Arbeitgeber kritisieren PlÀne der Regierung zur Tariftreue
06.08.2025 - 06:15:01Das Tariftreuegesetz sei ein "Tarifzwangsgesetz" und dĂŒrfe so nicht kommen, sagte Dulger der Deutschen Presse-Agentur. Ăhnlich sieht es die Deutsche Industrie- und Handelskammer, die auf einen hohen bĂŒrokratischen Aufwand verweist. Die Gewerkschaft IG Metall unterstĂŒtzt das Vorhaben hingegen und fordert eine Umsetzung ohne Schlupflöcher.
AuftrÀge ab 50.000 Euro
Das Kabinett will heute den Entwurf eines Tariftreuegesetzes auf den Weg bringen. Bei öffentlichen AuftrĂ€gen des Bundes ab 50.000 Euro sollen Firmen den PlĂ€nen zufolge ihren BeschĂ€ftigten Entgelt, Weihnachtsgeld, Urlaube und Ruhezeiten wie in branchenĂŒblichen TarifvertrĂ€gen gewĂ€hren mĂŒssen. Das Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag wird damit umgesetzt. Ziel ist eine höhere Tarifbindung.
Dulger, der PrĂ€sident der Bundesvereinigung der Deutschen ArbeitgeberverbĂ€nde, sagte: "Mit echter Tariftreue hat das nichts zu tun - denn Treue setzt Freiwilligkeit voraus, nicht staatlichen Zwang." Der Entwurf aus dem Arbeitsministerium sei genau das Gegenteil von BĂŒrokratie-RĂŒckbau. "Die Vergabe im öffentlichen Raum wird so noch komplizierter. Das Gesetz darf so nicht kommen." BĂŒrokratieabbau brauche Vertrauen in die Wirtschaft und die KrĂ€fte des Marktes, meinte Dulger.
Gesetz "muss konsequent sein"
Die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner hielt dagegen: "Es ist gut und richtig, dass das Tariftreuegesetz kommt. Aber es muss konsequent sein. Das bedeutet, es darf keine Ausnahmen, Verzögerungen oder Schwellenwerte geben, die es Arbeitgebern möglich machen, sich dem Gesetz zu entziehen."
Sie verwies die geplanten Milliardeninvestitionen des Bundes in die Infrastruktur. "Es ist daher nur anstĂ€ndig und sorgt zudem fĂŒr einen fairen Wettbewerb, wenn es klare Regeln zur Bezahlung der Menschen gibt, die unsere BrĂŒcken instand setzen, unsere Schienen ausbauen, unsere Schulen und Kitas ausstatten, die Materialien dafĂŒr liefern", sagte Benner. Die IG Metall kritisiert, dass die Beschaffung der Bundeswehr vom Tariftreuegesetz ausgenommen werden soll.
DIHK: "ZusĂ€tzlicher bĂŒrokratischer Ballast"
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) appelliert an die Bundesregierung, das geplante Tariftreuegesetz fallen zu lassen. "Das Tariftreuegesetz geht in die völlig falsche Richtung, es konterkariert das gemeinsame Ziel der wirtschaftlichen Erholung", sagte DIHK-PrĂ€sident Peter Adrian der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung".
Wenn mit dem Sondervermögen 500 Milliarden Euro in Infrastruktur investiert werden sollen, mĂŒsse die öffentliche Hand kostengĂŒnstig vorgehen. Das Tariftreuegesetz erhöhe aber den bĂŒrokratischen Aufwand und verhindere den effizienten Einsatz der Mittel durch die öffentliche Hand. "Es wĂ€ren hier Erleichterungen im Vergaberecht notwendig und kein zusĂ€tzlicher bĂŒrokratischer Ballast", sagte Adrian.

