Arbeitszeit: Bas fordert Zustimmung der BeschÀftigten vor Flexibilisierung
10.06.2026 - 00:18:22 | boerse-global.de
Die Kernforderung: Keine Flexibilisierung ohne Zustimmung der BeschÀftigten.
In der ARD-Talkshow âCaren Miosgaâ betonte die SPD-Ministerin Anfang Juni, dass betriebliche Mitbestimmung und TarifvertrĂ€ge zentrale Schutzmechanismen bleiben mĂŒssten. Nur so lasse sich eine stĂ€rkere Flexibilisierung sozialvertrĂ€glich gestalten.
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Technische Kontrolle als Schutz
Ein wesentlicher Baustein der ReformplĂ€ne ist die verpflichtende elektronische Arbeitszeiterfassung. Die Software-gestĂŒtzte Dokumentation soll sicherstellen, dass der Arbeitsschutz auch bei flexibleren Modellen nicht ausgehöhlt wird.
ZusĂ€tzlich forderte Bas spezielle Schutzvorkehrungen fĂŒr Frauen in flexiblen Arbeitsmodellen. Konkrete Details lieĂ die Ministerin zunĂ€chst offen.
Gewerkschaften gehen auf Konfrontation
Kurz vor dem fĂŒr heute angesetzten Reformgipfel schalten sich die Gewerkschaftsspitzen in die Debatte ein â mit deutlicher Ablehnung.
DGB-Chefin Yasmin Fahimi bezeichnete die Ăberlegungen als âideologisch motivierten Irrwegâ. Sie warnte vor sinkender Binnennachfrage durch einseitigen Sparkurs und lehnte weitere GesprĂ€che ĂŒber eine generelle Aufweichung der Arbeitszeitvorgaben ab.
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Auch IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis wies die Debatte zurĂŒck. TarifvertrĂ€ge böten bereits heute genug FlexibilitĂ€t, argumentierte er. Stattdessen forderte er niedrigere Energiekosten und eine Anpassung der CO2-Zertifikate zur Entlastung der Industrie.
Steuerreform und Rentenkommission im Schlepptau
Parallel zu den Arbeitszeit-Diskussionen treibt die Regierung eine Einkommensteuerreform voran. Bas strebt eine Entlastung von mindestens 500 Euro pro Jahr an â in Kraft treten soll sie zum 1. Januar 2027.
Vassiliadis schlug vor, den Spitzensteuersatz erst ab rund 100.000 Euro greifen zu lassen. Im Gegenzug mĂŒsse der Satz jedoch um zwei bis drei Prozentpunkte steigen.
Die kommenden Wochen werden richtungsweisend: Bis zum 29. Juni soll die Rentenreform-Kommission ihre Ergebnisse vorlegen. Einen Tag spÀter ist ein Treffen des Koalitionsausschusses geplant, um das gesamte Reformpaket auf den Weg zu bringen.
Damit bĂŒndeln sich Ende Juni die Entscheidungen ĂŒber Steuerlast, Arbeitszeit und Rentensicherung. Ob die Koalition diesen Spagat schafft, dĂŒrfte sich dann zeigen.
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