ROUNDUP, Argentiniens

Argentiniens PrÀsident Milei bei Wahlkampftour angegriffen

28.08.2025 - 06:35:02

Argentiniens PrÀsident Javier Milei ist nach Angaben seines Sprechers bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Steinen beworfen worden.

Er sei unverletzt in Sicherheit gebracht worden, teilte Regierungssprecher Manuel Adorni auf der Plattform X mit.

Medienberichten zufolge kam es am Rande der Kundgebung in Lomas de Zamora, einem armen Vorort der Hauptstadt Buenos Aires, zu Auseinandersetzungen zwischen AnhĂ€ngern und Gegnern des Staatschefs. Zwei Menschen wurden demnach vorĂŒbergehend festgenommen.

Mehrere Regierungsvertreter machten anschließend AnhĂ€nger des "Kirchnerismus" fĂŒr den Angriff in der Provinz Buenos Aires verantwortlich. Damit beziehen sie sich auf das politische Lager um Ex-PrĂ€sidentin Cristina FernĂĄndez de Kirchner, das in Argentinien als "kirchnerismo" bekannt ist.

Milei zeigt sich siegessicher

Auch Milei veröffentlichte spÀter ein Foto, das ihn mit erhobenem Daumen neben seiner Schwester, die GeneralsekretÀrin der PrÀsidentschaft, Karina Milei, und dem Abgeordneten José Luis Espert zeigt.

Am 7. September stehen Parlamentswahlen in der Provinz Buenos Aires an. Der ultraliberale PrĂ€sident Milei macht derzeit Wahlkampf fĂŒr seine Partei "La Libertad Avanza" (Die Freiheit schreitet voran) und besuchte in den vergangenen Tagen bereits zwei andere Kundgebungen. Auch am Montag war es bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Ortschaft JunĂ­n noch vor Mileis Rede zu Auseinandersetzungen gekommen.

Korruptionsskandal erschĂŒttert Regierungslager

Mit seinem harten Sparkurs polarisiert Milei: Zwar ist es dem Wirtschaftswissenschaftler gelungen, die Inflation in dem hoch verschuldeten Land deutlich zu drĂŒcken und den Staatshaushalt auszugleichen. Allerdings verloren auch zahlreiche Menschen ihren Arbeitsplatz, Subventionen beispielsweise fĂŒr Strom, Gas und den öffentlichen Nahverkehr wurden gestrichen.

Zuletzt erschĂŒtterten Hinweise auf einen Korruptionsskandal im Regierungslager das sĂŒdamerikanische Land. Ein Pharmakonzern soll Schmiergelder gezahlt haben, um an millionenschwere AuftrĂ€ge der fĂŒr die Pflege von behinderten Menschen zustĂ€ndigen Behörde zu kommen. Darin soll auch Mileis Schwester Karina verwickelt sein, die als eigentliche Strippenzieherin in der Regierung gilt. Mileis Zustimmungswerte sanken daraufhin erheblich.

@ dpa.de