Presse: Angehörige von Gaza-Geiseln drÀngen Netanjahu zu Abkommen
22.01.2024 - 05:51:09Wie die Zeitung "The Times of Israel" in der Nacht zum Montag berichtete, schlugen Angehörige der mehr als 130 Geiseln auf einem BĂŒrgersteig vor Netanjahus Privathaus in Jerusalem Zelte auf. Man werde so lange in den Zelten bleiben, bis Netanjahu "einem Abkommen zur RĂŒckgabe der Geiseln zustimmt", wurde ein Sprecher zitiert. Medien zufolge drĂ€ngen die USA, Ăgypten und Katar Israel und die Hamas zu einem Verhandlungsprozess, der zur Freilassung von Geiseln und dem RĂŒckzug der israelischen Armee aus Gaza fĂŒhren soll.
Die Verhandlungen sollten in den kommenden Tagen in Kairo fortgesetzt werden, berichtete das "Wall Street Journal". Der Nahost-Koordinator von US-PrÀsident Joe Biden, Brett McGurk, werde zu diesem Zweck den Chef des Àgyptischen Geheimdienstes in der Hauptstadt treffen, berichtete die "New York Times" in der Nacht zum Montag unter Berufung auf US-Beamte. McGurk, der am Sonntag aufbrechen wollte, werde spÀter nach Doha weiterreisen, um dort Katars MinisterprÀsidenten Mohammed bin Abdulrahman Al Thani zu treffen.
Israels MinisterprĂ€sident Netanjahu hatte die Bedingungen der Hamas fĂŒr eine Freilassung der Geiseln am Sonntag abgelehnt. Die Islamisten verlangten im Gegenzug ein Ende des Krieges, den RĂŒckzug der israelischen StreitkrĂ€fte und den Fortbestand der Regierungsmacht der Hamas im Gazastreifen.
Netanjahu steht innenpolitisch unter groĂem Druck. Tausende hatten am Wochenende demonstriert und ein Ende der KĂ€mpfe gefordert, um die Geiseln freizubekommen. Bei der Zelt-Aktion vor Netanjahus Haus gab es Plakate und Schilder mit der Forderung nach Freilassung der Geiseln. Auf einem war laut der "Times of Israel" zu lesen: "Wir lieben unsere Kinder mehr als wir die Hamas hassen".

