Arbeitszeitgesetz, Reform

Arbeitszeitgesetz: Reform mit 13-Stunden-Tagen ab Juli geplant

15.06.2026 - 07:10:46 | boerse-global.de

SPD erwartet Einigung zur Arbeitszeitreform mit wöchentlicher Höchstarbeitszeit. Diskussion um FlexibilitÀt und Arbeitnehmerschutz hÀlt an.

Arbeitszeitreform: Koalition einigt sich auf flexiblere Regeln
Arbeitszeitgesetz - Eine vielfĂ€ltige Gruppe von Menschen diskutiert an einem Konferenztisch, wĂ€hrend sie digitale Zeiterfassungsdaten auf einem Tablet betrachten. 15.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Verhandlungen zwischen den Koalitionspartnern und der Union kommen damit voran. Ziel ist es, die gesetzlichen Rahmenbedingungen an moderne Arbeitsformen anzupassen.

Von der Tages- zur Wochenarbeitszeit

Der Kern der Reform: Statt einer tĂ€glichen soll kĂŒnftig eine wöchentliche Höchstarbeitszeit gelten. Aktuell sind acht Stunden pro Tag erlaubt, in AusnahmefĂ€llen zehn. Die Neuregelung sieht vor, dass Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 13 Stunden an einem Tag arbeiten dĂŒrfen – solange die 40-Stunden-Woche nicht ĂŒberschritten wird.

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Ein zentraler Punkt ist die verpflichtende digitale Zeiterfassung. Sie soll die geleisteten Stunden transparent dokumentieren und den Arbeitnehmerschutz gewÀhrleisten. BundestagsprÀsidentin BÀrbel Bas wird voraussichtlich einen entsprechenden Vorschlag zur parlamentarischen Bearbeitung vorlegen.

FlexibilitÀt versus Arbeitnehmerschutz

Die PlĂ€ne sorgen fĂŒr Diskussionen. Unionsfraktionschef Jens Spahn forderte die SPD am 14. Juni auf, die Reform endlich umzusetzen und getroffene Vereinbarungen einzuhalten. „Mehr FlexibilitĂ€t fĂŒr die Wirtschaft ist notwendig“, betonte er. ArbeitgeberverbĂ€nde unterstĂŒtzen diesen Kurs. Die Gewerkschaften lehnen die PlĂ€ne dagegen entschieden ab.

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SPD-Arbeitsmarktpolitiker Jan Dieren stellt klar: Der Arbeitnehmerschutz stehe im Zentrum der Reform. Die EU-Arbeitszeitrichtlinie gebe den rechtlichen Rahmen vor. Besonders die Ruhezeit von elf Stunden zwischen zwei ArbeitseinsĂ€tzen mĂŒsse zwingend erhalten bleiben. Eine generelle Abschaffung des Acht-Stunden-Tages sei nicht vereinbart worden.

Die Positionen der anderen Parteien

Die GrĂŒnen zeigen sich offen fĂŒr flexiblere Modelle, wollen aber am Acht-Stunden-Tag festhalten. Die Linke lehnt die Aufweichung der tĂ€glichen Höchstgrenzen strikt ab. Die AfD sieht derzeit keinen unmittelbaren Reformbedarf.

Entscheidender Termin im Juli

Der Koalitionsausschuss kommt am 1. Juli zusammen, um die Details der Reform zu beraten und die Einigung mit der Union zu besiegeln. Experten erwarten, dass bei diesem Treffen die Weichen fĂŒr das gesamte Gesetzgebungsverfahren gestellt werden.

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