Apothekenreform, Kindergeld

Apothekenreform und Kindergeld: Das ändert sich 2026 in Deutschland

22.05.2026 - 07:16:20 | boerse-global.de

Bundesregierung verabschiedet Gesetze zur Stärkung von Apotheken und zur steuerlichen Entlastung von Familien.

Apothekenreform und Kindergeld: Das ändert sich 2026 in Deutschland - Foto: über boerse-global.de
Apothekenreform und Kindergeld: Das ändert sich 2026 in Deutschland - Foto: über boerse-global.de

Die Bundesregierung hat weitreichende Gesetze verabschiedet, die Apotheken finanziell stärken und Familien entlasten sollen. Mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) und dem Steuerfortentwicklungsgesetz reagiert die Koalition aus Union und SPD auf wirtschaftlichen Druck und inflationsbedingte Belastungen. Die Reformen markieren einen Kurswechsel hin zu pragmatischen Anpassungen statt großer Systemumwälzungen.

Apotheken: Höhere Honorare und mehr Kompetenzen

Der Gesundheitsausschuss des Bundestages stimmte am 20. Mai 2026 für das ApoVWG – das Plenum wird es voraussichtlich noch im Juni verabschieden. Kern der Reform: Die wirtschaftliche Basis der rund 18.000 Apotheken in Deutschland soll gestärkt werden, besonders in ländlichen Regionen.

Das sogenannte Packungsfixum – die feste Vergütung für verschreibungspflichtige Medikamente – steigt in zwei Schritten. Ab dem 1. Juli 2026 erhalten Apotheken 9,00 Euro pro Packung (bisher 8,35 Euro), ab dem 1. Januar 2027 dann 9,50 Euro. „Damit wird die Vergütung von der Abgabemenge entkoppelt und nicht mehr von teuren Medikamenten abhängig gemacht", erklärt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

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Mehr Flexibilität durch Telepharmazie

Ein Novum: Unter bestimmten Bedingungen dĂĽrfen kĂĽnftig pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) eine Apothekenfiliale vorĂĽbergehend allein fĂĽhren. Voraussetzung ist eine digitale Anbindung an einen Apotheker im Filialverbund. Dieses Modell soll die Versorgung in strukturschwachen Gebieten sichern, in denen sich der Betrieb einer Vollzeit-Apotheke nicht mehr lohnt.

Zudem erweitert das Gesetz die Dienstleistungen: Apotheker dürfen künftig Impfungen anbieten und bestimmte Diagnosetests für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durchführen. Die Maßnahmen zielen auf die wachsende Bedeutung der Prävention im Gesundheitswesen.

Kindergeld und Steuerfreibeträge: Was Familien 2026 erwartet

Seit dem 1. Januar 2026 erhalten Eltern 259 Euro Kindergeld pro Monat und Kind – ein Plus von vier Euro gegenüber dem Vorjahr. Die Erhöhung fällt moderat aus, ist aber Teil einer systematischen Anpassung an die verfassungsrechtlich garantierte Existenzsicherung.

Deutlich stärker steigt der Kinderfreibetrag: Für das Steuerjahr 2026 beträgt er für zusammenveranlagte Ehepaare 9.756 Euro (2025: 9.600 Euro). Der Freibetrag deckt Existenz-, Betreuungs- und Ausbildungsbedarf ab. Das Finanzamt führt automatisch die sogenannte Günstigerprüfung durch – es berechnet, ob das Kindergeld oder der Freibetrag für den Steuerzahler vorteilhafter ist.

Auch der Grundfreibetrag für Erwachsene wurde angehoben: Er liegt 2026 bei 12.348 Euro. Diese Anpassungen verhindern die kalte Progression, bei der Inflationsgewinne durch höhere Steuersätze aufgefressen werden.

Verwaltung: Digitalisierung statt Personalaufbau

Die ursprünglich geplante Kindergrundsicherung scheiterte an den prognostizierten Bürokratiekosten. Schätzungen zufolge wären bis zu 5.000 neue Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit nötig gewesen. Stattdessen setzt die Regierung nun auf digitale Lösungen im bestehenden Familienservice (ehemals Familienkasse).

„Die Bringschuld des Staates – Bürger müssen Leistungen automatisch erhalten – soll durch Datenabgleich und digitale Anträge erfüllt werden", heißt es aus Regierungskreisen. Der bürokratische Aufwand werde so minimiert, ohne dass Leistungsberechtigte leer ausgingen.

Versandhandel und Biosimilars: Strengere Regeln

Das ApoVWG verschärft zudem die Qualitätsstandards für den Versandhandel mit Medikamenten, insbesondere bei temperaturempfindlichen Arzneimitteln. Bis Juni 2028 sind exklusive Rabattverträge für Biosimilars ausgeschlossen – ein klares Signal für Versorgungssicherheit vor kurzfristigem Preiswettbewerb.

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Ausblick: Evaluation und nächste Schritte

Die Telepharmazie-Regelungen werden nach ihrer Einführung evaluiert. Sollte die Versorgungsqualität auch ohne physische Anwesenheit eines Apothekers gewährleistet sein, könnten ab 2027 weitere Lockerungen bei Öffnungszeiten und Personalvorschriften folgen.

In der Familienpolitik steht der nächste Meilenstein im Juni 2030 an: Dann legt die Bundesregierung einen Bericht über die Wirksamkeit der aktuellen Kindergeldstrukturen bei der Armutsbekämpfung vor. Bis dahin sind weitere inflationsbedingte Anpassungen im Zweijahresrhythmus zu erwarten.

Kritiker bemängeln, dass die strukturellen Defizite in der Renten- und Krankenversicherung nur unzureichend adressiert würden. Die Koalition verweist dagegen auf die Planungssicherheit, die Unternehmen und Familien durch die schrittweisen Reformen erhielten.

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