Arbeitsschutz: BAuA legt neues Handbuch zur Gefährdungsbeurteilung vor
31.05.2026 - 13:01:49 | boerse-global.de
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat den ersten Teil ihres neuen Handbuchs zur Gefährdungsbeurteilung vorgelegt. Das Werk ersetzt bisherige Leitfäden und rückt die Gefährdungsidentifikation als zentrales Instrument für vorbeugende Maßnahmen nach deutschem Arbeitsschutzrecht in den Fokus. Für Unternehmen wird das Thema besonders relevant, da spezialisierte Schulungen zur Koordination von Fremdfirmeneinsätzen stark nachgefragt werden.
Die Erstellung einer rechtssicheren Gefährdungsbeurteilung ist die Basis für jeden wirksamen Arbeitsschutz und schützt Arbeitgeber vor rechtlichen Risiken. Mit diesen kostenlosen Vorlagen und Checklisten sparen Sie wertvolle Zeit und erstellen Dokumente, die von Aufsichtsbehörden sofort anerkannt werden. Gefährdungsbeurteilung: Jetzt kostenlose Vorlagen und Checklisten sichern
Hohe Kosten durch Arbeitsunfälle
Die Publikation unterstreicht die Bedeutung der Gefährdungsbeurteilung nach Paragraf 3 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG). Die wirtschaftlichen und menschlichen Folgen von Sicherheitsmängeln am Arbeitsplatz sind enorm: In einem Berichtsjahr registrierten die Behörden 949.309 Arbeitsunfälle, darunter 541 Todesfälle. Die Folge: 708,3 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage und geschätzte 85 Milliarden Euro Produktionsausfälle.
Um diese Risiken zu minimieren, empfehlen Fachleute einen strukturierten Sieben-Schritte-Prozess: von der Festlegung des Verantwortungsbereichs über die Gefahrenermittlung und Risikobewertung bis hin zur Umsetzung von Maßnahmen nach dem „TOP"-Prinzip (technisch, organisatorisch, persönlich). Entscheidend sind zudem die Wirksamkeitskontrolle und eine lückenlose Dokumentation – besonders beim Einsatz digitaler Lösungen zur Nachverfolgung.
Schulungen für Fremdfirmenkoordinatoren
Mit dem zunehmenden Einsatz externer Auftragnehmer wächst der Bedarf an spezialisierten Sicherheitskräften. Die DEKRA Akademie bietet ab Juni 2026 neue Lehrgänge für Fremdfirmenkoordinatoren an. Die Blended-Learning-Kurse starten am 10. und 29. Juni 2026 in München, Stuttgart und Villingen-Schwenningen. Maximal 15 Teilnehmer pro Kurs lernen, wie sie die Sicherheit bei gleichzeitigem Einsatz mehrerer Firmen auf einer Baustelle gewährleisten.
Wenn externe Mitarbeiter auf dem Betriebsgelände verunglücken, stellt sich sofort die Haftungsfrage für das beauftragende Unternehmen. Dieser kostenlose Leitfaden inklusive Word-Vorlage für den Unterweisungsnachweis hilft Sicherheitsbeauftragten, den Fremdfirmeneinsatz rechtssicher zu dokumentieren. Kostenlose Unterweisungs-Vorlage für Fremdfirmen herunterladen
Für November 2026 plant die Technische Akademie Nord in Hamburg ein weiteres Seminar: Am 5. und 6. November steht der Gefahrstoffbeauftragte im Fokus. Das Programm behandelt die Zusammenarbeit mit Fremdfirmen, Gefährdungsbeurteilungen und Abfallmanagement – anerkannt mit VDSI-Punkten.
Hohe Nachfrage nach Sicherheitsexperten
Der Arbeitsmarkt zeigt: Qualifizierte Fachkräfte für Arbeitssicherheit sind gefragt wie nie. Allein in der Region Kaarst waren Ende Mai fast 300 Stellen vakant. Auch Großkonzerne suchen: Robert Bosch GmbH inserierte am 30. Mai 2026 eine Stelle als Sicherheitsingenieur am Standort Dresden. Gefordert werden Kenntnisse in Gefährdungsbeurteilung, HSE-Management und Fremdfirmenkoordination – bevorzugt mit Erfahrung aus der Halbleiterindustrie.
Branchenweit wird das Thema auf der Messe „Arbeitsschutz Aktuell" in Stuttgart vom 20. bis 22. Oktober 2026 diskutiert. Aussteller wie Quentic präsentieren digitale Innovationen für Absturzsicherung und Gefahrstoffmanagement – ein klares Zeichen für die fortschreitende Digitalisierung im Sicherheitssektor.
Baugewerbe: VOB feiert 100. Geburtstag
Die Bauindustrie als größter Nutzer externer Auftragnehmer feierte am 6. Mai 2026 ein besonderes Jubiläum: 100 Jahre Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) . Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) würdigt die VOB als fundamentales Regelwerk, das fairen Wettbewerb und Transparenz bei der Auftragsvergabe sicherstellt.
Über die deutschen Grenzen hinaus engagiert sich die Branche für mehr Sicherheit: BAUVERBÄNDE.NRW unterstützt den georgischen Verband BusinessGeorgia bei der Verbesserung des Arbeitsschutzes im Bausektor. Das vom Bundesentwicklungsministerium (BMZ) geförderte Projekt läuft bis 2027. Parallel dazu diskutiert der Verband Anfang Juni 2026 über die Zukunft des Bauens – mit Schwerpunkten auf Materialpreisschwankungen und der Einführung von Building Information Modeling (BIM) .
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