Arbeitsmarkt-Krise: 4,3 Millionen weniger ErwerbstÀtige bis 2036
17.06.2026 - 07:32:39 | boerse-global.de
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) korrigiert seine Prognose drastisch nach oben.
Bis 2036 sinkt das Erwerbspersonenpotenzial um rund 4,3 Millionen Menschen. Noch 2024 gingen die Forscher von drei Millionen aus. Grund: Die geburtenstarken JahrgĂ€nge zwischen 1954 und 1969 verlassen den Arbeitsmarkt â fast 20 Millionen Menschen.
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Pro Jahr fehlen 500.000 ArbeitskrÀfte
Die Rechnung ist einfach: JĂ€hrlich gehen 1,3 Millionen BeschĂ€ftigte in Rente, aber nur 800.000 Berufseinsteiger rĂŒcken nach. Die LĂŒcke: 500.000 Personen pro Jahr. Das gesamte Erwerbspersonenpotenzial sinkt von 55 Millionen (2025) auf 51,2 Millionen (2036) â ein Minus von sieben Prozent.
Hinzu kommt: Die Bevölkerung schrumpft schneller als gedacht. 2025 sank die Einwohnerzahl erstmals seit lĂ€ngerem wieder â um 100.000 Menschen. Das jĂ€hrliche Geburtendefizit liegt bei 350.000. Bis 2040 könnte Deutschland unter 82 Millionen Einwohner fallen.
Immer weniger Beitragszahler
Das VerhĂ€ltnis zwischen ErwerbstĂ€tigen und Rentnern kippt. Kamen 2022 noch 30 Ăber-67-JĂ€hrige auf 100 Menschen im erwerbsfĂ€higen Alter, werden es 2040 voraussichtlich 41 sein. IW-Ăkonom Holger SchĂ€fer spricht von einer âerheblichen Belastung fĂŒr Wohlstand und Sozialsystemeâ.
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Was tun? LĂ€nger arbeiten, mehr Zuwanderung
Die Studienautoren schlagen zwei Stellschrauben vor: lÀngere Lebensarbeitszeit und mehr Zuwanderung. Diskutiert wird unter anderem die Rente mit 70. Auch ein vorzeitiger Renteneintritt soll unattraktiver werden.
Doch die Zuwanderung qualifizierter FachkrĂ€fte stockt: 2024 sank sie um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die GrĂŒnde? BĂŒrokratische HĂŒrden, langwierige Visaverfahren und hohe Lebenshaltungskosten. Das IW fordert bessere Bedingungen fĂŒr auslĂ€ndische FachkrĂ€fte und steuerliche Anreize â sonst wird die LĂŒcke am Arbeitsmarkt noch gröĂer.
