Arbeitszeit-Reform, Herbst

Arbeitszeit-Reform: 48-Stunden-Woche ab Herbst geplant

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 08:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Dulger plädiert für wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden. Die Regierung kündigt einen Gesetzentwurf für den Herbst an.

Arbeitgeberpräsident fordert 48-Stunden-Woche: Reform des Arbeitszeitgesetzes geplant
Moderner, heller Büroarbeitsplatz mit Laptop als Symbol für die Debatte um Arbeitszeitmodelle. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der Debatte um die Modernisierung des deutschen Arbeitsmarktes hat Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger eine grundlegende Reform der Arbeitszeitregelungen angestoßen. Er fordert die Einführung einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 48 Stunden, um die wirtschaftliche Flexibilität zu erhöhen und den Standort Deutschland an internationale Standards anzupassen.

Fokus auf wöchentliche statt tägliche Arbeitszeit

Rainer Dulger verwies am Sonntag darauf, dass die bestehenden EU-Richtlinien bereits eine wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden erlauben. Im Gegensatz dazu setzt das aktuelle deutsche Arbeitszeitgesetz enge Grenzen, indem es die tägliche Arbeitszeit im Regelfall auf 8 Stunden limitiert. Zwar lässt das Gesetz unter bestimmten Voraussetzungen eine Ausweitung auf maximal 10 Stunden zu, sofern ein entsprechender zeitlicher Ausgleich erfolgt, doch Dulger sieht in dieser täglichen Fixierung ein Hindernis für moderne Arbeitsabläufe.

Der Arbeitgeberpräsident argumentierte zudem, dass die starren Regelungen nicht mehr zeitgemäß seien. Er betonte, dass eine Umstellung auf eine wöchentliche Betrachtung der Arbeitszeit den Unternehmen und Beschäftigten mehr Spielraum geben würde. Dabei stützte er sich auch auf Einschätzungen zur Stimmung in der Arbeitnehmerschaft: Laut Dulger spreche sich die Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder für die Einführung einer 48-Stunden-Woche aus.

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Internationaler Vergleich und Krankenstand

Ein weiterer Aspekt der Forderung betrifft die Effizienz und die gesundheitliche Situation der Belegschaften im europäischen Vergleich. Dulger führte an, dass die Krankheitsquoten in Ländern wie Belgien und Italien niedriger seien als in Deutschland. Dieser Hinweis dient in der aktuellen Diskussion als Argument für eine Überprüfung der deutschen Rahmenbedingungen, wobei der Arbeitgeberpräsident einen Zusammenhang zwischen den Arbeitszeitmodellen und der allgemeinen Belastungssituation andeutete.

Politische Pläne und Verschärfung der Attestpflicht

Die Forderungen aus der Wirtschaft stoßen in der Bundesregierung offenbar auf Resonanz. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte am Sonntag, dass er für den kommenden Herbst einen entsprechenden Gesetzentwurf von Arbeitsministerin Bärbel Bas erwarte. Details zum Umfang der geplanten Gesetzesänderung sind noch nicht vollständig bekannt, doch die Ankündigung unterstreicht den politischen Willen zu einer Reform des Arbeitszeitrechts.

Flankierend zu den Arbeitszeitplänen plant die Koalition offenbar weitere Maßnahmen zur Senkung der Fehlzeiten in Betrieben. So beabsichtigt die Regierung die Einführung einer Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag. Bisher ist es in vielen Unternehmen üblich, dass eine ärztliche Bescheinigung erst nach dem dritten Tag der Arbeitsunfähigkeit vorgelegt werden muss, sofern keine abweichenden betrieblichen Regelungen bestehen. Diese geplante Verschärfung ist Teil eines umfassenderen Pakets, mit dem die Koalition auf die wirtschaftlichen Herausforderungen und die hohen Krankenstände reagieren will.

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Das aktuelle deutsche Arbeitszeitgesetz bildet derzeit noch den rechtlichen Rahmen, der täglich 8 Stunden und nur in Ausnahmefällen bis zu 10 Stunden Arbeit zulässt. Mit der Initiative von Rainer Dulger und der angekündigten Vorlage aus dem Arbeitsministerium steht dieser Rahmen nun vor einer möglichen grundlegenden Neugestaltung.

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