Arbeitszeit, ErwerbstÀtige

Arbeitszeit sinkt: Deutsche ErwerbstÀtige arbeiten 28,4 Stunden

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Wochenarbeitszeit der 20- bis 64-JĂ€hrigen fiel 2025 auf 28,4 Stunden. Das entspricht einem Verlust von rund 460.000 Vollzeitstellen.

BiB-Analyse: Arbeitszeit in Deutschland sinkt auf 28,4 Stunden
Ein professioneller Arbeiter in einem modernen BĂŒro blickt nachdenklich auf seine Armbanduhr. Illustration mit AI erstellt.

In einer am 12. August 2026 vorgestellten Analyse hat das Bundesinstitut fĂŒr Bevölkerungsforschung (BiB) eine Trendwende bei der zeitlichen Inanspruchnahme von ErwerbstĂ€tigen in Deutschland aufgezeigt. Die durchschnittlich geleistete Arbeitszeit pro Kopf in der Altersgruppe der 20- bis 64-JĂ€hrigen sank im Jahr 2025 auf 28,4 Stunden pro Woche. Damit liegt dieser Wert deutlich unter dem bisherigen Rekordniveau des Jahres 2023, als noch ein Spitzenwert von 28,8 Stunden pro Woche registriert worden war.

Der RĂŒckgang um 0,4 Stunden innerhalb von zwei Jahren markiert eine ZĂ€sur in der jĂŒngeren Arbeitsmarktstatistik. Laut den Berechnungen des Instituts hat diese Entwicklung massive Auswirkungen auf das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen. Die Reduzierung der individuellen Wochenarbeitszeit entspreche rechnerisch einem Wegfall von etwa 460.000 Vollzeitstellen. Die Datengrundlage fĂŒr diese Erhebungen bildet der Mikrozensus, eine reprĂ€sentative Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik.

RĂŒcklĂ€ufige Tendenz vor allem bei mĂ€nnlichen ErwerbstĂ€tigen

Die detaillierte Auswertung der Statistik offenbart signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern sowie verschiedenen Alterskohorten. Insbesondere bei den MĂ€nnern ist eine spĂŒrbare Abnahme der geleisteten Arbeitsstunden zu verzeichnen. WĂ€hrend mĂ€nnliche ErwerbstĂ€tige im Jahr 2019 im Durchschnitt noch 33,5 Stunden pro Woche arbeiteten, sank dieser Wert bis zum Jahr 2025 auf 32,6 Stunden.

Im Gegensatz dazu zeigt sich die Arbeitszeit bei den Frauen weitgehend stabil. Diese lag im Jahr 2025 laut den Angaben des BiB weiterhin bei gut 24 Stunden pro Woche. Damit setzt sich der Trend einer Angleichung der Arbeitszeitstrukturen nur bedingt fort, da der RĂŒckgang bei den MĂ€nnern stĂ€rker ins Gewicht fĂ€llt als mögliche ZuwĂ€chse in anderen Bereichen.

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GegensÀtzliche Entwicklungen in den Altersgruppen

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Untersuchung betrifft die Altersstruktur der ErwerbstĂ€tigen. Das Bundesinstitut fĂŒr Bevölkerungsforschung stellte fest, dass der RĂŒckgang der Arbeitszeit primĂ€r die Gruppe der 25- bis 54-JĂ€hrigen betrifft. In dieser Kernarbeitsphase scheint die Bereitschaft oder Möglichkeit zur Ausweitung der Wochenarbeitszeit derzeit abzunehmen.

Dem steht eine gegenlĂ€ufige Entwicklung bei den Ă€lteren ErwerbstĂ€tigen gegenĂŒber. Bei den ĂŒber 60-JĂ€hrigen konnte das Institut einen Anstieg der geleisteten Arbeitsstunden feststellen. Dies deutet darauf hin, dass Ă€ltere Arbeitnehmer lĂ€nger im Erwerbsleben verbleiben oder in höherem Umfang tĂ€tig sind als in vorangegangenen ZeitrĂ€umen. Dennoch reicht dieser Anstieg in der Altersgruppe 60 Plus nicht aus, um das sinkende Arbeitsvolumen in den jĂŒngeren Altersklassen vollstĂ€ndig zu kompensieren.

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Konjunkturelle EinflĂŒsse als maßgeblicher Treiber

Hinsichtlich der Ursachen fĂŒr diese Entwicklung verweist das BiB primĂ€r auf die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Als wesentlicher Grund fĂŒr den RĂŒckgang der geleisteten Arbeitsstunden wird die Konjunktur angefĂŒhrt. Eine schwĂ€chere wirtschaftliche Dynamik fĂŒhrt in der Regel zu einem Abbau von Überstunden, einer geringeren Nachfrage nach Mehrarbeit oder der vermehrten Nutzung von Teilzeitmodellen.

Die Experten des Instituts verdeutlichen mit den vorliegenden Zahlen, dass trotz des oft thematisierten FachkrĂ€ftemangels das tatsĂ€chlich abgerufene Arbeitszeitvolumen pro Kopf zuletzt rĂŒcklĂ€ufig war. Ob es sich hierbei um eine dauerhafte strukturelle VerĂ€nderung oder eine vorĂŒbergehende Reaktion auf die wirtschaftliche Lage handelt, bleibt Gegenstand kĂŒnftiger Beobachtungen auf Basis der jĂ€hrlichen Mikrozensus-Daten.

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