere Schwierigkeiten im Juni hin, als schwere Gewitter in ganz Europa und die LuftwaffenĂŒbung «Air Defender» den zivilen Luftverkehr im deutschen Luftraum beeintrĂ€chtigten. FlughĂ€fen und Airlines haben laut BDL zusĂ€tzliches Personal eingestellt und verschiedene Prozesse optimiert. Der ArbeitskrĂ€ftemangel in Deutschland mache sich aber weiterhin nachhaltig bemerkbar.
Im ersten Halbjahr 2023 sind der BDL-Statistik zufolge an den deutschen FlughÀfen 87,7 Millionen Passagiere abgefertigt worden. Das war im Vergleich zum corona-geprÀgten Vorjahreszeitraum zwar eine Steigerung um 28 Prozent, lag aber gleichzeitig auch noch deutlich unter dem Wert von 2019. Im Juni wurden 80 Prozent der Passagiere aus dem Vergleichsmonat Juni 2019 gezÀhlt. Der Verband erwartet bis zum Jahresende eine Erholung des Angebots auf bis zu 88 Prozent.
Fraport rechnet mit 60 Millionen Passagieren
Der gröĂte deutsche Flughafen in Frankfurt erreichte im Juli nach vorlĂ€ufigen Angaben 87 Prozent des Vorkrisenwertes. FĂŒr das Gesamtjahr erwartet Betreiber Fraport nun etwa 60 Millionen Passagiere - rund 15 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019 (70,6 Mio Passagiere). Auch die Gewinne sollen steigen. FĂŒr das laufende Jahr rechnet die Fraport-Spitze jetzt mit einem operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in der oberen HĂ€lfte der Zielspanne von 1,04 bis 1,2 Milliarden Euro (2022: 1,03 Mrd Euro). Der konsolidierte Ăberschuss soll mehr als 360 Millionen Euro betragen und damit den Vorjahreswert von knapp 167 Millionen deutlich ĂŒbertreffen.
Der deutsche Luftverkehrsmarkt erholt sich damit weiterhin langsamer vom Corona-Schock als der europĂ€ische Flugverkehr. Wichtige GrĂŒnde sind der ausgedĂŒnnte Inlands-Flugplan mit einem Sitzplatzangebot von 47 Prozent sowie der weitgehende RĂŒckzug von Direktfluggesellschaften wie Ryanair, Easyjet oder Wizz Air. Diese Airlines machen derzeit trotz ihres starken Wachstums einen weiten Bogen um den deutschen Markt mit seinen hohen GebĂŒhren und Kosten. Ihr Sitzplatzangebot von deutschen FlughĂ€fen betrug im ersten Halbjahr nur noch 63 Prozent des Niveaus von 2019.
Einen Zeitpunkt, zu dem die Passagierzahl von 2019 wieder erreicht werden könnte, nannte der BDL nicht. Insbesondere innerdeutsch wird ein Teil wohl auch nie mehr zurĂŒckkommen. Man habe lange Jahre daran gearbeitet, dass Passagiere im Inlandsverkehr auch intermodale Angebote auf der Schiene nutzen könnten, erklĂ€rte Randow. «Wir wollen das. Wir halten das fĂŒr sinnvoll.»
Wie zuvor die staatseigene Deutsche Flugsicherung sprach sich auch der BDL dafĂŒr aus, die Airlines bei den zuletzt stark gestiegenen Flugsicherungskosten zu entlasten. Deutschland habe im Gegensatz zu vielen anderen Staaten die wĂ€hrend der Corona-Zeit aufgelaufenen Defizite auf die Lotsen-GebĂŒhren aufgeschlagen. Es gehe um einen Betrag von rund einer Milliarde Euro, der fĂŒr die Airlines kompensiert werden mĂŒsse.
Der Verband warnte erneut davor, dass eine steigende Zahl von FernflĂŒgen ĂŒber Drehkreuze auĂerhalb der EU wie Dubai, Istanbul oder Doha abgewickelt wird. Die europĂ€ischen FlughĂ€fen und Airlines dĂŒrften nicht mit weiteren wettbewerbsverzerrenden Kosten belastet werden.
Viel Betrieb bei Airlines im Juni
Genf (dpa) - Die Fluggesellschaften blicken auf einen starken Juni zurĂŒck. Die geflogenen Personenkilometer seien um 31 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresmonat gestiegen, berichtete der Verband der Fluggesellschaften (IATA) in Genf. FĂŒr das gesamte erste Halbjahr sei der Betrieb 47,2 Prozent stĂ€rker gewesen als im gleichen Zeitraum 2022. «Global liegt der Verkehr jetzt bei 94,2 Prozent des Niveaus vor der Corona-Pandemie», berichtete IATA. Besonders voll seien die Maschinen in Nordamerika und Europa gewesen.
Fluggesellschaften aus der Region Asien-Pazifik legten bei den Personenkilometern im Juni um 128,1 Prozent gegenĂŒber dem Juni 2022 zu. Bei europĂ€ischen Airlines waren es plus 14 Prozent, bei nordamerikanischen plus 23,3 Prozent.


