Arbeitsmarkt: 3 Millionen Arbeitslose, Quote auf 6,4 Prozent gestiegen
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Angst vor unsicheren Arbeitsverhältnissen wächst: DGB-Chefin Yasmin Fahimi schlägt Alarm. Die schwächelnde Konjunktur und der KI-Wandel setzen Berufseinsteiger massiv unter Druck.
Im Juli stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 3.007.000 – eine Quote von 6,4 Prozent. BA-Vorstand Daniel Terzenbach nennt die Entwicklung jahreszeitüblich, räumt aber eine „anhaltend schwache Dynamik“ ein. Besonders betroffen: junge Menschen.
Streit um Reform der Wissenschaftsverträge
Das Bundeskabinett billigte Ende Juli einen Gesetzentwurf von Forschungsministerin Dorothee Bär zur Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes. Geplant: Mindestlaufzeiten von drei Jahren vor der Promotion, zwei Jahre danach.
Die Grünen gehen nicht weit genug. „Wir brauchen vier Jahre Mindestlaufzeit in der Promotionsphase und verbindliche Perspektiven auf unbefristete Stellen“, fordert Sprecherin Ay?e Asar. Sonst bleibe die Planbarkeit für junge Forscher auf der Strecke.
Auch angehende Lehrer sitzen auf dem Trockenen. In Baden-Württemberg stehen rund 4.000 Referendare ohne Bezüge da – ihre Verträge endeten mit dem Schuljahresabschluss. Obwohl bundesweit etwa 25.000 Lehrkräfte fehlen, verweigert das Land eine Ferienbeschäftigung.
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Betriebe finden keine Azubis – und setzen auf KI
Der Ausbildungsmarkt krankt an einem Paradox: Laut DIHK-Umfrage unter 14.000 Unternehmen bleibt fast jede zweite Lehrstelle unbesetzt. Zwei Drittel der Betriebe finden keine passenden Kandidaten – oft scheitert es an Mathe- und Deutschkenntnissen oder mangelnder Belastbarkeit.
Gleichzeitig schrumpft der Bedarf an Berufseinsteigern. In der Wirtschaftsprüfung wollen zwei Drittel der Gesellschaften ihre Juniorstellen drastisch reduzieren. Der Grund: Künstliche Intelligenz übernimmt zunehmend einfache Tätigkeiten, die bisher klassische Einstiegspositionen waren.
Ost und West: Chancen ungleich verteilt
Die Lage unterscheidet sich je nach Region gewaltig. In Berlin stehen 10.650 Bewerbern nur 5.560 offene Stellen gegenüber. Brandenburg ist mit 5.100 Bewerbern auf 5.000 Stellen nahezu ausgeglichen. In Baden-Württemberg stieg die Jugendarbeitslosigkeit auf 3,9 Prozent – die Zahl der Ausbildungsplätze fiel um zehn Prozent.
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Zusätzlich droht Ungemach von der Rentenkommission: Sie empfiehlt die weitgehende Abschaffung von Minijobs. Besonders die Gastronomie wäre betroffen – bundesweit arbeiten dort 1,1 Millionen Menschen geringfügig. Im Saarland ist sogar jeder zweite Beschäftigte Minijobber.
Der DGB fordert außerdem ein Hitze-Ausfallgeld, um Beschäftigte bei extremen Temperaturen finanziell abzusichern. Ob sich die Ampelkoalition auf all diese Baustellen einigen kann, dürfte die kommenden Monate zeigen.
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