ASIEN-TRENDS-Kolumne: Indonesien - bitte alles einsteigen!
Veröffentlicht am: 11.11.2008 um 17:11 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Wenn von Asien-Investments die Rede ist, denken viele Anleger in erster Linie an China und Japan â und teilweise vielleicht auch an Indien. Asiens Börsen haben aber noch einiges mehr zu bieten.
Nicht nur Indien und China, sondern viele andere asiatische LĂ€nder glĂ€nzen seit Jahren mit hohen Wachstumsraten, und haben hochinteressante Unternehmen auf ihren Kurszetteln. Wer sich in ein hohes Gewinnwachstum zu gĂŒnstigen Preisen einkaufen will, sollte auch diese LĂ€nder im Blick behalten. Dies gilt besonders jetzt, nachdem viele asiatische Börsen ungerechtfertigt stark unter Druck geraten sind.
Ein gutes Beispiel fĂŒr ein Land mit elektrisierenden Kurschancen ist Indonesien. Das Land ist ein vielfach verkannter Wirtschaftsriese. Es weist mit 225 Millionen Einwohnern die weltweit vierthöchste Bevölkerung auf. Das Bruttoinlandsprodukt lag 2007 bei knapp 850 Milliarden Dollar; das durchschnittliche Jahreseinkommen befindet sich bereits bei 3800 Dollar. Das Wirtschaftswachstum lag in den vergangenen beiden Jahren jeweils ĂŒber 6 Prozent und dĂŒrfte 2008 einen Wert zwischen 6,1 und 6,2 Prozent erreichen â und dies trotz der internationalen Finanzkrise und der weltweit schwĂ€chelnden Konjunktur.
Indonesiens Leitindex, der Jakarta Composite Index, ist dieses Jahr dennoch um 52 Prozent eingebrochen. FĂŒr Auslandsanleger, die in indonesische Aktien investiert hatten, stellt sich die Situation sogar noch schlimmer dar. Denn Indonesiens WĂ€hrung, die Rupie, hat in den letzten sechs Monaten gegenĂŒber dem Dollar 18 Prozent abgegeben.
Es gibt mehrere GrĂŒnde, warum die indonesischen Aktien in letzter Zeit so stark verprĂŒgelt worden sind. Zum einen ist dies ein gesamt-asiatisches PhĂ€nomen. Wie wir bereits in den letzten ASIEN-TRENDS-Ausgaben dargelegt haben, sind die Börsen in Fernost allgemein stĂ€rker gefallen als ihre Pendants im Westen - obwohl die USA und Europa an der Schwelle zur Rezession stehen, wĂ€hrend sich in Asien das Wachstum zurzeit nur verlangsamt. Dies hat viel mit der subjektiven Wahrnehmung der westlichen Anlegerschaft zu tun, die in schwierigen Zeiten ihre Gelder bevorzugt aus den âriskanten SchwellenlĂ€ndernâ abzieht.
Der zweite Grund ist die Inflationsentwicklung; und diese Sorge war teilweise sogar berechtigt. Die enorme Nachfrage in Asien nach Rohstoffen und Nahrungsmitteln hat nicht nur weltweit die Preise angeheizt, sondern sie natĂŒrlich auch in Asien nach oben getrieben. Sehr stark wachsende Volkswirtschaften wie China, Indien oder eben auch Indonesien waren hiervon besonders betroffen. Hohe Preissteigerungen fĂŒr Energie und Lebensmittel haben in Indonesien die Inflation in der Spitze auf ĂŒber 12 Prozent nach oben getrieben.
Doch gerade hier ist Abhilfe in Sicht. Seit Mitte dieses Jahres befinden sich die Notierungen fĂŒr Ăl und Lebensmittel im freien Fall. Mit einer gewissen Verzögerungszeit wird dadurch der Inflationsdruck bald deutlich zurĂŒckgehen. Gleichzeitig hĂ€lt Indonesiens Zentralbank an einer Politik der StabilitĂ€t fest. Der Leitzins wurde auch diese Woche nicht etwa abgesenkt, sondern bei 9,5 Prozent belassen - und dies in einer Zeit, in der etwa die amerikanische FED ihren Referenzzinssatz bereits bis auf 1 Prozent eingedampft hat. Indonesiens Notenbank hat damit klargemacht, dass sie einen wirtschaftlichen Abschwung nicht fĂŒrchten muss, und ihr Augenmerk hauptsĂ€chlich auf der GeldwertstabilitĂ€t liegt.
Eine solche Politik schafft Vertrauen. Zuletzt sind enorme Gelder von Auslandsinvestoren aus Indonesien abgezogen wurden. Dies hat sowohl die Rupie als auch die AktienmĂ€rkte stark unter Druck gebracht. Dieser Trend könnte sich bald umkehren. Sowohl indonesische Aktien als auch die indonesische Rupie sind im internationalen Vergleich deutlich unterbewertet. Was mittelfristig fĂŒr die Rupie spricht, ist insbesondere der enorme Zinsunterschied gegenĂŒber dem Dollarraum, der jetzt allein beim Leitzins schon 8,5 Prozent betrĂ€gt.
Eine entscheidende StĂ€rke Indonesiens ist das dortige Binnenmarktwachstum. Indonesiens Aufschwung trĂ€gt sich gröĂtenteils aus eigener Kraft; die ExportabhĂ€ngigkeit ist nicht so stark wie in anderen asiatischen LĂ€ndern. Dementsprechend sollte man indonesische Exportwerte tendenziell eher meiden. Das gleiche gilt fĂŒr die dortigen Rohstoffwerte, die noch lĂ€nger unter dem schwachen globalen Wachstum leiden könnten. Auch sollte man nicht einfach in den Index investieren. Dagegen wird Indonesiens Binnensektor von Tag zu Tag interessanter. Hier gibt es zahlreiche Unternehmen mit hervorragenden Perspektiven, die derzeit auĂerdem auĂerordentlich gĂŒnstig zu haben sind.
Indonesien steht exemplarisch fĂŒr viele asiatische LĂ€nder, in denen zurzeit enorme Chancen auf die Anleger warten, und erhebliche Renditen erzielt werden können. ASIEN-TRENDS unterstĂŒtzt Sie weiterhin dabei, diese SchĂ€tze zu heben.
Der Trading-Dienst ASIEN-TRENDS erscheint immer bei Handlungsbedarf, aber mindestens einmal wöchentlich. Darin erhalten die Leser neben einer umfassenden Marktanalyse vor allem konkrete Aktien- und Derivate-Empfehlungen fĂŒr die asaitischen MĂ€rkte.
ASIEN-TRENDS können Sie hier kostenlos testen.
www.asien-trends.de
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
de | wirtschaft | 19845384 |
