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WDH / ROUNDUP: High Noon fĂŒr China - Trump gibt Peking bis Mittag Zeit

08.04.2025 - 08:04:35

(Angaben zu den gegen China gerichteten Zusatzzölle im vierten Absatz prĂ€zisiert.)WASHINGTON - In dem von US-PrĂ€sident Donald Trump begonnenen weltweiten Handelskonflikt tickt nun die Uhr zunĂ€chst fĂŒr China.

(Angaben zu den gegen China gerichteten Zusatzzölle im vierten Absatz prÀzisiert.)

WASHINGTON (dpa-AFX) - In dem von US-PrĂ€sident Donald Trump begonnenen weltweiten Handelskonflikt tickt nun die Uhr zunĂ€chst fĂŒr China. Trump gab der chinesischen FĂŒhrung bei einem Termin im Weißen Haus bis Dienstag 12.00 Uhr Zeit, die von Peking verkĂŒndeten Gegenzölle in Höhe von 34 Prozent wieder zurĂŒckzunehmen. Doch die Antwort aus Peking folgte umgehend: BestĂŒnden die USA weiterhin auf diesem Weg, werde "China sie definitiv bis zum Ende begleiten", teilte das Pekinger Handelsministerium mit.

Trump hatte bei einem Empfang fĂŒr den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu gedroht, er werde China mit zusĂ€tzlichen Zöllen von noch einmal 50 Prozent belegen, sollte Peking nicht einlenken. Die neuen Zölle fĂŒr China wĂŒrden am Mittwoch verhĂ€ngt, warnte Trump - an diesem Tag soll auch der zweite Teil des riesigen amerikanischen Zollpakets in Kraft treten. Geplant sind nach den schon geltenden 10 Prozent Grundzöllen nochmals deutlich höhere Zölle fĂŒr LĂ€nder, mit denen die USA aus Sicht der Regierung ein besonders großes Handelsdefizit aufweisen. Dazu gehört auch die EU.

China gibt sich unbeeindruckt

Sollten die USA ihre Zollmaßnahmen weiter eskalieren, werde "China entschlossen Gegenmaßnahmen ergreifen, um seine eigenen Rechte und Interessen zu schĂŒtzen", teilte das chinesische Handelsministerium weiter mit.

FĂŒr China wĂŒrden die neuen Strafmaßnahmen von 50 Prozent dann schon Zusatzzölle in Höhe von mehr als 100 Prozent bedeuten, die seit dem Amtsantritt von Trump verhĂ€ngt wurden. Die USA hatten seit Januar Waren aus China zunĂ€chst mit zusĂ€tzlichen Zöllen von 20 Prozent belegt. Die neuen weltweiten Zölle sehen fĂŒr China weitere 34 Prozent vor. Trump hatte zuvor geschrieben, China habe seine "Vergeltungszölle" in Höhe von 34 Prozent trotz seiner Warnung verhĂ€ngt, dass er weitere Zölle erheben werde, sollte ein Land solche Gegenmaßnahmen ergreifen.

Trump lehnt Aufschub fĂŒr Zölle ab

Ein Aussetzen der Zölle lehnte Trump bei dem Treffen mit Netanjahu erneut ab. "Nun, das haben wir nicht vor", sagte Trump auf eine entsprechende Frage. Zuvor hatten Vertreter des Weißen Hauses entsprechende Spekulationen ĂŒber ein Aussetzen der Zölle schon als Fake News bezeichnet. Es gebe viele LĂ€nder, die mit den USA verhandeln wollten, sagte Trump bei einem Empfang fĂŒr den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu. Er nannte den japanischen MinisterprĂ€sidenten Shigeru Ishiba, mit dem er am Morgen gesprochen habe.

Der amerikanische PrĂ€sident zeigte bei dem Treffen mit Netanjahu auch, dass ein Entgegenkommen nicht unbedingt etwas nĂŒtzt. Der israelische Regierungschef hatte angekĂŒndigt, dass Israel die allerdings ohnehin geringen Zölle und Handelshemmnisse gegenĂŒber den USA abbauen werde. Auf die Frage, ob denn die USA dann auch die geplanten zusĂ€tzlichen Zölle von 17 Prozent auf israelische Produkte reduzieren wĂŒrden, sagte Trump: "Vielleicht, vielleicht nicht" und fĂŒgte hinzu: "Vergessen Sie nicht, dass wir Israel sehr viel helfen." Die USA wĂŒrden Israel jedes Jahr mit vier Milliarden Dollar unterstĂŒtzen. Mit einem LĂ€cheln wandte er sich dann an Netanjahu und sagte: "GlĂŒckwunsch, ĂŒbrigens."

EU strebt Verhandlungen an

Die EuropĂ€ische Union ist derweil weiter um Deeskalation bemĂŒht: Sie bietet den USA eine Vereinbarung zur gegenseitigen Aufhebung aller Zölle auf IndustriegĂŒter an. Trotz der Zollentscheidungen Trumps sei die EuropĂ€ische Union bereit zu verhandeln, sagte EU-KommissionsprĂ€sident Ursula von der Leyen in BrĂŒssel. Sie machte aber auch deutlich, dass die EU auch weiterhin mögliche Gegenmaßnahmen fĂŒr den Fall eines Scheiterns von Verhandlungen vorbereitet. Einfuhren aus LĂ€ndern der EuropĂ€ischen Union wollen die USA am Mittwoch mit zusĂ€tzlichen 20 Prozent Zoll belegen.

Der deutschen Wirtschaft drohen erhebliche Exporteinbußen in die USA, sollte Trump bei den verhĂ€ngten Zöllen bleiben. "Das wĂŒrde ganz erhebliche Auswirkungen haben, da darf man nicht naiv sein", sagte der geschĂ€ftsfĂŒhrende Finanzminister Jörg Kukies im ZDF-"heute journal". Nach Berechnungen des ifo-Instituts wĂŒrden laut Kukies die deutschen Exporte in die USA um rund 15 Prozent sinken.

Nach Talfahrt geringere Verluste an den Börsen

Die Talfahrt am New Yorker Aktienmarkt war zuletzt leicht gebremst. Nach massiven Anfangsschwankungen pendelte sich der Dow Jones Industrial im Handelsverlauf auf tieferem Niveau ein und schloss 0,91 Prozent im Minus bei 37.965,60 Punkten. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 sank um 0,23 Prozent auf 5.062,25 Punkte. Der von den großen Technologieaktien dominierte Nasdaq 100 US6311011026 schwankte zunĂ€chst ebenfalls deutlich und stieg letztlich um 0,19 Prozent auf 17.430,68 ZĂ€hler.

Trump will mit Zöllen angebliche Handelsungleichgewichte korrigieren und Produktion in die USA verlagern. Zugleich sollen die Zolleinnahmen dazu dienen, sein teures Wahlversprechen großer Steuersenkungen zumindest teilweise gegenzufinanzieren.

@ dpa.de