Arbeitsmarkt-Reform: Merz verhandelt über Acht-Stunden-Tag und Rente
10.06.2026 - 03:05:50 | boerse-global.de
Juni 2026 zu einem Spitzentreffen ins Kanzleramt geladen. Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften diskutieren über ein umfassendes Reformpaket zu Arbeitsmarkt, Rente und Steuern. Das Ziel: den Reformbedarf ausloten und gemeinsame Lösungswege finden.
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Streit um Arbeitszeit und Rente
Im Zentrum steht eine mögliche Neugestaltung des Arbeitszeitgesetzes. Die Regierung erwägt, den klassischen Acht-Stunden-Tag durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit zu ersetzen. Für Tarifbeschäftigte brächte das mehr Flexibilität – doch die Arbeitnehmervertreter laufen Sturm.
DGB-Chefin Yasmin Fahimi bezeichnet die Pläne als „ökonomisch und sozial verfehlt“. Auch IGBCE-Chef Michael Vassiliadis lehnt die Abschaffung des Acht-Stunden-Tags ab. Stattdessen fordert er Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise.
Bei der Rente stehen ein späterer Renteneintritt und eine Aktienrente nach schwedischem Vorbild zur Debatte. Arbeitgeber schlagen höhere Abschläge für den vorzeitigen Ruhestand vor. Kanzler Merz erwartet von den Sozialpartnern konstruktive Vorschläge zur Sicherung der Sozialsysteme.
Steuerentlastungen und Bürokratieabbau
Die Regierung plant zudem Entlastungen für mittlere Einkommen. Diskutiert werden die Abschaffung des Soli und eine Erhöhung der Reichensteuer. SPD-Co-Chefin Bärbel Bas fordert eine Entlastung für kleine und mittlere Einkommen von mindestens 500 Euro. Flexiblere Arbeitszeiten dürften nicht zu Mehrbelastungen für Beschäftigte ohne Tarifvertrag führen, mahnt sie.
Ein weiterer Punkt: der Bürokratieabbau. Die Koalition will die Wirtschaft entlasten und die Dynamik stärken. Regierungssprecher Kornelius spricht von einem „wichtigen Austausch politischer Positionen“ – dämpft aber die Erwartungen an schnelle Ergebnisse.
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Entscheidungen im Juli
Konkrete Beschlüsse fallen heute Abend nicht. Das dreistündige Gespräch diene dazu, im Gespräch zu bleiben, stellen die Generalsekretäre Carsten Linnemann (CDU) und Tim Klüssendorf (SPD) klar. Klüssendorf pocht zudem auf Nachbesserungen an der geplanten Pflegereform.
Der Koalitionsausschuss soll am 30. Juni und 1. Juli die konkreten Maßnahmen verabschieden. Die Eckpunkte will die Regierung noch vor der Sommerpause beschließen. Am 6. Juli folgt der Haushaltsentwurf für 2027.
Begleitet werden die Verhandlungen von angekündigten Protesten. Die Gewerkschaften haben für Ende Juni zu einer Großdemonstration aufgerufen.
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