Arbeit, Ausland

Arbeit im Ausland - EU-Parlament stimmt fĂŒr digitale Meldung

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 13:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Das EuropĂ€ische Parlament hat PlĂ€ne fĂŒr ein digitales Meldesystem fĂŒr entsandte Arbeitnehmer bestĂ€tigt.

Unternehmen sollen kĂŒnftig schneller und mit weniger Aufwand melden können, dass Mitarbeiter fĂŒr begrenzte Zeit im Ausland arbeiten. UnterhĂ€ndler der EU-Staaten und des Europaparlaments hatten sich darauf verstĂ€ndigt. Nach dem Parlament mĂŒssen nun noch die Mitgliedstaaten zustimmen. In der Regel ist das nur eine Formalie.

Die EU-Kommission soll dann ein entsprechendes Portal aufbauen und starten. Die EU-Staaten können dieses Portal dann der Einigung zufolge anstelle ihrer bisherigen nationalen Systeme nutzen. Entscheiden sie sich dafĂŒr, dĂŒrfen sie keine zusĂ€tzlichen Meldungen verlangen.

FĂŒr Kontrolle von Lohn und Arbeitszeit

Entsendemeldungen sollen sicherstellen, dass die Regeln etwa zu Mindestlohn, Arbeitszeit und Arbeitsschutz beachtet werden, wenn Unternehmen einen Arbeitnehmer fĂŒr begrenzte Zeit im Ausland einsetzen.

In der EU gibt es nach Zahlen der EuropÀischen Arbeitsbehörde (ELA) schÀtzungsweise 3,6 Millionen Entsendungen mit rund 2,6 Millionen BeschÀftigten. Aus Deutschland werden rund 300.000 Entsendungen geschickt. Nach Deutschland kommen rund 1,5 Millionen Entsendungen aus anderen EU-Staaten. Damit sei man sowohl eines der HauptaufnahmelÀnder als auch eines der HauptentsendelÀnder.

Bundesministerium: Weniger BĂŒrokratie

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte die Einigung im Juni als wichtigen Schritt zum BĂŒrokratieabbau begrĂŒĂŸt. Ein europĂ€isches Portal mit einer vereinheitlichten digitalen Meldung sei eine wesentliche Vereinfachung fĂŒr die Unternehmen. "Eine Entsendemeldung ist zum Beispiel erforderlich, wenn ein deutsches Maschinenbauunternehmen, das eine Spezialmaschine in einen anderen Mitgliedstaat geliefert hat, im Reparaturfall kurzfristig einen Servicetechniker in den Mitgliedstaat schicken will", hatte das Ministerium mitgeteilt. "Damit die Maschine nicht lĂ€nger als unbedingt nötig stillsteht, muss der Servicetechniker möglichst schnell vor Ort sein. Deshalb ist das Unternehmen auf einen schnellen und unbĂŒrokratischen Entsendeprozess angewiesen."

Die EU-Kommission schĂ€tzt, dass Unternehmen durch die Nutzung des geplanten elektronischen Standardformulars im Vergleich zum bisherigen EU-Durchschnitt 73 Prozent der Zeit fĂŒr die Entsendungsmeldungen einsparen können.

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