Attestpflicht, Millionen

Attestpflicht: 30 Millionen Praxisbesuche pro Jahr befürchtet

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 01:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

CDA und SPD lehnen die geplante Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag ab. Ärzte warnen vor 30 Millionen zusätzlichen Praxisbesuchen jährlich.

Attestpflicht ab Tag eins: Widerstand in Union und SPD wächst
Attestpflicht - Eine Hand hält eine ärztliche Krankmeldung, während im unscharfen Hintergrund Personen in einem Büro debattieren. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Sowohl der Arbeitnehmerflügel der Union als auch die SPD fordern Nachbesserungen. Bundeskanzler Merz will mit der Regelung den hohen Krankenstand senken.

CDA fordert sofortigen Stopp

Innerhalb der CDU formiert sich massiver Widerstand. Der Arbeitnehmerflügel (CDA) verlangt die vollständige Streichung der Pläne. CDA-Vize Bäumler betonte zuletzt die Notwendigkeit, das Vorhaben zu beenden. Die Arbeitnehmervertreter sehen darin ein falsches Signal an die Beschäftigten. Sie zweifeln an der Wirksamkeit der Maßnahme.

Kanzler Merz hält dagegen an seinem Ziel fest. Er sieht in der frühzeitigen Attestpflicht ein wirksames Instrument. Die unterschiedlichen Positionen führen nun zu einer verstärkten Debatte über die künftige Arbeitsmarktpolitik.

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SPD setzt auf Freiwilligkeit

Auch beim Koalitionspartner SPD stößt die starre Regelung auf Vorbehalte. Die Sozialdemokraten plädieren für größtmögliche Freiheit bei der Umsetzung. Unternehmen sollen künftig selbst entscheiden, ab wann sie ein Attest verlangen. Eine bundesweite gesetzliche Verpflichtung lehnt die Partei ab.

Die SPD setzt stattdessen auf betriebliche Lösungen. Diese sollen den individuellen Gegebenheiten in den Firmen besser gerecht werden. Die Position unterstreicht die Sorge, dass eine pauschale Verschärfung das Vertrauensverhältnis belasten könnte.

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Ärzte warnen vor Millionen zusätzlicher Praxisbesuche

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat die Folgen analysiert. Ihre Schätzung: Rund 30 Millionen zusätzliche Praxisbesuche pro Jahr würden die neue Regelung verursachen. Kritiker befürchten, dass die Praxen die Flut an Kurzkontakten kaum bewältigen könnten.

Die Versorgung schwer erkrankter Patienten wäre gefährdet. Angesichts dieser Zahlen und des wachsenden politischen Widerstands steht die Koalition vor einem schwierigen Kompromiss. Wie lässt sich der Krankenstand senken, ohne neue bürokratische Lasten zu schaffen?

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