Arbeitsklimaindex, Burgenland

Arbeitsklimaindex Burgenland: Muskelverspannungen führen mit 58 Prozent

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 11:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Arbeitsklimaindex zeigt verbreitete Beschwerden; 39 Prozent der Beschäftigten bezweifeln, bis 65 arbeiten zu können.
Ein leerer, modern gestalteter Büroarbeitsplatz mit einem ergonomischen Stuhl vor einem Fenster in der Abenddämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Die Zufriedenheit der Beschäftigten im Burgenland ist stark rückläufig. Dies geht aus dem aktuellen Arbeitsklimaindex des Instituts für empirische Sozialforschung hervor, der für die Arbeiterkammer Burgenland erhoben wurde. Wie aus einem Bericht vom 2. November 2026 hervorgeht, schlagen sich die veränderten Arbeitsbedingungen bei vielen Arbeitnehmern unmittelbar in gesundheitlichen Problemen nieder.

Körperliche Beschwerden und Erschöpfung dominieren

Laut den Ergebnissen der Untersuchung führen Muskelverspannungen mit 58 Prozent die Liste der arbeitsbezogenen Beschwerden an. Dicht dahinter folgen Rückenprobleme mit 54 Prozent sowie Erschöpfungszustände mit 51 Prozent. Zudem klagen 42 Prozent der befragten Arbeitnehmer über Ein- und Durchschlafstörungen, während 34 Prozent unter Augenproblemen leiden.

Angesichts dieser hohen Werte und der sinkenden Zufriedenheit fordert die Arbeiterkammer Burgenland eine deutliche Verbesserung der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Die Belastungen wirken sich zudem massiv auf die langfristige Berufsbiografie aus: 39 Prozent der Beschäftigten im Burgenland halten es für unwahrscheinlich oder eher unwahrscheinlich, bis zum Alter von 65 Jahren arbeiten zu können. Als Begründung nennen 64 Prozent dieser Personengruppe bestehende Krankheiten, Verletzungen oder Schmerzen, während 62 Prozent psychische Belastungen anführen.

Zunehmender Stress und ergonomische Defizite

Die burgenländischen Befunde reihen sich in ein internationales und überregionales Bild wachsender Arbeitsplatzbelastungen ein. Untersuchungen von Marsh für den Zeitraum von 2024 bis 2026 belegen, dass der Anteil der international Beschäftigten, die sich bei der Arbeit als voll aufblühend bezeichnen, von 66 Prozent im Jahr 2024 auf 44 Prozent im Jahr 2026 gefallen ist.

Anzeige

Angesichts der steigenden körperlichen Belastung im Berufsalltag suchen viele Betroffene nach effektiven Wegen, die Ursachen von Beschwerden direkt anzugehen. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber stellt zwei gezielte Übungen vor, die spürbare Linderung ohne zusätzliche Geräte ermöglichen. 2 wirksamste Übungen gegen Rückenschmerzen jetzt gratis herunterladen

In niedrigeren sozioökonomischen Schichten liegt dieser Wort lediglich bei 9 Prozent, während bei der Generation Z ein Einbruch von 70 Prozent auf 39 Prozent festgestellt wurde. Zudem stieg der Anteil tief unzufriedener Mitarbeiter mit schnellem Wechselwunsch von 4 Prozent auf 12 Prozent, jener ohne berufliche Alternative von 14 Prozent auf 26 Prozent.

Nach Erhebungen von Alight berichten 73 Prozent der Beschäftigten über ein mittleres oder hohes Stressniveau, das vor allem von persönlichen Finanzen getrieben wird. Fachleute führen diese Entwicklung auf höhere Arbeitslast, permanente Transformation, Unsicherheiten durch künstliche Intelligenz und unzureichendes Arbeitsplatzdesign zurück.

Dass körperliche Beschwerden eng mit ergonomischen Mängeln verknüpft sind, unterstreichen Erhebungen von Fellowes unter deutschen Büroangestellten. Demnach leiden 68 Prozent in ihrer Büroumgebung unter Schmerzen, 56 Prozent speziell unter Rückenschmerzen beim Sitzen. 45 Prozent der Beschäftigten fehlten im vergangenen Jahr durchschnittlich 15 Tage wegen Beschwerden am Arbeitsplatz.

Anzeige

Wer im Arbeitsalltag unter hoher psychischer Beanspruchung leidet, benötigt praxiserprobte Strategien, um die persönliche Ausgeglichenheit zu bewahren. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt konkret, wie beruflicher Erfolg und persönliches Glück durch gezielte Maßnahmen kein Widerspruch sein müssen. Kostenloses E-Book für mehr Work-Life-Balance sichern

Dennoch glauben nur 22 Prozent, dass Unternehmen in die passenden ergonomischen Mittel investieren, und 26 Prozent berichten, dass an ihrem Platz noch nie eine Risikobewertung stattfand.

Belastungen im Homeoffice und branchenspezifische Risiken

Bei hybriden Arbeitsformen und im Homeoffice verschärfen sich die Bedingungen häufig weiter. Nach weiteren Umfragedaten von Fellowes arbeiten über 40 Prozent der Arbeitnehmer im Homeoffice müde und antriebslos, 34 Prozent fühlen sich isoliert und 25 Prozent gestresst.

Nur 41 Prozent besitzen eine ordnungsgemäße Einrichtung: 20 Prozent sitzen am Küchen- oder Esstisch, 8 Prozent auf dem Sofa. Die Folge sind häufige Rücken-, Kopf- und Nackenschmerzen.

Zugleich zeigen Erhebungen wie die Erwerbstätigenbefragung von BIBB und BAuA aus dem Jahr 2024, dass auch andere Berufsfelder stark betroffen sind: 37 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher melden mengenmäßige Überforderung, verbunden mit Belastungen durch Lärm und langes Stehen.

Über ein Viertel aller Beschäftigten in Deutschland verrichtet zudem weiterhin körperlich schwere Arbeit, während parallel die psychomentale Beanspruchung stetig wächst.

Um diesen Fehlentwicklungen zu begegnen, setzen Institutionen wie die Initiative Gesundheit und Arbeit auf überarbeitete Instrumente wie den IGAcheck, mit dem betriebliche Gefährdungsbeurteilungen und Anforderungsprofile künftig präziser erstellt werden sollen.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70445036 |