Arbeitsmarkt, Stellenangebot

Arbeitsmarkt: Stellenangebot fällt auf 5-Jahres-Tief, Zahnmedizin boomt

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Offene Stellen fallen auf Fünfjahrestief, während Zahnmedizin und Ruhrgebiet neue Beschäftigungsrekorde melden.

Deutscher Arbeitsmarkt 2026: Stellenrekorde trotz Einbruch bei offenen Jobs
Moderne Büroarchitektur in einer deutschen Stadt bei Dämmerung, die den Arbeitsmarkt symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt im Sommer 2026 ein gespaltenes Bild. Während die Zahl der offenen Stellen bundesweit auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren fällt, melden einzelne Branchen und Regionen neue Beschäftigungsrekorde.

Stellenangebot bricht ein

Das Angebot an offenen Stellen ist im zweiten Quartal 2026 um 3,9 Prozent gesunken. Das zeigt eine Studie vom 26. Juli. Der Arbeitsmarkt-Index fiel von 110 auf 106 Punkte – der niedrigste Wert seit fünf Jahren.

Parallel dazu hat sich das Lohnwachstum abgeschwächt. Zwischen März und Juni stiegen die Nominallöhne nur noch um 2,8 Prozent, nach 3,4 Prozent im Vorquartal. Real bleibt den Beschäftigten unterm Strich ein Plus von maximal 0,4 Prozent.

Die Prognose für das Bruttoinlandsprodukt wurde auf 0,5 Prozent gesenkt.

Zahnmedizin boomt, Industrie leidet

Trotz des allgemeinen Rückgangs gibt es Gewinner. Die Zahnmedizin verzeichnet ein Plus von 25,3 Prozent bei den Stellenausschreibungen. Auch Therapie und Medizintechnik legen jeweils um 3,6 Prozent zu.

Ganz anders sieht es in der Industrie aus. Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) verliert der Sektor monatlich rund 15.000 Arbeitsplätze. BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner fordert mehr Innovationen und den Einsatz Künstlicher Intelligenz, um die Deindustrialisierung zu stoppen.

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Ruhrgebiet mit Rekord

Im Ruhrgebiet wurde 2025 ein neuer Beschäftigungsrekord aufgestellt. Mit 1.878.288 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg die Zahl um 0,6 Prozent – der höchste Stand seit 1978.

Getragen wird die Entwicklung vom Gesundheitssektor (plus 2,5 Prozent auf 387.500 Stellen) und vom Bereich Bildung und Wissen (plus 3,9 Prozent). Der industrielle Kern der Region verlor dagegen 2,3 Prozent seiner Arbeitsplätze – nur noch rund 321.800 Stellen sind dort besetzt.

Fachkräftemangel verschärft sich

Eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Die Nettozuwanderung ist 2025 auf 235.000 Personen eingebrochen. 2023 lag sie noch bei 663.000. Gleichzeitig wanderten 97.000 Deutsche aus.

Besonders dramatisch ist die Lage in Südwestsachsen. Prognosen zufolge könnte die Zahl der Erwerbsfähigen dort bis 2040 um durchschnittlich 22 Prozent sinken. Im Erzgebirgskreis sind es sogar 28 Prozent.

Die Wertschöpfung klafft ebenfalls auseinander: Während sie in Zwickau bei 70.000 Euro pro Erwerbstätigem lag, erreichte das Erzgebirge nur 59.000 Euro. Zum Vergleich: Heilbronn kommt auf 113.000 Euro.

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Arbeitslosigkeit stabilisiert sich leicht

Im Juni 2026 ist die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit um 1.000 Personen gesunken. Die Inflation fiel von 2,6 Prozent im Mai auf 2,3 Prozent.

Dennoch bleibt die Lage angespannt. Die Zahl der Insolvenzen stieg zwischen Mai 2025 und April 2026 um 8,3 Prozent auf über 24.500 Fälle.

In Niedersachsen waren im Juni 270.449 Menschen arbeitslos – eine Quote von 6,0 Prozent. Damit liegt das Land über dem Bundesdurchschnitt. Experten führen das auf die Schwäche der Automobilbranche und die allgemeine Konjunkturflaute zurück.

Münster hingegen festigt seine Position: Mit einer Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent belegt die Stadt erneut einen Spitzenplatz in nationalen Rankings.

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