Thyssenkrupp, GrĂŒnstahl-PlĂ€ne

Thyssenkrupp bekrĂ€ftigt GrĂŒnstahl-PlĂ€ne

20.06.2025 - 13:31:51 | dpa.de

ArcelorMittal will in Deutschland vorerst nun doch kein Geld in die Hand nehmen, um klimaschonenderen Stahl zu kochen. Und wie sieht es beim deutschen Branchenprimus Thyssenkrupp aus?

Bei Thyssenkrupp Steel in Duisburg soll eine neue Direktreduktionsanlage die Hochöfen 8 und 9 ersetzen. Die neue Anlage ist bereits in Bau. (Archivbild) - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Bei Thyssenkrupp Steel in Duisburg soll eine neue Direktreduktionsanlage die Hochöfen 8 und 9 ersetzen. Die neue Anlage ist bereits in Bau. (Archivbild) - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Deutschlands grĂ¶ĂŸter Stahlproduzent Thyssenkrupp Steel will in Duisburg weiterhin eine Anlage zur klimaschonenderen Stahlherstellung errichten. «Wir halten an unserem Plan fest, die erste Direktreduktionsanlage in Duisburg fertigzustellen», erklĂ€rte ein Firmensprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Gleichzeitig verwies er darauf, dass man sich mit dem Projekt «an der Grenze der Wirtschaftlichkeit» bewege.

Der Bau hat bereits begonnen. Das Unternehmen soll insgesamt rund zwei Milliarden Euro Fördergelder vom Bund und vom Land NRW dafĂŒr erhalten.

Am Donnerstag hatte der Stahlkonzern ArcelorMittal bekanntgegeben, dass er seine GrĂŒnstahlplĂ€ne in Deutschland vorerst auf Eis gelegt hat: Der Konzern will seine PlĂ€ne zur Dekarbonisierung der Flachstahlwerke in Bremen und EisenhĂŒttenstadt nicht weiterverfolgen. Das Unternehmen erklĂ€rte, dass es die Investitionen aufgrund der Marktsituation und der fehlenden Wirtschaftlichkeit einer CO2-reduzierten Stahlproduktion nicht weiterfĂŒhren könne. FĂŒr die von ArcelorMittal geplanten Projekte hatte der Staat bereits 1,3 Milliarden Euro Fördermittel genehmigt.

Thyssenkrupp: «An Grenze der Wirtschaftlichkeit»

Auch Thyssenkrupp Steel verwies in seiner Stellungnahme auf die ökonomische Situation: «Wir bewegen uns mit diesem Projekt an der Grenze der Wirtschaftlichkeit», sagte der Sprecher. «Vor allem fehlt derzeit die Aussicht auf genĂŒgend bezahlbaren Wasserstoff und auf langfristig wettbewerbsfĂ€hige Energiepreise.»

Zwar könne die Anlage mit Erdgas betrieben werden. «Aber Sinn und Zweck ist es ja, möglichst viel CO2 zu vermeiden und den Stahl grĂŒn zu machen.» Auch deshalb sei es wichtig, dass die Bundesregierung mit einer wachstumsorientierten Industriepolitik die großen Themen entschlossen angehe.

Anlage in Duisburg soll zwei Hochöfen ersetzen

Die Anlage zur klimaschonenderen Stahlproduktion soll bis 2030 zwei Hochöfen ersetzen. Sie soll zunĂ€chst mit Erdgas, spĂ€ter dann mit Wasserstoff betrieben werden. WĂŒrde die Anlage nur mit Wasserstoff betrieben, wĂ€ren jĂ€hrlich rund 143.000 Tonnen davon nötig.

Die Anlage soll nach bisherigen Angaben rund drei Milliarden Euro kosten. Der Chef des Anlagenbauers SMS Group, Jochen Burg, hatte Ende MĂ€rz in einem Interview der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» gesagt, dass die Direktreduktionsanlage ab Ende 2027 Schritt fĂŒr Schritt hochgefahren werden soll.

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