Arbeitsplatz-Tabuthema: 45% der Frauen leiden unter Menstruationsbeschwerden
Veröffentlicht am: 29.05.2026 um 01:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Investitionen in die Mitarbeitergesundheit gelten zunehmend als strategischer Hebel fĂŒr ProduktivitĂ€t und weniger Fehlzeiten.
Psychosoziale Risiken rĂŒcken ins Management
Die mentale Gesundheit am Arbeitsplatz bekommt regulatorischen RĂŒckenwind. Seit dem 26. Mai 2026 gilt in Brasilien die neue Richtlinie NR-01. Sie verpflichtet Unternehmen, psychosoziale Risiken wie Burnout, Stress und Mobbing in ihr Risikomanagement aufzunehmen. Digitale Gesundheitsexperten sehen in KI-gestĂŒtzten Analysen die Chance, Belastungen frĂŒhzeitig zu erkennen.
Psychische Belastungen und Stress am Arbeitsplatz erfordern heute ein systematisches Handeln der Verantwortlichen. Dieser kostenlose Report liefert praxiserprobte Hilfsmittel fĂŒr die GefĂ€hrdungsbeurteilung, die in der Praxis und vor Behörden standhalten. Warum erfahrene Sifas bei der GefĂ€hrdungsbeurteilung auf diese Vorlagen schwören
Unternehmen mĂŒssen Belastungen nicht nur identifizieren, sondern auch dokumentieren und aktiv reduzieren. Angesichts von jĂ€hrlich ĂŒber 500.000 Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen in groĂen Volkswirtschaften wird das zur wirtschaftlichen Notwendigkeit. Beim New Work Summit am 27. Mai 2026 in Berlin betonten Experten zudem die entscheidende Vorbildfunktion von FĂŒhrungskrĂ€ften.
Drei Pflegebetriebe zeigen, wie es geht
Wie Gesundheitsförderung in der Praxis aussieht, zeigten Ende Mai drei Pflegeunternehmen aus Brandenburg. Ein privater Pflegedienst setzt auf das Projekt âStep by Stepâ fĂŒr mehr körperliche Fitness. Ein anderer Anbieter schuf eine eigene Stelle fĂŒr Personalmanagement. Das dritte Unternehmen kombiniert gesunde ErnĂ€hrung mit tĂ€glichem FrĂŒhstĂŒck, ErnĂ€hrungsberatung und eigenem GemĂŒseanbau.
Unternehmen können zudem auf UnterstĂŒtzung durch gesetzliche Krankenkassen zurĂŒckgreifen. Diese zahlen fĂŒr zertifizierte PrĂ€ventionskurse in Bewegung, ErnĂ€hrung und StressbewĂ€ltigung jĂ€hrliche ZuschĂŒsse. Die BetrĂ€ge variieren im FrĂŒhjahr 2026 zwischen 150 und 300 Euro pro Versichertem.
Nach lĂ€ngeren krankheitsbedingten AusfĂ€llen ist ein strukturiertes Vorgehen entscheidend, um Mitarbeiter gesund zurĂŒck in den Betrieb zu fĂŒhren. Experten des VNR Verlags erklĂ€ren in diesem gratis E-Book, wie ein rechtssicheres Betriebliches Eingliederungsmanagement in der Praxis funktioniert. Aktuelle Urteile machen BEM zur Pflicht: So sind Betriebe in Deutschland jetzt vorbereitet
Wirtschaftliche Notwendigkeit durch steigende BeitrÀge
Der Handlungsdruck wĂ€chst auch durch die Entwicklung der Sozialsysteme. Der SachverstĂ€ndigenrat senkte am 27. Mai 2026 seine Wachstumsprognose auf 0,5 Prozent. In ihrem FrĂŒhjahrsgutachten warnten die Wirtschaftsweisen vor massiv steigenden Sozialabgaben. Ohne Reformen könnten sie bis 2040 auf fast 50 Prozent klettern.
Die Experten schlagen vor, neue Beamte ab 2027 in die gesetzliche Krankenversicherung einzubeziehen. Auch die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern und das Ehegattensplitting sollen reformiert werden. Eine VerschĂ€rfung der Kriterien fĂŒr Leistungen der Pflegeversicherung steht ebenfalls im Raum. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung stiegen seit 2005 um 64 Prozent, die Einnahmen nur um 31 Prozent. Betriebliche PrĂ€vention wird so zum Systementlastungsfaktor.
Tabuthemen und unterschÀtzte Risiken
Trotz aller Professionalisierung bleiben bestimmte Themen im Arbeitsalltag unbeachtet. Eine Umfrage unter mehr als 1.000 Teilnehmerinnen zeigt: 45 Prozent der Frauen empfinden Menstruationsbeschwerden im Beruf weiterhin als Tabuthema. 78 Prozent geben an, dass die Beschwerden den Arbeitsalltag durch schnellere Erschöpfung oder Gereiztheit beeinflussen.
Gleichzeitig weisen neue Studien auf physische Gefahren hin. Ein EU-OSHA-Bericht fĂŒr 2022 bis 2023 belegt: Fast ein Drittel der BeschĂ€ftigten im Gesundheits- und Sozialwesen ist Krebsrisiken ausgesetzt. Hauptfaktoren sind ionisierende Strahlung, UV-Starhlung und Dieselmotoremissionen. JĂ€hrlich werden in der EU rund 100.000 KrebstodesfĂ€lle auf arbeitsbedingte Ursachen zurĂŒckgefĂŒhrt. Das unterstreicht die Notwendigkeit stabiler Versorgungsstrukturen und prĂ€ventiver SchutzmaĂnahmen.
