Arbeitsplatz-Sicherheit, Betriebe

Arbeitsplatz-Sicherheit: Betriebe setzen auf KI-gestützte Brandschutztrainings

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Digitale Lernangebote ergänzen betriebliche Übungen, während Fördermittel und Projekte die Brandschutzerziehung von Kindern und Jugendlichen stärken.
Symbolbild: Schutzhelm und Schutzbrille auf einer Werkbank Illustration mit AI erstellt.

Der Einsatz moderner Technologien wie Künstlicher Intelligenz zur Verbesserung des betrieblichen Brandschutzes und praxisnahe Bildungsinitiativen für Nachwuchskräfte rücken verstärkt in das Blickfeld der Sicherheitsbranche. Wie aktuelle Medienberichte zeigen, gewinnen computergestützte Lernmethoden am Arbeitsplatz ebenso an Bedeutung wie klassische Übungskonzepte zur Prävention.

Digitale Schulungen und KI-Einsatz in Betrieben

In Österreich besteht für Arbeitgeber eine gesetzliche Verpflichtung zur regelmäßigen Brandschutz-Unterweisung ihrer Beschäftigten. Brandermittler weisen in diesem Zusammenhang auf erhebliche Wissenslücken bei den Dienstnehmern hin. Neue digitale Schulungsangebote sollen diese Defizite abbauen.

Ein solches Format bietet der „Pölzl Fire Campus“ mit einem einstündigen Online-Kurs für österreichische Betriebe, der mit einer Prüfung abschließt und branchenspezifische Varianten für die Gastronomie, Baustellen sowie den Handel bereithält.

In diesem Kurs generiert Künstliche Intelligenz realistische Videoinhalte, die beispielsweise die drastischen Folgen verdeutlichen, wenn ein Ölbrand fehlerhaft mit Wasser gelöscht wird.

Auch bei Einsatzkräften und Fachtagungen gewinnt die Technologie an Stellenwert. So stand Künstliche Intelligenz am zweiten Tag der dreitägigen Landesfeuerwehrversammlung in Göppingen im inhaltlichen Mittelpunkt, begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm.

Intensive Praxistrainings in Industrieunternehmen

Neben digitalen Methoden setzen Industriebetriebe weiterhin auf intensive Präsenzmaßnahmen vor Ort. Im Goodyear-Werk im türkischen Sakarya verabschiedete die Feuerwehr der Großstadt Sakarya kürzlich eine Brandschutzschulung für 40 Beschäftigte des Werks. Das zehntägige Programm fand im Schulungszentrum SAKB?TEM statt und deckte theoretische sowie praktische Einheiten ab.

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Die Inhalte umfassten neben dem Brandschutz und Löschmaßnahmen auch das Arbeiten in der Höhe sowie Aspekte der körperlichen Belastbarkeit. Vorrangige Ziele der Maßnahme waren die gezielte Vorbereitung auf Brand- und Notfallsituationen, die Steigerung der betrieblichen Eingreifkapazitäten sowie die Vermeidung von Personen- und Sachschäden.

Brandschutzerziehung von Schule bis Kita

Parallel zu den betrieblichen Unterweisungen verzeichnen auch Bildungsinitiativen für Kinder und Jugendliche kontinuierliche Unterstützung. Der Landesfeuerwehrverband Brandenburg erhielt für den Ausbau des Wahlpflichtfachs „Feuerwehr macht Schule“ einen Förderbescheid über 500.000 Euro, den Bildungsminister Gordon Hoffmann und Innenminister Dr. Jan Redmann an Verbandspräsident Rolf Fünning übergaben.

Der Förderzeitraum erstreckt sich vom 24.08.2026 bis zum 31.03.2027. Gefördert werden bis zu 10.000 Euro je Kurs für Aufwandsentschädigungen, Honorare, Fahrtkosten und Materialien.

Das Wahlpflichtfach, das im Schuljahr 2019/20 an zunächst drei Schulen startete, wird gegenwärtig an 26 Schulen unterrichtet und umfasst Brandschutz, Erste Hilfe, Notfallsituationen sowie die Qualifikation zur Truppfrau oder zum Truppmann.

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In der Kita St. Josef in Waldthurn endete ein dreiwöchiges Projekt zur Brandschutzerziehung mit einem Besuch des örtlichen Feuerwehrgerätehauses. Brandschutzerzieher Josef Pflaum von der Waldthurner Feuerwehr hatte die Einrichtung zuvor mehrfach besucht, um den Kindern Ausrüstung, Schutzkleidung, Gefahrenquellen und das Absetzen eines Notrufs näherzubringen. Der Projektabschluss bot eine Schutzanzug-Demonstration und die Besichtigung von drei Einsatzfahrzeugen.

Zur Demonstration physikalischer Vorgänge kommen zudem spezialisierte Anschauungsobjekte zum Einsatz: Am 19.10.2026 stellte Wehrführer Thorsten Wagner von der Freiwilligen Feuerwehr Roßbach/Wied ein handgefertigtes Rauchhaus vor. Die Konstruktion veranschaulicht die Rauchausbreitung in Gebäuden und betont den Nutzen von Rauchmeldern.

Finanziert wurde das Modell durch eine Spende des Vereins „Aktive Gemeinde Roßbach e.V.“ aus den Erlösen eines vorjährigen Adventskalenders, während die Ortsgemeinde die Aufwendungen für eine Transport- und Aufbewahrungskiste übernahm. Künftig soll das Rauchhaus bei Schulungen in Kindergärten sowie in der Seniorenarbeit verwendet werden.

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