ARD-Streik, Verdi

ARD-Streik: Verdi fordert 7 Prozent für 37.000 Beschäftigte

18.06.2026 - 13:13:08 | boerse-global.de

Warnstreiks bei BR, NDR, WDR und SWR beeinträchtigen das Programm. Verdi fordert 7 Prozent mehr Gehalt, die Arbeitgeber bieten längere Laufzeiten mit geringeren Steigerungen.

ARD-Streiks: Verdi legt Arbeit bei vier großen Sendern nieder
ARD-Streik - Eine Gruppe von Menschen versammelt sich vor einem modernen Gebäude, einige halten Schilder, die auf einen Streik hindeuten. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Bayerische Rundfunk (BR), der Norddeutsche Rundfunk (NDR), der Westdeutsche Rundfunk (WDR) und der Südwestrundfunk (SWR) sind betroffen. Mit den koordinierten Warnstreiks will Verdi die festgefahrenen Verhandlungen für rund 37.000 Beschäftigte voranbringen.

Sendebetrieb teilweise beeinträchtigt

Die Arbeitsniederlegungen begannen am 17. Juni beim WDR und SWR. Einen Tag später folgten BR und NDR. Beim NDR versammelten sich Streikende am Mittag zu einer zentralen Kundgebung in Hannover.

Die Auswirkungen waren sofort im Programm sichtbar: Eine Ausgabe der Tagesschau lief ohne die übliche Moderation im Bild. Andere Formate liefen planmäßig – ein Konzert des NDR war nicht betroffen, da die Streiks dort gegen 19 Uhr endeten.

Weit auseinanderliegende Positionen

Die Tarifparteien sind sich in zentralen Punkten uneins. Verdi fordert 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro monatlich, bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Die Arbeitgeber bieten dagegen eine Laufzeit von 35 Monaten mit jährlichen Steigerungen von nur 1 bis 2 Prozent. Die nächste Verhandlungsrunde für den NDR ist für den 26. Juni angesetzt.

MDR bereits mit Einigung – bei Nullrunde

Während bei den anderen Anstalten gestreikt wird, erzielte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) Ende Mai einen Abschluss mit DJV, Verdi und Unisono. Der Verwaltungsrat stimmte am 15. Juni zu. Der Haken: Für 2026 gibt es eine Nullrunde bei den Entgelten. Im Gegenzug sichert eine Beschäftigungssicherung betriebsbedingte Kündigungen bis Ende Oktober 2026 aus.

Hintergrund sind fehlende Einnahmen von rund 20 Millionen Euro für 2025 und 2026. Grund: Die Bundesländer blockierten die empfohlene Erhöhung des Rundfunkbeitrags. MDR-Programmdirektor Boris Lochthofen kündigte schmerzhafte Einschnitte an – darunter betroffen sind bekannte Krimi-Formate sowie die Einstellung und Verlagerung von Informationssendungen.

Karlsruhe verhandelt über Beitragserhöhung

Die Finanzierungsfrage beschäftigt auch das Bundesverfassungsgericht. Am 17. Juni verhandelten ARD und ZDF über ihre Verfassungsbeschwerden. Die Sender wehren sich gegen die ausbleibende Umsetzung der KEF-Empfehlung, die eine Anhebung des Beitrags auf 18,94 Euro vorsah.

Gewerkschaftliche Neuordnung und KI-Forderungen

Parallel zu den Streiks gibt es Bewegung in der Mediengewerkschaft VRFF. Auf einer Tagung am 15. und 16. Juni in Rösrath wählten die Mitglieder Christiana Ennemoser zur neuen Bundesvorsitzenden. Künftig setzt die Gewerkschaft verstärkt auf Doppelspitzen in ihren Gremien.

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Ein weiteres großes Thema: der Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Die dju in Verdi legte am 17. Juni einen Fünf-Punkte-Plan vor. Kernforderungen: Die redaktionelle Verantwortung muss beim Menschen bleiben, KI-Inhalte müssen gekennzeichnet werden. Zudem fordert die Organisation Schutz und Vergütung für Urheber, deren Werke als Trainingsdaten für KI-Systeme dienen.

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