Arbeitsschutz, BPA-Verbot

Arbeitsschutz: BPA-Verbot und neue Lagersicherheitsregeln ab Juli

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 16:02 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Digitale Software, EU-weite BPA-Verbote und geplante Deregulierungen prägen die neue Sicherheitslandschaft in Lagern und Werkstätten.

Neue Sicherheitsregeln: Digitalisierung und EU-Verbote verändern Lager
Ein modernes, hochregallager mit digitalen Bildschirmen, die Bestandsdaten anzeigen, und einem fahrerlosen Transportsystem, das sich durch einen Gang bewegt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Digitalisierung, strengere EU-Materialvorschriften und die Diskussion um Arbeitsschutzregeln treiben den Wandel voran.

Digitale Software soll Werkstattlager sicherer machen

Ein wichtiger Hebel für mehr Sicherheit in der Lagerlogistik ist die digitale Erfassung von Warenbewegungen. Mitte Juli brachte die COSYS Ident GmbH eine neue Lagerverwaltungssoftware auf den Markt, die speziell für KFZ-Werkstätten entwickelt wurde.

Im Fokus steht nicht nur die Bestandsaufnahme, sondern die lückenlose Transparenz aller Teilebewegungen. Funktionen wie digitalisierte Wareneingänge, strukturierte Lagerplatzverwaltung und mobile Inventuren sollen Fehlerquellen minimieren. Die Software erlaubt zudem den direkten Etikettendruck – das erhöht die Verwechslungssicherheit im Lagerbetrieb. Eine präzise Dokumentation der Lagerprozesse bildet laut Experten die Grundlage für betriebliche Sicherheitsstandards.

EU-Verbot: Bisphenol A in Neumaschinen ab sofort tabu

Im Bereich der Lebensmitteltechnik und Lagerung gelten seit Juli 2026 neue Regeln. Die EU-Verordnung 2024/3190 verbietet Bisphenol A (BPA) für Neumaschinen. Für bestehende Produktions- und Lagerlinien läuft die Übergangsfrist bis Januar 2028.

Der Hersteller Igus reagierte mit über 30 Werkstoffen, die frei von Polytetrafluorethylen (PTFE) sowie per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) sind. Für die Lebensmittellagerung gibt es spezielle PFAS-freie Gleitlager und BPA-freie Werkstoffe. Zudem kommen vermehrt Linearführungen zum Einsatz, die nach den Richtlinien der European Hygienic Engineering & Design Group (EHEDG) zertifiziert sind – sie garantieren hygienische Sicherheit in Lagersystemen.

Streit um Prüfpflicht für Elektrogeräte

Die Bundesregierung plant, die Prüfpflicht für elektrische Kleingeräte abzuschaffen. Ziel ist eine Entlastung der Wirtschaft um jährlich rund 720 Millionen Euro an Bürokratiekosten.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) warnt jedoch vor einer Aufweichung der Sicherheitsstandards. Nach Angaben der DGUV ereignen sich jährlich etwa 2.500 Stromunfälle. Von 2020 bis 2024 wurden insgesamt 12.800 solcher Unfälle registriert. Die DGUV arbeitet derzeit an einer Modernisierung der Vorschriften 3 und 4, um Prüfprozesse praxisnäher und gefährdungsorientierter zu gestalten.

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Laut Daten des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) ist fast ein Drittel aller Gebäudebrände auf defekte Elektrogeräte zurückzuführen. Fachleute betonen: Trotz geplanter Deregulierungen bleiben die Haftungsrisiken für Unternehmen und die Anforderungen der Sachversicherer an regelmäßige Prüfungen bestehen.

Wasserschaden in der Albertina: Detektoren verhindern Schlimmeres

Am 17. Juli 2026 wurde in Wien deutlich, wie wichtig funktionierende Überwachungssysteme sind. Nach heftigen Regenfällen drang Wasser in die Albertina ein. Dank installierter Detektoren konnten Mitarbeiter das Leck in einer Halle frühzeitig identifizieren. Zehn Kunstwerke wurden vorsorglich entfernt – Sachschäden blieben aus.

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Der Vorfall unterstreicht die Bedeutung technischer Überwachungssysteme für den Schutz gelagerter Güter. Parallel dazu mahnen Behörden die strikte Einhaltung von Dokumentationspflichten an, besonders in sensiblen Bereichen wie der Lebensmittellagerung. Die Lebensmittelüberwachung in Bremen stellte bereits im Mai massive Verstöße gegen die Kühlkette in einem Supermarkt fest. Milch und Fleisch wurden bei Temperaturen gelagert, die deutlich über den erlaubten Grenzwerten lagen. Eine fehlende Kühldokumentation erschwerte die Nachvollziehbarkeit der Sicherheitsmängel.

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