Arbeitsschutz, DGUV-Regel

Arbeitsschutz: DGUV-Regel für 20 Beschäftigte ab Juni in Kraft

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue DGUV-Vorschriften erleichtern Betriebsbetreuung, während Experten über Pflichttrainings für Autofahrer streiten.

Arbeitssicherheit 2026: Neue DGUV-Regeln und Debatte um Fahrtauglichkeit
Modernes Firmenfahrzeug auf einem Trainingsgelände für Verkehrssicherheit bei hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Sicherheit von Mitarbeitern im Straßenverkehr wird für deutsche Unternehmen immer wichtiger. Neue gesetzliche Vorschriften, spezialisierte Trainings und eine politische Debatte um verpflichtende Sicherheitskurse prägen die betriebliche Präventionsarbeit.

Neue Regeln für die Betreuungspflicht

Seit dem 1. Juni 2026 gelten für Mitgliedsbetriebe der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) sowie für Zahnarztpraxen neue Regelungen innerhalb der DGUV Vorschrift 2. Die Grenze für die vereinfachte Regelbetreuung wurde von 10 auf 20 Beschäftigte angehoben.

Die überarbeitete Vorschrift erlaubt zudem mehr Flexibilität: Bis zu ein Drittel der Betreuung durch Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit kann künftig digital per Video- oder Telefonkonferenz erfolgen. Voraussetzung: Die Fachkräfte müssen den Betrieb vorab persönlich kennengelernt haben. Für bestehende Verträge gilt eine Übergangsfrist bis zum 31. Mai 2027.

Doch Experten warnen: Der Fachkräftemangel bei Sicherheitsdienstleistern könnte die Umsetzung der neuen Berichtspflichten erschweren.

Streit um verpflichtende Fahrtauglichkeitstests

Parallel zu den regulatorischen Änderungen entzündet sich eine Debatte über die Wirksamkeit verpflichtender Fahrtauglichkeitsprüfungen. Die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster spricht sich klar gegen EU-Pläne aus, die für Senioren ab 70 Jahren regelmäßige Tests vorsehen. Stattdessen fordert sie verpflichtende Sicherheitstrainings für alle Kraftfahrzeugführer.

Angebote dafür gibt es bereits: In Bad Oldesloe führt der Anbieter Travering regelmäßig Sicherheitskurse für PKW, Motorräder und Offroad-Fahrzeuge durch. Auf dem Programm stehen Bremsmanöver auf verschiedenen Untergründen, Slalomfahrten und Ausweichmanöver. Auch im Juni und Juli fanden dort Basis-Trainings statt. Ähnliche Programme bietet das VW Schulungszentrum in Nürtingen an – inklusive Technikschulungen für Elektrofahrzeuge.

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Prävention beginnt bei Kindern

Die praktische Verkehrserziehung zeigt Wirkung – und braucht dafür die richtige Ausrüstung. Am 31. Juli übergab der Lahn-Dill-Kreis ein neues Einsatzfahrzeug an die Jugendverkehrsschule Dillenburg. Der moderne Transporter ersetzt einen Lkw aus dem Jahr 1999 und bringt die Verkehrserziehung zu Schülern der dritten und vierten Klassen. Landrat Carsten Braun betonte bei der Übergabe: Je früher Kinder für Gefahren sensibilisiert werden, desto sicherer bewegen sie sich später im Straßenverkehr.

Dass Fehlverhalten drastische Folgen haben kann, zeigte ein Vorfall am 1. August in Bad Kreuznach. Die Polizei leitete ein Strafverfahren gegen einen 48-jährigen Fahrer ein, der in einer Tempo-30-Zone mit über 100 km/h und geringem Sicherheitsabstand unterwegs war. Die Konsequenzen können von hohen Geldstrafen bis zum Entzug der Fahrerlaubnis und der Einziehung des Fahrzeugs reichen.

Sicherheit als Teil der Unternehmenskultur

Immer mehr Betriebe integrieren das Thema Sicherheit in umfassende Gesundheitstage. Der Hersteller Gelita veranstaltete an seinem Hauptsitz in Eberbach einen Aktionstag für Arbeitssicherheit und Gesundheit. In Kooperation mit Berufsgenossenschaften und dem Deutschen Roten Kreuz gab es Workshops zu Erster Hilfe, Stoffwechselanalysen und einen Stolperparcours, um die Aufmerksamkeit der Belegschaft für Gefahrenquellen zu schärfen.

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Für professionelle Fahrzeugführer werden die Anforderungen ebenfalls höher. Neben der klassischen Berufskraftfahrerweiterbildung entstehen spezialisierte Kurse – etwa für das Fahren unter extremen Bedingungen im Hochgebirge. Defensives Fahren, Risikomanagement und Höhenphysiologie stehen dort auf dem Lehrplan, um Unfälle in anspruchsvollen Arbeitsumgebungen zu vermeiden.

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