Arbeitsplätze, Gefahr

Arbeitsplätze in Gefahr: 25 Millionen Jobs durch KI bedroht

28.06.2026 - 20:31:46 | boerse-global.de

Amazon, Microsoft und OpenAI gründen Bündnis für nationale Umschulungsstrategie gegen KI-bedingte Jobverluste.

RAISE US: Tech-Allianz investiert 500 Mio. Dollar in KI-Umschulung
Arbeitsplätze - Eine Hand, die in eine schemenhafte, digitale Benutzeroberfläche oder ein Netzwerk greift, das KI darstellt, mit einem industriellen Hintergrund. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Juni 2026 reagieren Tech-Giganten auf eine wachsende Bedrohung: den unkontrollierten Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Das Bündnis unter Leitung von Gina Raimondo und Eric Holcomb startet mit über 500 Millionen US-Dollar (rund 470 Millionen Euro) – und will langfristig bis zu eine Milliarde US-Dollar für Umschulungsprogramme mobilisieren.

Schwergewichte wie Amazon, Microsoft, Anthropic und die OpenAI Foundation sitzen mit im Boot. Ihr Ziel: eine nationale Strategie für Arbeitnehmer, deren Jobs durch Automatisierung wegfallen.

25 Millionen Stellen in Gefahr

Die Zahlen sind alarmierend. Marktforscher von BCG prognostizieren, dass in den kommenden fünf Jahren bis zu 25 Millionen Arbeitsplätze in den USA verschwinden oder sich grundlegend verändern. Goldman Sachs schätzt, dass rund 25 Prozent der aktuellen Arbeitsstunden automatisierbar sind.

Erste Pilotprojekte laufen bereits in Arkansas, Connecticut, Maryland und Utah. Parallel veröffentlichte Microsoft am 26. Juni neue Richtlinien zur KI-Datensicherheit. Und IBM, Red Hat und Deloitte kündigten mit „Project Lightwell“ eine Initiative an, die Sicherheitslücken in Open-Source-Software schneller schließen soll.

Arbeiter als Datenquellen für Roboter

Während der Westen über Umschulung diskutiert, zeigen Recherchen des Guardian dunkle Seiten der KI-Entwicklung. In südasiatischen Fabriken – unter anderem bei Tesla-Zulieferern – wurden Arbeiter mit Kopfkameras gefilmt. Die Bewegungsdaten dienen als Trainingsmaterial für humanoide Roboter.

Die Probleme: fehlende Transparenz, keine angemessene Vergütung. Experten der Ohio State University kritisieren, dass Arbeiter hier digitale Werte schaffen, an deren Ertrag sie nicht beteiligt werden. Zudem könnten die Kameras auch zur Leistungsüberwachung genutzt werden. Betriebsräte fordern deshalb klare Regeln für den Einsatz von Überwachungstechnik.

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Milliarden-Investitionen, magere Ergebnisse

Die Kluft zwischen Erwartung und Realität ist riesig. Eine RBC-Umfrage unter über 100 IT-Verantwortlichen zeigt: Alle befragten Unternehmen stellen Budgets für KI bereit. Doch die Erfolge bleiben aus.

Laut Gartner erreichen nur 28 Prozent der KI-Anwendungsfälle ihre Renditeziele. Und 89 Prozent der Führungskräfte berichten in einer NBER-Studie von keinen signifikanten Produktivitätssteigerungen durch KI in den letzten drei Jahren.

Der Grund? Die Belegschaft ist nicht bereit. Eine Deloitte-Umfrage aus 2025 zeigt: 72 Prozent der Arbeitnehmer wissen, dass KI ihre Jobs verändern wird – aber nur 36 Prozent fühlen sich dafür ausreichend geschult.

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Kalifornien geht voran

Als erster US-Bundesstaat startet Kalifornien ein öffentliches Monitoring-System für KI-bedingte Jobverluste. Daten des California Policy Lab bis Mai 2026 zeigen: Eine flächendeckende Entlassungswelle blieb bisher aus. Doch bestimmte Gruppen sind besonders gefährdet – Frauen in administrativen Berufen und junge Hochschulabsolventen.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) bestätigt: 29 Prozent der frauendominierten Berufe gelten als KI-exponiert, aber nur 16 Prozent der männerdominierten.

KI erobert Compliance-Abteilungen

Unternehmen treiben derweil die Automatisierung voran. Stripe konnte die Bearbeitungszeit durch KI-Agenten um 26 Prozent senken. In Südkorea startet die Shinhan Financial Group am 29. Juni ihre neue KI-Plattform SCoRE AI.

KI hält Einzug in regulierte Bereiche wie Finanzprüfung und Rechtsberatung. Das stellt neue Anforderungen an Überwachung und Validierung – und macht deutlich: Die Debatte um Schatten-KI und ihre Folgen hat gerade erst begonnen.

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