Arbeitszeiten in Deutschland: 10 Jahre BAuA-Arbeitszeitbefragung / Neuer Bericht zeigt Trends und Entwicklungen zentraler Arbeitszeitmerkmale von 2015 bis 2025
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 08:22 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSSo ist die tatsĂ€chliche Wochenarbeitszeit seit 2015 weitgehend stabil geblieben. Eine VerĂ€nderung gibt es dagegen innerhalb der Teilzeitarbeit. WĂ€hrend die kurze Teilzeit (20 Stunden) rĂŒcklĂ€ufig ist, hat die lange Teilzeit (20 bis 34,9 Stunden) zugenommen. Zudem ist die durchschnittliche Stundenzahl in dieser Gruppe gestiegen: TeilzeitbeschĂ€ftigte arbeiteten in 2025 vertraglich im Schnitt 25,2 Stunden pro Woche. Das stellt einen Zuwachs von mehr als zwei Stunden gegenĂŒber dem Jahr 2015 dar (23,1 Stunden). Fast jeder sechste BeschĂ€ftigte leistet mehr als zwei Ăberstunden pro Woche, was sich in langen und ĂŒberlangen Arbeitszeiten ausdrĂŒckt. Ăberlange Arbeitszeiten (mehr als 48 Std. die Woche) gehen mit verkĂŒrzten Ruhezeiten, hĂ€ufigem Pausenausfall und hoher ArbeitsintensitĂ€t einher.
Auch das Arbeiten zu atypischen Arbeitszeiten gehört im Jahr 2025 fĂŒr einen erheblichen Teil der BeschĂ€ftigten zum Arbeitsalltag. Fast jede zweite beschĂ€ftigte Person (44 Prozent) arbeitet zumindest teilweise auĂerhalb einer klassischen Normalarbeitszeit, das heiĂt am Wochenende und/oder ĂŒberwiegend auĂerhalb des Zeitfensters von 7 bis 19 Uhr. Dabei beschrĂ€nken sich atypische Arbeitszeiten nicht auf klassische Schichtarbeit, sondern treten auch in Arbeitsformen auf, die formal nicht als Schichtarbeit organisiert sind.
Zudem zeigen die Daten, dass Arbeitszeiten flexibler geworden sind. Allerdings setzt sich der von 2015 bis 2023 zu beobachtende Anstieg der FlexibilitĂ€tsmöglichkeiten in 2025 nicht weiter fort. BeschĂ€ftigte Ă€uĂern sich zufriedener zu ihrer Arbeitszeit und ihrer Work-Life-Balance, wenn sie ĂŒber einen hohen zeitlichen Handlungsspielraum (zeitliche FlexibilitĂ€t, z. B. Einfluss auf Arbeitsbeginn und -ende, Pausen) verfĂŒgen. Auch das Arbeiten von zu Hause bleibt weiterhin ein Teil des Arbeitsalltags. Ăber die Jahre zeigt sich, dass nicht nur mehr BeschĂ€ftigte von zu Hause arbeiten können (2019: 42 Prozent; 2025: 52 Prozent), sondern auch betriebliche Regelungen zur Arbeit von zu Hause zugenommen haben.
Die WĂŒnsche der BeschĂ€ftigten nach einer Vereinbarung zur Arbeit von zu Hause sind in den letzten Jahren hĂ€ufiger geworden. Dies trifft vor allem auf BeschĂ€ftigte mit gesundheitlichen Beschwerden und langen Pendelzeiten zu. WĂ€hrend sich 2017 nur 31 Prozent der BeschĂ€ftigten ohne Vereinbarung eine solche gewĂŒnscht haben, sind dies 2025 bereits 56 Prozent. Die Auswertungen zeigen, dass BeschĂ€ftigtenwĂŒnsche in vielen FĂ€llen nicht realisiert werden können.
Zehn Jahre BAuA-Arbeitszeitbefragung zeigen: Die Arbeitszeitgestaltung bleibt eine zentrale Aufgabe des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Entscheidend ist, Arbeitszeiten so zu gestalten, dass betriebliche Anforderungen und die BedĂŒrfnisse der BeschĂ€ftigten miteinander in Einklang gebracht werden und zudem ausreichend Zeit fĂŒr Erholung bleibt.
Der baua: Bericht: Arbeitszeiten in Deutschland: Ergebnisse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2015-2025" kann als PDF auf der Internetseite der BAuA heruntergeladen werden: www.baua.de/publikationen.
Forschung fĂŒr Arbeit und Gesundheit
Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im GeschĂ€ftsbereich des BMAS. Sie betreibt Forschung, berĂ€t die Politik und fördert den Wissenstransfer im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem erfĂŒllt die Einrichtung hoheitliche Aufgaben im Chemikalienrecht und bei der Produktsicherheit. An den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden arbeiten rund 750 BeschĂ€ftigte.
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Lea Deimel
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