Asiens Börsen: Kurzfristig überkauft
Veröffentlicht am: 12.08.2009 um 17:27 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSDie Rallye an den Aktienmärkten geht bereits in den fünften Monat. Auch und gerade die asiatischen Börsen legten enorm zu – sie haben die Aktienindizes in Westeuropa und den USA deutlich outperformt. Sieht man sich die Wachstumsraten der asiatischen Volkswirtschaften an, dann ist diese Entwicklung auch gerechtfertigt.
Aus charttechnischer Sicht spricht zunächst fast alles für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Seit Jahresbeginn haben die meisten asiatischen Indizes diese Woche neue Höchststande erreicht, und dabei wichtige Widerstandsmarken nach oben durchbrochen. Auch die Durchschnittslinien wie etwa die viel beachtete 200-Tage-Linie signalisieren, dass sich die Märkte längst wieder in einem Terrain befinden, in dem sich Käufe auf lange Sicht lohnen. Zumindest für die Charttechniker gilt: Das Fundament für eine nachhaltige Erholung ist gelegt – der Weg nach oben ist frei.
Dennoch sind viele Anleger wieder vorsichtiger geworden. Sie befürchten in erster Linie, dass die Märkte kurzfristig überkauft sein könnten. Die Verschnaufpause der letzten Handelstage könnte aus Ihrer Sicht den Beginn einer vorübergehenden Trendwende nach unten einleiten. Auch aus fundamentaler Sicht wäre der Zeitpunkt für ein Abdrehen nach unten gut gewählt. Die Quartalsberichtssaison neigt sich jetzt auch in Asien ihrem Ende zu. Die Investoren, die sich im Vorfeld der überwiegend guten Zahlen eingedeckt hatten, können nun ihre Gewinne wieder mitnehmen. Sollten im Anschluss daran noch ein paar schwache Konjunkturdaten aus den USA kommen (und dafür sind die USA leider immer wieder gut), dann wären alle Ingredienzien für eine Korrektur beisammen.
Wir glauben: Eine kurzfristige Gegenreaktion kann kommen, und ist sogar wahrscheinlich. Eine solche Reaktion wird den einen oder anderen Marktteilnehmer sicherlich verunsichern und vorübergehend alte Ängste neu hochkommen lassen. Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass sich diese zu einer echten Korrekturphase auswächst. Es gibt noch viel zu viele Investoren, an denen die Erholung komplett vorbei gegangen ist, und die nur auf eine solche (Kauf-)Gelegenheit warten.
Bereits Ende April - und dann wieder Mitte Mai und Mitte Juli – fanden an den Börsen in Fernost Rücksetzer statt. Wir von ASIEN-TRENDS waren schon seinerzeit optimistisch, und hatten erklärt, dass diese nur von kurzer Dauer sein würden. Und in der Tat: Die Gegenreaktionen liefen sogar noch schneller aus, als wir erwartet hatten. Die Märkte erwiesen sich als erstaunlich robust; die Bullen rissen schnell wieder das Zepter an sich. Dabei sah seinerzeit die globale Wirtschaftslage weitaus schlechter aus als jetzt. Mittlerweile ist tatsächlich eine gewisse wirtschaftliche Erholung absehbar. Noch vor wenigen Wochen waren solche Prognosen pure Spekulation.
Wir sollten uns auch diesmal vor Augen halten: Gegenreaktionen in einer rasanten Aufwärtsbewegung sind völlig normal und gesund – letztlich wird der Aufwärtstrend von solchen Entwicklungen eher bestätigt. Sollten daher die Kurse in den verbleibenden Sommermonaten nochmals abgeben, dann sollten wir dies abermals als Chance zum günstigen Einstieg nutzen. Wir brauchen nicht extra betonen, dass diese Chancen an den asiatischen Börsen besonders zahlreich sind – denn Asien ist die einzige große Wirtschaftsregion, die dieses Jahr ein positives volkswirtschaftliches Wachstum ausweisen wird.
Gerhard Heinrich und Rainer Hahn sind die renommiertesten Asien-Experten und verfassen gemeinsam den Börsenbrief ASIEN-TRENDS, wobei einer der beiden Experten immer in Asien vor Ort ist.
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